KI-Chip-Design: SPRIND und NADI starten 40-Millionen-Challenge

SPRIND und NADI fördern KI-Chipteams mit 40 Millionen Euro, um Europas Halbleiterentwicklung zu beschleunigen und Abhängigkeiten zu verringern.

Die deutsche Bundesagentur für Sprunginnovation SPRIND und die niederländische Agentur NADI haben die „AI-Native Chip Design Challenge“ gestartet, ein gemeinsames Programm mit einem Volumen von 40 Millionen Euro über 20 Monate. Ziel des Vorhabens ist es, die Entwicklungszeit für Halbleiter von bislang üblichen Jahren auf wenige Wochen zu verkürzen und damit Europas technologische Position im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz zu stärken.

Zweistufiges Auswahlverfahren

Das Programm ist in zwei Phasen gegliedert. In Stufe 1, die von November 2026 bis Juli 2027 läuft, werden sieben Teams ausgewählt, die jeweils 2,6 Millionen Euro erhalten. Anschließend folgt eine einjährige Stufe 2, in der drei Teams mit jeweils 7 Millionen Euro weiter gefördert werden.

Die Bewerbungsphase bei NADI läuft vom 23. September bis zum 30. November; nach acht Monaten sollen die drei besten Teams eine Anschlussfinanzierung von je 7 Millionen Euro erhalten.

Mit dem Programm verfolgen SPRIND und NADI das Ziel, einen deutlichen Geschwindigkeitssprung beim Chip-Design zu erreichen und zugleich energieeffizientere KI-Chips zu entwickeln. Damit soll Europa unabhängiger von ausländischen KI-Chip-Anbietern werden und gleichzeitig der Energieverbrauch der Halbleiterentwicklung gesenkt werden. Übergeordnet steht dabei das Bestreben, die technologische Abhängigkeit Europas von den USA und China zu verringern.

Strategischer Vorteil als Ziel

Jano Costard von SPRIND erklärte, nur mit einem solchen Ansatz habe Europa die Chance, einen strategischen Vorteil gegenüber anderen Teilen der Welt zu erlangen.

Jelle Prins von NADI verwies darauf, dass die Kooperation zwischen den Niederlanden und Deutschland naheliege: Die Niederlande verfügten mit ASML über den weltweit führenden Anbieter von Chip-Herstellungsanlagen, während Deutschland eine starke Forschungslandschaft und eine breite Industriebasis mitbringe.

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NADI legt den Fokus dabei auf Chips für Inferenz-Anwendungen. NADI-Mitgründer Giel Prins verglich die Nutzung bestehender Nvidia-Chips für bestimmte Inferenzaufgaben mit dem Einkaufen mit einem Lastwagen statt einem kleinen Wagen – ein Bild für die aus seiner Sicht ineffiziente Passung heutiger Hardware auf spezifische Anwendungsfälle.

Milliardenschwere Ausstattung und Vorbild DARPA

NADI ist nach dem Vorbild der US-amerikanischen Forschungsagentur DARPA konzipiert. Laut der angekündigten Struktur verfügt die Agentur über staatliches Kapital von 500 Millionen Euro; im niederländischen Haushalt sind entsprechend 500 Millionen Euro für NADI reserviert.

Angekündigt wurde die Agentur von Wirtschaftsministerin Heleen Herbert am sogenannten Prinsjesdag; die niederländische Regierung stellte in diesem Zusammenhang die 500 Millionen Euro für die Einrichtung von NADI bereit.

NADI bringt einen Halbleitersektor mit einem Volumen von 33,6 Milliarden Euro ein, angeführt von ASML. Der sogenannte Wennink Report hatte für NADI ursprünglich eine Förderung von 1,5 bis 2 Milliarden Euro empfohlen. SPRIND selbst besteht bereits seit 2019 als deutsche Bundesagentur für Sprunginnovation.

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Einordnung

Mit der gemeinsamen Challenge bündeln beide Länder ihre komplementären Stärken – niederländische Fertigungstechnologie und deutsche Forschungskompetenz – in einem Bereich, der als besonders sicherheitsrelevant gilt. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Teams sich in der ersten Auswahlrunde durchsetzen und ob der angestrebte Zeitsprung beim Chip-Design tatsächlich realisierbar ist.