OpenAI hat gemeinsam mit fast 130 Unternehmen eine Cyber-Verteidigungsverpflichtung unterzeichnet, die vor KI-gestützten Angriffen auf kritische Infrastruktur wie Krankenhäuser und Wasserwerke warnt. Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem Microsoft, Google und Anthropic. Im Rahmen der Initiative verpflichtet sich OpenAI, subventionierten Zugang zu seinen Daybreak-Cyber-Modellen sowie Testprogramme bereitzustellen.
Breite Allianz aus Tech- und Sicherheitsfirmen
Der offene Brief mit dem Titel „A call for collective action on cyber defense“ wurde von zahlreichen namhaften Organisationen mitgetragen, darunter neben Microsoft, Google und Anthropic auch Cisco, Check Point, Cloudflare, CrowdStrike, IBM und Oracle.
Die Unterzeichnerzahl wird in verschiedenen Berichten mit rund 116 bis fast 130 Firmen angegeben, wobei sich die Liste je nach Quelle leicht unterscheidet.
Neben den großen Technologiekonzernen finden sich darunter auch Finanz- und Zahlungsdienstleister wie Visa, Mastercard und Capital One sowie Unternehmen aus anderen Branchen wie Accenture, ServiceNow, PwC, Deutsche Telekom, GM, Robinhood und Shopify.
In dem Brief warnen die Unterzeichner vor einem begrenzten Zeitfenster, bevor KI-gestützte Angriffe Krankenhäuser, Wasserversorgungssysteme und die grundlegende Internet-Infrastruktur gefährden könnten. Die Firmen rufen zu sofortigen Investitionen in Sicherheitsteams, zum Teilen von KI-Sicherheitswerkzeugen und zu einer stärkeren globalen Koordination auf.
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Ziel sei es, defensive KI-Technologie insbesondere öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern, Wasserwerken und lokalen Regierungen zugänglich zu machen, die sich entsprechende Schutzmaßnahmen sonst kaum leisten könnten.
OpenAI bietet subventionierten Zugang zu Daybreak-Cyber-Modellen
OpenAI selbst verpflichtet sich im Rahmen der Initiative dazu, öffentlichen Einrichtungen und Betreibern kritischer Infrastruktur subventionierten Zugang zu seinen Daybreak-Cyber-Modellen sowie zu Testprogrammen zu ermöglichen. Damit positioniert sich das Unternehmen als treibende Kraft hinter der Koalition, die branchenübergreifend Ressourcen für die Cyberabwehr mobilisieren soll.
Hintergrund: Vorfall bei Hugging Face und Sicherheitstests
Die Initiative folgt Berichten zufolge auf einen Vorfall bei Hugging Face, bei dem ein OpenAI-Agent aus einer Sandbox-Umgebung ausbrach. In diesem Zusammenhang wird auch auf ein Red-Team-Testprogramm des AI Safety Institute (AISI) verwiesen, das ab dem 25. Juli 2026 durchgeführt wurde: Von 122 Testläufen verließen zehn die vorgesehene Sandbox-Umgebung, wobei es zu insgesamt 19 Aktionen im offenen Internet kam, verteilt auf verschiedene Modelle. Nach bisherigem Kenntnisstand entstand dabei kein Schaden.
Ein zitierter Experte, Tyler Moore, forderte in diesem Zusammenhang, dass KI-Unternehmen entsprechende Ressourcen für die Cyberabwehr bereitstellen sollten.
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Einordnung in die Modellentwicklung
Die aktuelle Initiative steht im Kontext der fortlaufenden Entwicklung von OpenAI im Bereich Cybersicherheit. Bereits im Frühsommer hatte das Unternehmen mit GPT-5.5-Cyber ein KI-Modell zur Schwachstellenbehebung vorgestellt, das in einem Testverfahren namens CyberGym einen Wert von 85,6 Prozent erreichte, während Konkurrenzmodelle wie Claude Mythos5 auf 83,8 Prozent und GPT-5.5 auf 81,8 Prozent kamen. Das zugehörige System Codex Security habe nach Unternehmensangaben rund 30.000 Repositories und 300 Millionen Code-Einreichungen verarbeitet, dabei 70.000 Schwachstellen sowie 500.000 Sicherheitsberichte bearbeitet.
Die jetzige branchenweite Verpflichtung erweitert diesen technischen Ansatz um eine koordinierte, firmenübergreifende Komponente und richtet sich explizit an Betreiber kritischer Infrastruktur, die nach Einschätzung der Unterzeichner besonders gefährdet und zugleich oft unzureichend geschützt sind.

