Eine neue Welle hochprofessioneller Cyberangriffe bedroht Konten in Deutschland. Kriminelle nutzen zunehmend künstliche Intelligenz, um ihre Opfer mit perfekt gefälschten Nachrichten und Anrufen zu täuschen. Banken und Behörden warnen eindringlich vor der neuen Dimension des Betrugs.
KI erzeugt perfekte Phishing-Nachrichten
Die Angreifer setzen auf KI-Systeme, die massenhaft personalisierte und grammatikalisch fehlerfreie E-Mails oder SMS erstellen. Diese Nachrichten sind kaum noch von echter Bankenkommunikation zu unterscheiden. Oft geben sie vor, auf notwendige Sicherheitsupdates wie „VR-SecureGo“ hinzuweisen.
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Die Masche ist mehrstufig: Zuerst versuchen die Täter, über gefälschte Links an Online-Banking-Daten zu gelangen. Unmittelbar danach folgt häufig ein Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters. Durch „Call-ID-Spoofing“ erscheint dabei sogar die offizielle Banknummer auf dem Display – das stärkt das Vertrauen der Opfer zusätzlich.
Schadenssummen erreichen alarmierende Höhen
KI-gesteuerter Betrug macht mittlerweile schätzungsweise 42,5 Prozent aller Betrugsversuche im Finanzsektor aus. Besonders besorgniserregend: Etwa 29 Prozent dieser Angriffe sind erfolgreich. Die Financial Action Task Force (FATF) bezeichnete cybergestützten Betrug kürzlich als eine der größten Herausforderungen für die globale Finanzsicherheit.
Parallel geraten auch die Banken selbst ins Visier. Die BaFin verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2025 bereits 525 schwerwiegende IT-Vorfälle bei Finanzunternehmen. Die Angriffe zielen zunehmend auf den unbemerkten Diebstahl sensibler Kundendaten – die Grundlage für weitere Betrugsversuche.
So schützen Sie sich vor den neuen Gefahren
Angesichts der Professionalität der Angreifer wird Verbrauchersensibilisierung zum entscheidenden Faktor. Experten geben klare Empfehlungen:
Banken fordern Kunden niemals per E-Mail, SMS oder Telefon zur Preisgabe von PINs oder TANs auf. Klicken Sie grundsätzlich keine Links in solchen Nachrichten an – rufen Sie Ihre Banking-Seite immer manuell auf oder nutzen Sie ein Lesezeichen.
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Bei verdächtigen Anrufen beenden Sie das Gespräch und rufen Sie Ihre Bank über die offizielle Nummer zurück. Nutzen Sie niemals die Rückruffunktion. Verstehen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung als Schutzwall: Geben Sie Freigaben in Banking-Apps nur für selbst initiierte Transaktionen.
Sollte es dennoch zu einem Betrug kommen, handeln Sie schnell: Sperren Sie Konten und Karten umgehend über den Sperrnotruf 116 116 und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Wettrüsten zwischen Banken und Betrügern
Die aktuelle Betrugswelle markiert eine neue Eskalationsstufe. Während Banken Millionen in Sicherheit investieren, nutzen Kriminelle neueste Technologien wie KI und „Fraud-as-a-Service“-Dienstleistungen. Letztere ermöglichen Spezialisierung – verschiedene Gruppen teilen sich die Schritte des Betrugsprozesses.
Aufsichtsbehörden wie BaFin und EBA haben die Bedrohung erkannt und warnen verstärkt. Gleichzeitig wird die Haftungsfrage immer wieder vor Gericht geklärt. Grundsätzlich müssen Banken nicht autorisierte Zahlungen erstatten – es sei denn, dem Kunden wird grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen. Die Definition davon bleibt jedoch oft streitig.
Deepfakes als nächste Bedrohung
Experten sind sich einig: Die Gefahr wird weiter zunehmen. Die fortschreitende Digitalisierung und leichtere Verfügbarkeit von KI-Technologien schaffen ständig neue Angriffsmöglichkeiten. Künftig könnten Betrüger Deepfake-Technologien für Video- oder Audioanrufe einsetzen, um ihre Opfer noch überzeugender zu täuschen.
Für Banken bedeutet das: Sie müssen ihre Sicherheitsarchitekturen kontinuierlich verbessern und in KI-gestützte Abwehrmechanismen investieren. Gleichzeitig bleibt die Aufklärung der Kunden der wichtigste Baustein. Nur ein informierter und skeptischer Bankkunde entzieht den Betrügern die Grundlage für ihre Machenschaften.





