KI-Chips 2027: ASIC-Auslieferungen sollen erstmals GPUs überholen

Huawei beansprucht einen Ascend-Vorsprung beim chinesischen Marktanteil; Prognosen sehen 2027 erstmals mehr ASIC- als GPU-Auslieferungen.

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Huaweis Rotationsvorsitzender Eric Xu hat laut einem Bericht von theregister.com vom 30. September 2026 erklärt, die hauseigenen Ascend-NPUs hätten Nvidia beim Marktanteil in China bereits überholt. Belegt werden konnte diese Einschätzung nach Angaben des Berichts nur mit internen Huawei-Daten, da genaue Marktzahlen zu Nvidia in China laut Xu schwer zu erheben seien.

Gleichzeitig räumte Huawei ein, dass die eigenen Chips in der reinen Rechenleistung hinter den Produkten von Nvidia zurückbleiben, dafür aber verlässlicher verfügbar seien – ein Vorteil, der angesichts von Exportbeschränkungen für chinesische Kunden offenbar schwerer wiegt als reine Leistungswerte.

Prognosen zeichnen einen strukturellen Wandel

Unabhängig von Huaweis eigener Einschätzung deuten Marktprognosen von DIGITIMES auf eine grundlegende Verschiebung im Markt für Cloud-KI-Beschleuniger hin. Für 2027 wird demnach erwartet, dass ASIC-Auslieferungen erstmals die von GPUs übertreffen. Als Treiber nennt DIGITIMES steigende Produktionsmengen bei Google, Amazon und Huawei sowie Verschiebungen bei Engpässen für ABF-Substrate.

Konkret sollen 2027 weltweit 25,951 Millionen High-End-Cloud-AI-Beschleuniger ausgeliefert werden, ein Plus von 64,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 15,262 Millionen auf ASICs, ein Zuwachs von 110,9 Prozent – erstmals mehr als bei GPUs.

Bei den einzelnen Anbietern geht DIGITIMES für 2027 von folgenden Stückzahlen aus: Nvidia soll 9,096 Millionen Einheiten erreichen (plus 18,2 Prozent, 35,1 Prozent Marktanteil), Google 8,009 Millionen (plus 134 Prozent, 30,9 Prozent Marktanteil), Amazon 2,55 Millionen (plus 71,9 Prozent) und Huawei 2,1 Millionen (plus 75 Prozent).

Bei der Fertigung dominiert TSMC die genannten KI-Chips mit einem Anteil von 75,4 Prozent im 3-Nanometer-Verfahren, 6,6 Prozent bei 2 Nanometern und 3,8 Prozent bei 4 Nanometern; beim CoWoS-L-Packaging liegt der TSMC-Anteil bei 54,6 Prozent. Chinesische N+2-Fertigung und heimische Verpackungstechnik kommen laut den Zahlen auf eine Penetration von 14,1 Prozent.

Huawei baut Infrastruktur und Software aus

Parallel zu den Marktanteilsaussagen hat Huawei den Ausbau seiner Ascend-Plattform vorangetrieben. Das Unternehmen setzt laut einem Bericht von technews.tw vom 1. Oktober 2026 einen Atlas-950-SuperCluster mit 256.000 Karten ein, dessen Architektur auf bis zu eine Million NPUs skaliert werden soll.

Vorgestellt wurde die zugrunde liegende Peerium-Architektur samt UnifiedBus und Ascend-950-SuperPoD bereits auf der Huawei Connect 2026. Zu den dort präsentierten Produkten zählten der Speicher OceanStor M900 mit bis zu 64 Petabyte SSD-Speicher und 40 Terabyte pro Sekunde Cluster-Bandbreite sowie UnifiedBus-LinkBlade-Verbindungen für bis zu 4.096 NPUs und UBG-Switches für bis zu 1.024 Endgeräte. Ein Huawei-SuperCluster soll demnach Modelle mit bis zu 10 Billionen Parametern unterstützen.

Huawei meldete zudem mehr als 1.000 ausgelieferte Atlas-900-A3-SuperPoDs. Für die Produkt-Roadmap nannte das Unternehmen den Ascend 960 für Anfang 2027, den Ascend 970 für 2028 und den Ascend 980 für 2029. Die Ascend-950DT-SuperPoDs für Training sollen laut Huawei ab Ende 2026 oder Anfang 2027 in größerem Umfang verfügbar sein, während der für Inferenz vorgesehene Ascend 950PR derzeit nur begrenzt am Markt verfügbar sei.

Huawei verfolgt dabei vorerst keine umfassende internationale Expansion und priorisiert chinesische Kunden. Nach Angaben von HiSilicon habe sich die Softwarelage für Ascend in den vergangenen 18 Monaten stark verändert.

Unterstützung erhält das Ökosystem von DeepSeek: Laut DIGITIMES bringt das Unternehmen mehr seiner Modell-Entwicklungssoftware auf Huaweis Ascend-950-Prozessoren, um Chinas Abhängigkeit von Nvidia-Hardware und dem CUDA-Ökosystem zu verringern.

Laut SCMP veröffentlichte DeepSeek zudem sechs Open-Source-Softwaremodule für Ascend-Chips, darunter eine Ascend-kompatible Version von TileLang mit nativer Codegenerierung, automatischer Planung und Synchronisierung für den Ascend 950.

Nvidia-Geschäft in China bleibt gering

Für Nvidia selbst spielt das China-Geschäft nach eigenen Angaben derzeit eine untergeordnete Rolle: Die wiederaufgenommenen H200-Lieferungen nach China machten laut theregister.com weniger als ein Prozent des Nvidia-Rechenzentrumsumsatzes aus.