KI-Boom: Siemens Energy baut Stromnetze für 1-GW-Rechenzentren

Siemens Energy sichert sich mit Partnern den Bau des North Sea Connector 2 und liefert Technik für ein britisches Netzausbauprogramm zur KI-Versorgung.

Siemens Energy hat gemeinsam mit dem Partner Neptun Smulders Offshore Renewables einen bedeutenden Auftrag im Bereich der europäischen Energienetze erhalten.

Wie das Unternehmen mitteilte, beauftragte der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz das Konsortium mit der Realisierung des Konvertersystems North Sea Connector 2. Das Projekt gilt als zentraler Baustein für den Abtransport von Offshore-Windstrom aus der Nordsee und die Stabilisierung der deutschen Stromversorgung.

Das technische Vorhaben umfasst die Errichtung zweier Hochleistungs-Konverterstationen. Die Onshore-Anlage soll in der Nähe von Schwerin entstehen, während der dazugehörige Offshore-Konverter an einem Standort etwa 200 Kilometer westlich von Sylt geplant ist.

Durch diese Infrastruktur wird der auf See erzeugte Windstrom für den Transport über weite Strecken an Land vorbereitet. Die Inbetriebnahme des gesamten North Sea Connector 2 ist für das Ende des Jahres 2034 vorgesehen.

Standortsicherung und wirtschaftliche Impulse in Norddeutschland

Der gewonnene Auftrag hat laut Unternehmensangaben auch eine hohe arbeitsmarktpolitische Relevanz. Durch das Projekt können mehr als 500 langfristige Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern gesichert werden. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung der Energietechnik als industrielles Rückgrat der Region. Siemens Energy positioniert sich damit weiter als einer der Hauptakteure bei der Umsetzung der deutschen Energiewende.

Unterstützung der KI-Infrastruktur im Vereinigten Königreich

Parallel zum Erfolg in der Nordsee ist Siemens Energy als wichtiger Ausrüster an einem umfassenden Netzausbauprogramm des britischen Betreibers National Grid beteiligt. Das Gesamtvolumen dieses Projekts beläuft sich auf £1 Milliarde und konzentriert sich auf die Regionen Bedfordshire, Hertfordshire sowie den Nordwesten Londons.

Ein wesentlicher Treiber hinter diesem massiven Ausbau ist der steigende Bedarf an Rechenkapazitäten. Die modernisierte Infrastruktur soll die Energieversorgung von fünf neuen Rechenzentren sicherstellen, die zusammen eine Leistung von 1 Gigawatt beanspruchen. Damit reagiert der Netzbetreiber auf die Anforderungen, die durch das Wachstum von Cloud-Diensten und Anwendungen der künstlichen Intelligenz entstehen.

Anzeige

Mit dem Ausbau digitaler Infrastrukturen für künstliche Intelligenz entstehen für Unternehmen auch neue regulatorische Pflichten und Sicherheitsrisiken. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Anforderungen und Cyberbedrohungen Verantwortliche jetzt kennen müssen. Gratis-E-Book zu KI-Gesetzen und Cyberrisiken anfordern

Technische Details und Projektpartner beim Netzausbau

Siemens Energy liefert für das Projekt in Großbritannien die technische Ausrüstung für mehrere neue Umspannwerke, darunter an den Standorten Letchmore Heath, Elstree und St John’s Wood. Der Lieferumfang beinhaltet zudem 400-kV-Kabel sowie Komponenten für die Modernisierung von rund 200 Kilometern Freileitungen. Zusätzlich ist die Verlegung von 60 Kilometern neuer Kabel in Tunneln Teil des Ausbaus.

Die Leitung des britischen Infrastrukturprojekts liegt in den Händen von Laing O’Rourke und HMJV. Neben Siemens Energy ist auch Hyundai Electric als Lieferant in das Vorhaben eingebunden. Diese internationalen Kooperationen verdeutlichen den hohen Investitionsbedarf in moderne Stromnetze, um sowohl die Dekarbonisierung als auch die digitale Transformation der Wirtschaft voranzutreiben.

Anzeige

Wer die digitale Transformation im eigenen Betrieb vorantreibt, muss auch die IT-Sicherheit ohne teure Investitionen im Blick behalten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Unternehmen langfristig schützen. Zum kostenlosen Cyber-Security-Ratgeber

Die internationale Vernetzung und der Ausbau kritischer Infrastrukturen bleiben somit die zentralen Säulen für die Stabilität der europäischen Wirtschaftsbereiche.