KI-Betrüger überrollen Deutschland mit perfekten SMS

Eine neue Generation von Smishing-Nachrichten nutzt KI für perfekte Fälschungen und verursacht hohe Schäden. Experten warnen vor der zunehmenden Professionalisierung der Kriminellen.

Eine neue Welle von Betrugs-SMS trifft Deutschland. Die Nachrichten sind so gut gefälscht, dass selbst Experten sie kaum noch erkennen. Ein aktueller Fall aus Sachsen-Anhalt zeigt das Ausmaß: Ein 29-Jähriger verlor über 10.000 Euro.

Die sogenannten „Smishing“-Angriffe nehmen rasant zu. Verbraucher erhalten täglich gefälschte Nachrichten von angeblichen Paketdiensten, Banken oder sogar Familienmitgliedern. Die Täter setzen auf psychologischen Druck und erzeugen künstliche Dringlichkeit. Ihr Ziel: Geld oder sensible Daten.

Vom Enkeltrick bis zur Bank-Warnung: Die beliebtesten Maschen

Die Betrüger haben ihre Methoden perfektioniert. Besonders häufig sind gefälschte Benachrichtigungen von DHL, Hermes oder UPS. Sie behaupten, eine Lieferung sei gescheitert oder es würden Zollgebühren anfallen. Ein Klick auf den Link führt zur Phishing-Webseite oder installiert Schadsoftware.

Eine zweite, massive Welle sind Bank-Warnungen. „Ihr Konto wurde gesperrt“ oder „Unautorisierte Transaktion erkannt“ – so locken die Kriminellen ihre Opfer. Sie wollen Online-Banking-Daten abgreifen oder bringen die Empfänger dazu, direkt bei einer gefälschten Hotline anzurufen. Sogar der klassische Enkeltrick funktioniert jetzt per SMS: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt…“

KI als Brandbeschleuniger: Warum die Nachrichten jetzt täuschend echt sind

Früher verrieten sich Betrüger durch schlechte Rechtschreibung. Diese Zeiten sind vorbei. Künstliche Intelligenz macht den entscheidenden Unterschied. Tools wie ChatGPT erstellen grammatikalisch perfekte, personalisierte Nachrichten in Massen.

Die KI-generierten Texte sind kaum noch von echten Mitteilungen zu unterscheiden. Das untergräbt das Grundvertrauen in digitale Kommunikation. Sicherheitsexperten bestätigen: Traditionelle Erkennungsmethoden stoßen an ihre Grenzen. Die Betrüger automatisieren ihre Angriffe und erstellen für jedes Opfer individuelle Texte.

Drei Sofortmaßnahmen, die wirklich schützen

Wie können Sie sich wehren, wenn selbst die Erkennung schwerfällt? Die wichtigste Regel bleibt einfach: Klicken Sie nie auf Links in verdächtigen SMS und geben Sie keine Daten preis.

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Erkennen Sie die Alarmzeichen:
* Unbekannte Nummer: Der Absender steht nicht in Ihren Kontakten.
* Druck und Dringlichkeit: „Sofort handeln!“ oder „Ihr Konto wird gleich gesperrt!“
* Unerwartete Nachricht: Ein Paket, das Sie nie bestellt haben, oder ein Gewinn, an dem Sie nicht teilnahmen.

Handeln Sie richtig:
1. Nicht antworten! Selbst ein „STOP“ bestätigt den Betrügern nur, dass Ihre Nummer aktiv ist.
2. Nummer blockieren: Nutzen Sie die Blockier-Funktion in Ihrer SMS-App (Android und iOS).
3. An SPAM melden: Leiten Sie die SMS an die kostenlose Nummer 7726 weiter. Ihr Mobilfunkanbieter kann die Quelle dann untersuchen.

Das digitale Wettrüsten geht weiter

Während die Betrüger ihre Angriffe mit KI professionalisieren, rüsten auch die Netzbetreiber auf. Einige zeigen bereits Warnhinweise bei Anrufen von bekannten Betrugsnummern an. Für Verbraucher bleibt Aufmerksamkeit der beste Schutz.

Die nächste Stufe der Angriffe ist bereits in Sicht: KI-gestütztes „Voice-Cloning“, das die Stimme von Angehörigen täuschend echt nachahmt. Ein gesundes Misstrauen gegenüber unerwarteten Nachrichten ist daher überlebenswichtig. Wer bereits Geld verloren hat, sollte sofort seine Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.