KI-Boom löst globale Speicherkrise aus

Die immense Nachfrage nach KI-Speicherchips führt zu massiven Engpässen bei konventionellen Speichern, was die Preise für PCs und Smartphones stark ansteigen lässt und ganze Industrien unter Druck setzt.

Die künstliche Intelligenz verschlingt 70 Prozent der weltweiten Hochleistungs-Speicherchips. Diese dramatische Verknappung treibt die Preise für Verbraucherelektronik in die Höhe und zwingt ganze Industrien zum Umdenken. Experten sehen darin eine dauerhafte Marktverschiebung.

Der Grund: Die drei großen Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre Produktion strategisch umgestellt. Statt herkömmlicher DDR5-Module für PCs und Smartphones fertigen sie nun vorrangig High-Bandwidth Memory (HBM). Dieser Spezialchip ist unverzichtbar für KI-Rechenzentren und -Beschleuniger. Die Folge ist ein massives Loch im Angebot für den Rest der Wirtschaft.

KI frisst den Markt leer

Die Nachfrage nach HBM ist schier unersättlich. Große Cloud-Anbieter und Tech-Giganten sichern sich die gesamte Kapazität für den Aufbau ihrer KI-Infrastruktur. „Das ist keine normale Knappheit, sondern eine strukturelle Neuausrichtung des Marktes“, analysieren Branchenkenner. Die Herstellung von HBM ist komplexer und benötigt mehr Platz auf den Siliziumscheiben. Jede Scheibe für die KI ist eine, die für Verbraucherprodukte fehlt.

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SK Hynix meldet, seine HBM-Kapazitäten für 2026 seien bereits komplett ausverkauft. Andere Industrien müssen sich um die schwindenden Reste konventioneller Speicherchips prügeln. Die Preise explodieren: In manchen Kategorien stiegen sie im ersten Quartal 2026 um 80 bis 95 Prozent.

Teure Handys, langsamere PCs

Die Auswirkungen treffen Verbraucher direkt. Der Preis für PC-Arbeitsspeicher hat sich seit Ende 2025 mehr als verdoppelt. Analysten prognostizieren, dass allein die Speicherkosten die PC-Preise im Einzelhandel um 20 Prozent in die Höhe treiben könnten.

Auch die Smartphone-Branche gerät unter Druck. Chip-Lieferant Qualcomm warnt vor Umsatzeinbußen, weil Hersteller ihre Produktionspläne kürzen müssen. Chinesische Elektronikriesen haben ihre Auslieferungsprognosen für 2026 bereits nach unten korrigiert. Einige Hersteller reagieren, indem sie den Arbeitsspeicher in neuen Geräten reduzieren oder sich nur noch auf teure Premium-Modelle konzentrieren. Selbst Apple befindet sich nach eigenen Angaben im „Versorgungs-Jagdmodus“ für Speicherkomponenten.

Neue Realität für Auto- und Industriebranche

Die Krise zwingt auch Industrien mit langen Produktzyklen zum Umdenken. Die Automobil- und Fertigungsindustrie ist auf stabile, langfristige Lieferketten angewiesen. Jetzt muss sie sich mit extremer Volatilität und Engpässen sogar bei älteren Speichertypen arrangieren. Hersteller stellen weniger profitable Produktlinien ein, um sich auf den KI-Boom zu konzentrieren.

Es entsteht ein Zuteilungsmarkt: Die Tech-Riesen mit den tiefsten Taschen sichern sich Lieferverträge Jahre im Voraus. Für alle anderen wird die Beschaffung zum Glücksspiel.

Keine Entspannung vor 2027

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Analysten erwarten, dass die angespannte Lage und die hohen Preise bis 2026 und wohl auch 2027 anhalten werden. Zwar investieren die Hersteller in neue Kapazitäten, doch der Bau neuer Fabriken dauert Jahre. Die KI-Nachfrage wird nicht kleiner: Der Ausbau von Inferenz-Systemen und nächsten Modell-Generationen treibt den HBM-Bedarf weiter an.

Unternehmen und Verbraucher müssen sich auf eine längere Phase mit höheren Kosten und eingeschränkter Verfügbarkeit einstellen. Die globale Speicherkrise zeigt die disruptive Kraft der KI-Revolution. Sie verändert nicht nur Software, sondern ordnet die weltweite Hardware-Lieferkette komplett neu.

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