KI-Design-Boom: Claude Design und Grok greifen PowerPoint an

Microsoft integriert das Flux.2 Flex-Modell in PowerPoint. Nutzer erstellen Grafiken und Icons direkt in der Präsentationssoftware.

Microsoft rüstet seine Präsentationssoftware mit einer neuen KI-Bildgenerierung auf. Der Copilot-Assistent in PowerPoint nutzt künftig das Flux.2 Flex-Modell.

Ab sofort können Nutzer direkt in PowerPoint thematische Grafiken erstellen – inklusive Icons mit transparentem Hintergrund. Die Integration des Flux.2 Flex-Modells ermöglicht es, visuelle Inhalte ohne Umwege über externe Bildbearbeitungsprogramme zu generieren. Ein Schritt, der vor allem für Unternehmen interessant ist, die regelmäßig Präsentationen erstellen.

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Claude Design: Anthropic greift an

Nur zwei Tage zuvor, am 20. Juni, betrat ein neuer Konkurrent die Bühne der Präsentationsgestaltung. Anthropic veröffentlichte Claude Design – zunächst als Research Preview für Abonnenten der Tarife Pro, Max, Team und Enterprise. Das Tool nutzt das Claude Opus 4.7-Modell und erlaubt die Erstellung von Prototypen, Wireframes und Marketingmaterialien.

Besonders für Unternehmen dürfte eine Funktion entscheidend sein: Claude Design kann bestehende Designsysteme aus GitHub oder hochgeladene Assets importieren. So bleibt die generierte Inhalte stets im Rahmen der eigenen Markenrichtlinien. Die Plattform unterstützt den Import von DOCX- und PPTX-Dateien und exportiert direkt nach PowerPoint, Canva und PDF. Anthropic wagt damit den Schritt von der Text-KI in die visuelle Gestaltung.

Grok kommt ins Microsoft-Universum

Am 18. Juni startete xAI die Integration seines KI-Assistenten Grok in Microsoft 365. Die Plugins für PowerPoint, Word und Excel greifen auf Echtzeitdaten der Plattform X zu und unterstützen bei der Texterstellung und beim Folienaufbau. Der vollständige Rollout ist für das Frühjahr 2026 geplant, erste Zugänge erhalten Abonnenten des Premium-Tarifs SuperGrok Heavy.

Vom Folien-Set zum fertigen Video

Einen Schritt weiter geht der Anbieter Pictory. Seit dem 21. Juni wandelt die Plattform PowerPoint-Präsentationen automatisch in vertonte, gebrandete Videos um. Die Zielgruppe: Marketingabteilungen, Personalentwicklung und Onboarding-Teams. Text-to-Speech-Technologie und Bildgenerierungsmodelle verwandeln statische Folien in professionelle Videoclips.

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Adobe setzt auf KI-Assistenten

Auch Adobe rüstet auf. Der Firefly Creative Agent erweitert die Creative-Cloud-Anwendungen Photoshop, Illustrator und InDesign. Seit dem 18. Juni in der öffentlichen Beta, erlaubt die KI komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe per Sprachbefehl.

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 75 Prozent der Kreativen sehen KI laut Adobe-internen Studien als unverzichtbar für ihre Arbeit an. Gleichzeitig sind 85 Prozent der Meinung, dass finale kreative Entscheidungen beim Menschen bleiben sollten. Adobe betont daher, dass die Firefly-Modelle ausschließlich mit lizenzierten Inhalten trainiert wurden – ein klares Signal an Unternehmen, die urheberrechtliche Bedenken haben.

Sicherheit und Kosten im Fokus

Microsoft verändert derweil die Auslieferung seiner KI-Tools in Unternehmen. Zwischen Mitte Juni und Mitte Juli 2026 wird die Microsoft 365 Copilot-App automatisch auf berechtigten Windows-11-Geräten installiert. Administratoren können die Installation jedoch unterbinden.

Um die Kosten im Griff zu behalten, plant Microsoft den Einsatz von optimierten DeepSeek-Modellen in seinen KI-Diensten. Ein nutzungsbasiertes Preismodell soll im Juni 2026 eingeführt werden. Interne Schätzungen gehen davon aus, dass der Eigenbetrieb dieser Modelle die Betriebskosten um 60 bis 80 Prozent senken könnte.

Für datenschutzbewusste Organisationen gibt es gute Nachrichten: Ab Juli 2026 können Unternehmen Sensitivity Labels nutzen, um Copilot von der Verarbeitung vertraulicher Dateien auszuschließen. Der Schutz gilt für die gesamte Office-Suite – PowerPoint, Word, Excel und Outlook.