Die Schäden gehen in die Millionen.
KI-Deepfakes täuschen Anleger weltweit
Die australische Finanzaufsicht ASIC schlägt Alarm: Immer mehr Betrüger nutzen künstliche Intelligenz, um täuschend echte Videoaufnahmen von bekannten Finanzpersönlichkeiten zu erstellen. Die Täter verbreiten diese Deepfakes über soziale Medien und Messaging-Dienste, um für bestimmte Aktien zu werben – mit verheerenden Folgen.
Allein in zwei Wochen verloren 16 australische Anleger geschätzte 2,7 Millionen Euro durch diese Masche. Die Kriminellen treiben die Kurse durch gefälschte Empfehlungen in die Höhe, verkaufen dann ihre eigenen Anteile und lassen den Aktienwert zusammenbrechen – ein klassisches „Pump-and-Dump“-Schema, nur mit KI-Unterstützung. Insgesamt summierten sich die Verluste durch Betrug in Australien im Jahr 2025 auf umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro.
Ähnliche Fälle gibt es aus Indien und Kanada. Das indische Cyber Crime Coordination Centre warnte vor gefälschten Investmentanzeigen auf Facebook und Instagram, die KI-generierte Videos des Premierministers und anderer Minister nutzen. In der kanadischen Provinz Ontario verlor eine 86-jährige Frau fast eine Million Euro, nachdem sie auf ein Deepfake-Video einer prominenten Politikerin hereingefallen war, das für eine betrügerische Kryptoplattform warb.
Paketdienst-Phishing: Die kleine Gebühr mit großer Wirkung
Nicht nur Prominente werden imitiert. Die Polizei von Singapur meldet eine neue Welle von Phishing-Angriffen, die sich als Paketdienste tarnen. Seit dem 24. Juni 2026 sind mindestens 43 Opfer bekannt, die auf gefälschte Nachrichten von „J&T Express“ oder „Ninja Van“ hereinfielen. Der Schaden übersteigt umgerechnet 180.000 Euro.
Die Masche ist perfide: Die Opfer erhalten E-Mails oder SMS mit der Aufforderung, eine geringe „Nachgebühr“ von umgerechnet 4 Cent bis 1,10 Euro zu zahlen. Auf gefälschten Webseiten geben sie dann ihre Kreditkartendaten ein – und die Täter räumen die Konten leer.
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In Australien warnt die Polizei des Bundesstaates Victoria vor ähnlichen Betrugsmaschen, die sich als Steuerbehörde ATO oder das Online-Portal myGov ausgeben. Im vergangenen Jahr gab es dort fast 1.000 Meldungen über Steuerbetrug mit Verlusten von rund 280.000 Euro.
Falsche Bankmitarbeiter klingeln an der Haustür
Besonders dreist: Kriminelle geben sich nicht mehr nur am Telefon oder online als Bankangestellte aus, sondern klingeln persönlich bei ihren Opfern. Die US-Bank Relyance Bank aus Arkansas meldet einen deutlichen Anstieg von Identitätsbetrug, darunter seltene Fälle, bei denen Täter die Häuser ihrer Kunden aufsuchten.
In mindestens zwei Fällen gaben sich Unbekannte als Bankmitarbeiter aus und überredeten die Bewohner, Bargeld oder Bankkarten herauszugeben. Einige Verluste erreichten umgerechnet 50.000 Euro. Allein in Arkansas haben in diesem Jahr bereits 250 Opfer insgesamt umgerechnet 7,3 Millionen Euro durch verschiedene Betrugsmaschen verloren.
Neue Masche: Gefälschte Dienstausweise als Vertrauensbeweis
Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC warnt vor einer weiteren perfiden Taktik: Betrüger schicken ihren Opfern Fotos von gefälschten Mitarbeiterausweisen per SMS oder WhatsApp, um ihre angebliche Identität zu beweisen. Sie versprechen, bei der Rückholung verlorener Gelder zu helfen – und verlangen stattdessen Überweisungen.
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Die FTC stellt klar: Echte Behördenmitarbeiter verschicken keine Fotos ihrer Dienstausweise und nehmen auch keinen unaufgeforderten Kontakt über Messaging-Dienste auf, um Geldtransfers zu verlangen.
Auch das indische Ministerium für Unternehmensangelegenheiten und der Finanzdienstleister Orange Money in Sierra Leone haben inzwischen klargestellt, dass sie WhatsApp oder persönliche Telefonate für offizielle Angelegenheiten oder Geldtransfer-Prüfungen nicht nutzen. Die Aufsichtsbehörden appellieren an die Öffentlichkeit, alle Anfragen nach sensiblen Daten grundsätzlich über die offiziellen Webseiten der Behörden oder Unternehmen zu verifizieren.

