Während der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der deutschen Wirtschaft zügig voranschreitet, hinkt die Absicherung gegen neue digitale Gefahren deutlich hinterher. Einer Forsa-Umfrage zufolge nutzen mittlerweile 49% der deutschen Betriebe KI-Technologien.
Gleichzeitig verfügen jedoch lediglich 11% der Firmen über spezielle Sicherheitskonzepte, um sich gegen KI-gestützte Cyberangriffe zu wappnen. Zudem gilt die rechtliche Haftungsfrage beim betrieblichen Einsatz von KI weiterhin als ungelöst.
Defizite bei Schulungen und internen Richtlinien
Die Lücken in der betrieblichen Abwehr spiegeln sich auch im Qualifizierungsstand der Belegschaften wider. Laut einer Untersuchung von QA erhielten 61% der Beschäftigten in den vergangenen 12 Monaten keine Schulung zu KI-spezifischen Cyberbedrohungen.
Insgesamt absolvierten lediglich 25% der Beschäftigten ein dediziertes Training für KI-Bedrohungen, während 30% entsprechende Inhalte nur im Rahmen allgemeiner Schulungen zur Cybersicherheit vermittelt bekamen und 70% ohne dediziertes Training blieben.
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Entsprechend unsicher agieren viele Mitarbeiter: Nur 9% der Nicht-Führungskräfte trauen sich voll zu, KI-generierte Phishing-Mails sicher zu erkennen. Bei Inhabern und Partnern liegt dieser Wert bei 48%, bei Vorständen bei 33%. Unter den jüngeren Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 24 Jahren äußerten 39% geringe Zuversicht im Umgang mit diesen neuartigen Risiken.
Darüber hinaus fehlen in vielen Betrieben organisatorische Vorgaben. QA ermittelte, dass 22% der Organisationen keine internen Richtlinien besitzen, um Gefahren wie Phishing, Betrug über gefälschte Deepfake-Stimmen oder KI-generierte Rechnungen abzuwehren.
Wachsende Bedrohungslage für die Wirtschaft
Die unzureichende Vorbereitung trifft auf ein angespanntes Bedrohungsumfeld. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt den Mittelstand vor steigenden Risiken durch Ransomware und andere digitale Angriffe, die zunehmend kleine und mittlere Hersteller ins Visier nehmen.
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Durch die enge Vernetzung industrieller Lieferketten wachse die Gefahr operativer Störungen. Betreiber kritischer Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Wasser und Transport rief das BSI nach einer Zunahme internationaler Ransomware-Aktivitäten dazu auf, bekannte Softwareschwachstellen unverzüglich zu beheben.
Regionale Start-ups aus dem Cybersicherheitsbereich verzeichnen vor diesem Hintergrund eine wachsende Nachfrage kleiner und mittlerer Firmen, die mehr Budget für digitalen Schutz bereitstellen.
Auch in den Chefetagen wächst die Nervosität bezüglich der Verwundbarkeit. Befragungen von C-Level-Führungskräften zeigen, dass 71% der Befragten KI im Jahr 2026 als signifikant relevant einstufen, verglichen mit 62% im Jahr 2024. Gleichzeitig stufen 89% der Führungskräfte die eigenen Abwehrmaßnahmen als unzureichend ein, nach 87% zwei Jahre zuvor.
Zu den größten Sorgen beim KI-Einsatz zählen der Datenschutz mit 52%, ungenaue Ergebnisse mit 42%, Cyberangriffe mit ebenfalls 42% sowie der Fachkräftemangel mit 36%. Wegen der Bedrohungslage beabsichtigen 63% der Führungskräfte, eine Versicherung gegen KI-Risiken abzuschließen. Die Geneva Association beziffert die bestehende Cyber-Schutzlücke derweil auf rund 90%.

