SAP, Oracle und AWS liefern neue Werkzeuge, um veraltete Daten endlich KI-fit zu machen.
Die großen Technologiekonzerne und Softwareanbieter haben diese Woche eine Reihe von Updates vorgestellt, die darauf abzielen, Daten aus veralteten Spreadsheets und Mainframes in KI-fähige Umgebungen zu überführen. Die Ankündigungen zwischen dem 28. und 29. Juli 2026 zeigen einen branchenweiten Vorstoß hin zu sogenannten agentischen KI-Systemen, die deutlich komplexere Datenstrukturen benötigen als traditionelle flache Dateien.
Modernisierung von Mainframes und Tabellenkalkulationen
Oracle erweiterte seine Datenbankfähigkeiten am 28. Juli 2026 mit der Veröffentlichung von Oracle AI Database 26ai. Das Update zielt speziell auf die Neuausrichtung von Mainframes ab, indem es EBCDIC-Client-Zeichensätze und binäre Kollationen hinzufügt, die mit IBM-Systemen kompatibel sind. Dies soll die Migration von Legacy-Mainframe-Daten zu lokalen oder cloudbasierten autonomen Datenbanken vereinfachen.
Der Abschied von manuellen Tabellenkalkulationen vollzieht sich auch auf individueller und Unternehmensebene. Berichte vom 29. Juli 2026 zeigen, dass langjährige Spreadsheet-Nutzer zunehmend auf PostgreSQL umsteigen, sobald die Datenmengen unüberschaubar werden. SAP hat eine Migrationstoolchain beworben, die die Kosten um bis zu 30 Prozent senken soll. Das Unternehmen plant, bis zum dritten Quartal 2026 rund 50 KI-Assistenten und bis Jahresende mehr als 400 autonome Agenten einzusetzen.
Effizienzgewinne werden auch in spezialisierten Sektoren erzielt. So gab KT am 29. Juli 2026 den Abschluss eines massiven Datenintegrationsprojekts für Amorepacific bekannt, bei dem 70 Jahre Forschungs- und Entwicklungsdaten in einer einzigen KI-nativen Plattform zusammengeführt wurden.
Agentische KI und spezialisierte Finanz-Workflows
Ein bedeutender Teil der Neuveröffentlichungen konzentriert sich auf „agentische“ Finanzoperationen, bei denen KI-Agenten komplexe Aufgaben mit minimalem menschlichem Eingriff ausführen. Am 29. Juli 2026 brachten mehrere Unternehmen spezialisierte Tools auf den Markt:
- BlackLine stellte Verity Prepare vor, ein Multi-Agenten-System, das die Kontenabstimmung automatisiert. Frühe Anwender berichten von einer Reduzierung der manuellen Vorbereitungszeit um bis zu 92 Prozent.
- Workiva lancierte drei spezialisierte Agenten für Konsistenzprüfungen, Benchmarking von Vergleichsanmeldungen und Nachhaltigkeitsberichterstattung. Unterstützt werden diese durch eine neue persistente Intelligenzschicht namens Workiva Knowledge.
- Vena Solutions gab die Übernahme von Morpheo AI bekannt, um seine kontextuelle Engine zu verbessern und Entscheidungsverzögerungen zu reduzieren.
- Monk veröffentlichte Cash Forecast 2.0, das einen KI-Agenten nutzt, um den Großteil des Forderungsmanagements ohne menschliches Zutun abzuwickeln.
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Integration und Vektor-Suchfunktionen
Datenmanagement-Anbieter liefern sich ein Rennen um den Kontext, den KI-Agenten für genaue Ergebnisse benötigen. Am 28. Juli 2026 fügte AWS native Vektorsuche zu DynamoDB hinzu. Entwickler können damit KI-Anwendungen ohne separate Vektordatenbank erstellen – was sowohl Latenz als auch Betriebskosten senken soll.
Gleichzeitig erreichten SAP und Google Cloud am 28. Juli 2026 die allgemeine Verfügbarkeit ihrer Business Data Cloud Connect for BigQuery. Diese Partnerschaft ermöglicht einen bidirektionalen Datenzugriff ohne Kopiervorgänge, sodass KI-Agenten plattformübergreifend arbeiten können. Im Industriesektor machte TDengine seine KI-native Datenplattform ab dem 28. Juli 2026 für bis zu 5.000 Tags kostenlos verfügbar.
Renditeerwartungen und Compliance-Herausforderungen
Trotz des rasanten Rollouts neuer Tools fordern Unternehmensführer zunehmend Belege für finanzielle Renditen. Eine von Basware in Auftrag gegebene Forrester-Studie vom 29. Juli 2026 ergab: Während 76 Prozent der Finanzverantwortlichen ihre KI-Investitionen erhöhen wollen, verlangen 68 Prozent einen nachweisbaren Return on Investment, bevor sie weitere Budgets freigeben. Nur sieben Prozent der Führungskräfte erwarten eine Amortisation von KI-Projekten innerhalb von sechs Monaten.
Der Einsatz von KI-Systemen in Unternehmen ist seit August 2024 durch die neue EU-Verordnung streng reguliert. Damit Ihre Compliance-Abteilung bei der Modernisierung Ihrer Datenumgebungen rechtlich auf der sicheren Seite bleibt, bietet dieser Report einen praxisnahen Überblick. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern
Ein weiteres Hindernis bleibt die Datenintegrität in stark regulierten Branchen. Eine Analyse der FDA-Korrespondenz von 2018 bis 2025 zeigte, dass zwischen zwei und 2,5 Prozent der vollständigen Antwortschreiben Probleme mit Audit-Trails und Systemvalidierung betrafen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Risiken bei der Migration von Spreadsheet-zu-System-Umgebungen.
Branchenanalysten sehen einen massiven Wandel in der Akzeptanz. Ein Bericht von Databricks aus dem year 2026 verzeichnete einen Anstieg der Nutzung von Multi-Agenten-Systemen um 327 Prozent. Deloitte prognostiziert, dass etwa die Hälfte aller Organisationen bis Mitte 2026 40 Prozent ihrer KI-Projekte in den Produktivbetrieb überführen wird.

