Der globale KI-Boom löst eine strukturelle Krise auf dem Halbleitermarkt aus und verursacht beispiellose Preissteigerungen für Arbeitsspeicher und SSDs. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur lenkt die Produktionskapazitäten von Alltagstechnologie ab – mit spürbaren Folgen für Verbraucher und Unternehmen.
KI frisst die Speicherproduktion auf
Im Kern des Problems steht die explodierende Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM), einem Hochleistungs-RAM für KI-Server. Die Herstellung von HBM ist extrem aufwendig und verbraucht laut Berichten bis zu dreimal mehr Halbleiter-Wafer als Standard-DRAM. Giganten wie Samsung, SK Hynix und Micron priorisieren diese lukrative HBM-Produktion für Cloud-Anbieter und KI-Entwickler.
Jeder Wafer für HBM fehlt jedoch bei der Herstellung herkömmlicher DDR4-, DDR5- oder LPDDR-Module für PCs, Laptops und Smartphones. Diese bewusste Verknappung treibt die Preise in die Höhe. Analysten prognostizieren für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der DRAM-Vertragspreise um bis zu 60 Prozent. Bei NAND-Flash-Chips für SSDs planen Hersteller sogar eine Verdopplung der Preise im laufenden Quartal.
Passend zum Thema KI‑Boom –
Seit August 2024 gelten neue EU‑Regeln für KI‑Systeme, die für viele Unternehmen schnell zu Compliance‑Pflichten und Bußgeldern führen können. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt in klaren Schritten, wie Sie Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen praktisch umsetzen – ohne juristisches Fachwissen. Besonders wichtig: Fristen und Nachweispflichten, die Entwicklungsteams und Betreiber jetzt kennen müssen. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen
Verbraucher und Unternehmen spüren den Druck
Die Auswirkungen sind auf dem Endkundenmarkt längst angekommen. Der Preis für ein 32-GB-Kit Corsair DDR4-RAM ist laut einer Analyse in den letzten sechs Monaten von etwa 65 auf über 235 Euro gestiegen – ein Plus von rund 250 Prozent.
Auch der SSD-Markt steht unter Druck. Die Kosten für eine 30-TB-Enterprise-SSD sollen zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 um 257 Prozent gestiegen sein. Diese Entwicklung zwingt Hardware-Hersteller zu schwierigen Entscheidungen.
Große PC-Anbieter wie Dell, HP und Lenovo warnen vor Engpässen und Preiserhöhungen. Analysten rechnen 2026 mit einem Preisanstieg für PCs um 20 Prozent oder mehr. Selbst die Smartphone-Branche ist betroffen: Samsung und SK Hynix fordern angeblich 80 bis 100 Prozent mehr für den LPDDR-Speicher in iPhones, was die Durchschnittspreise für Handys um bis zu acht Prozent erhöhen könnte.
Ein struktureller Wandel, keine vorübergehende Krise
Experten betonen: Dies ist keine typische zyklische Knappheit, sondern ein fundamentaler Umbau des Speichermarkts. Die KI-Nachfrage ist anhaltend und wächst weiter. Der Bau neuer Halbleiterfabriken dauert jedoch zwei bis drei Jahre. Daher rechnen Analysten erst für Ende 2027 oder 2028 mit einer spürbaren Entspannung.
Für Unternehmen außerhalb des KI-Ökosystems bedeutet das erhebliche Herausforderungen. Steigende Speicherkosten und lange Lieferzeiten könnten interne IT-Projekte verzögern. IT-Verantwortliche müssen Beschaffungsstrategien und Budgets neu justieren.
Ausblick: Eine längere Phase hoher Preise
Der Speichermarkt wird 2026 voraussichtlich im Zustand knappen Angebots verharren. Der Fokus der Hersteller auf hochprofitabele KI-Komponenten bleibt bestehen. Damit werden hohe Preise für RAM und SSDs auf absehbare Zeit der neue Normalzustand.
Dieser „Speicher-Superzyklus“ gestaltet die gesamte Technologielandschaft neu. Für die nächsten zwei bis drei Jahre wird der Ausbau der KI-Infrastruktur Preis und Verfügbarkeit der Grundbausteine moderner Datenverarbeitung diktieren. Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf eine neue Realität einstellen, in der Speicher eine knappere und wertvollere Ressource ist.
PS:
Der Ausbau von KI‑Infrastruktur treibt nicht nur Hardware‑Preise, sondern erhöht auch Cyber‑Risiken für Unternehmen und IT‑Projekte. Unser gratis E‑Book zeigt praxisnahe Schutzmaßnahmen gegen Phishing, Schwachstellen in Serverinfrastrukturen und wie Sie Ihre IT mit geringem Budget absichern. Außerdem erhalten IT‑Verantwortliche Checklisten zur Priorisierung von Maßnahmen angesichts knapper Ressourcen. Ideal für CIOs und Mittelstand. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Guide sichern





