Führende Köpfe der KI-Branche verlangen verbindliche Sicherheitskontrollen für synthetische DNA – aus Sorge vor Missbrauch durch generative KI.
Die Chefs von OpenAI, Anthropic und Google DeepMind haben den US-Kongress in einem Brief aufgefordert, neue gesetzliche Hürden gegen die Entwicklung biologischer Waffen zu errichten. Konkret verlangen Sam Altman, Dario Amodei und Demis Hassabis ein verpflichtendes Tracking-System für synthetische DNA- und RNA-Sequenzen. Die am 4. Juni versandte Forderung umfasst zudem strenge Lieferantenprüfungen und umfassende Risikobewertungen für jede Bestellung synthetischen Erbguts.
Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz führt weltweit zu neuen Gesetzen wie dem EU AI Act, die Unternehmen vor komplexe Compliance-Herausforderungen stellen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden hilft Ihnen, Fristen, Pflichten und Risikoklassen der neuen KI-Regulierung rechtzeitig zu verstehen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Von freiwillig zu verbindlich
Die Initiative zielt darauf ab, die bisher freiwilligen Branchenprogramme – etwa das International Gene Synthesis Consortium (IGSC) – durch einen rechtsverbindlichen Rahmen zu ersetzen. Die KI-Führungskräfte argumentieren, dass die aktuelle Überwachung der Lieferkette für synthetische Biologie nicht ausreicht, um die Risiken durch hochleistungsfähige KI-Modelle zu kontrollieren. Generative KI könnte potenziell die Entwicklung gefährlicher Krankheitserreger beschleunigen – das ist die zentrale Sorge der Unterzeichner.
Einordnung in die US-Politik
Der Vorstoß erfolgt nur zwei Tage, nachdem Präsident Trump am 2. Juni eine Executive Order zu nationaler Sicherheit und Künstlicher Intelligenz unterzeichnet hatte. Diese Verordnung schuf einen freiwilligen Rahmen, in dem KI-Entwickler dem Staat ihre fortschrittlichsten Modelle bis zu 30 Tage vor der Veröffentlichung zur Sicherheitsprüfung vorlegen können. Zudem wurde eine KI-Cybersicherheitsstelle unter Leitung des Finanzministeriums eingerichtet. Was fehlt: eine verpflichtende Lizenzierung oder spezifische Regeln für den Biotech-Sektor. Genau diese Lücke adressiert der Brief der KI-Chefs.
Altman traf sich bereits Anfang der Woche mit hochrangigen Politikern, darunter die Senatoren Chuck Schumer und Bernie Sanders sowie der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, um über die Sicherheitsbedenken zu sprechen.
Während die Politik über neue Rahmenbedingungen debattiert, entstehen durch KI bereits heute völlig neue Bedrohungsszenarien für die Unternehmenssicherheit. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmer jetzt kennen müssen, um sich proaktiv zu schützen. Kostenlosen Report zu neuen KI-Risiken anfordern
OpenAIs eigenes Biodefense-Programm
Der gemeinsame Regulierungsappell folgt auf OpenAIs eigene Fortschritte im Bereich biologischer Sicherheit. Am 29. Mai startete das Unternehmen das Programm „Rosalind Biodefense“ – benannt nach der Pionierin der DNA-Forschung Rosalind Franklin. Es bietet verifizierten Forschern und Regierungsbehörden kostenlosen Zugang zu einem spezialisierten Modell namens GPT-Rosalind.
Bereits im Oktober 2025 investierte OpenAI 30 Millionen Euro in das Biotech-Unternehmen Valthos, einen Monat später folgten 15 Millionen Euro in Red Queen Bio. Hintergrund: Interne Bewertungen vom Juli 2025 hatten einen ChatGPT-basierten Agenten als eines der ersten Hochleistungsmodelle identifiziert, das komplexe biologische Aufgaben ausführen kann.
Die Botschaft der Branchenführer ist klar: Die gleichen Fähigkeiten, die legitime Forschung und Biodefense voranbringen, erfordern auch ein robustes bundesstaatliches Kontrollsystem für die physischen Materialien, die zur Umsetzung biologischer Entwürfe benötigt werden.
