Der Technologie-Sektor erlebt eine Welle von Arbeitskonflikten.
Altman stellt Konzern-Erzählungen in Frage
Der Chef von OpenAI, Sam Altman, hat am Samstag eine klare Ansage gemacht. Viele große Konzerne würden den Wandel hin zur künstlichen Intelligenz als Vorwand für Personalabbau nutzen – obwohl diese Streichungen auch ohne technologische Umbrüche stattgefunden hätten. Altman äußerte sich bei einem Briefing am 18. Juli und nannte Amazon, IBM, Salesforce und HP als Beispiele.
Zwar räumte Altman ein, dass KI langfristig bestimmte Arbeitsplätze ersetzen werde. Die aktuellen Entlassungen hätten jedoch oft nichts mit den tatsächlichen Fähigkeiten der Technologie zu tun. „Rund die Hälfte aller Jobs erfährt alle 75 Jahre einen grundlegenden Wandel“, so Altman. Er prognostiziert, dass die KI-Revolution auch völlig neue Beschäftigungsfelder schaffen werde.
OpenAI selbst hat zuletzt eine Bewertung von umgerechnet rund 780 Milliarden Euro erreicht und mehr als 92 Milliarden Euro an Finanzmitteln eingesammelt – von Investoren wie Amazon, SoftBank, Nvidia und Microsoft. Erst kürzlich führte das Unternehmen Werbung auf seiner ChatGPT-Plattform ein.
Meta-Entlassungen trotz KI-Diskriminierungsvorwürfen
Die Debatte um KI-bedingte Kündigungen erreichte am Samstag einen neuen Höhepunkt. Der Bundesrichter William Orrick lehnte es ab, eine geplante Entlassungswelle bei Meta zu stoppen. 26 Mitarbeiter hatten eine einstweilige Verfügung beantragt. Sie werfen dem Konzern vor, dass KI-gestützte Leistungsbewertungstools diskriminierend wirken – insbesondere gegen Beschäftigte, die medizinische Auszeiten oder Familienurlaub genommen hatten.
Die Kläger behaupten, Meta setze KI-Systeme ein, um die Produktivität anhand von Tastenanschlägen zu messen. Die Software berücksichtige jedoch keine genehmigten Abwesenheiten. Der Richter räumte ein, dass die Klage ernste Fragen zur Methodik der Kündigungen aufwerfe. Allerdings hätten die Kläger keinen unwiderruflichen Schaden nachgewiesen, der einen Stopp rechtfertigen würde.
Wenn Entlassungswellen drohen, ist die rechtssichere Gestaltung von Aufhebungsverträgen für beide Seiten entscheidend, um langwierige Prozesse zu verhindern. Dieser kostenlose Ratgeber bietet fertige Musterformulierungen, mit denen Sie Arbeitsverhältnisse einvernehmlich und ohne teure Fehler beenden können. Gratis-E-Book mit Muster-Aufhebungsverträgen sichern
Die Entlassungen sollen nun am 22. Juli stattfinden. Die Diskriminierungsvorwürfe werden in einem Schiedsverfahren geprüft. Bereits im Mai 2026 hatte Meta rund 8.000 Stellen gestrichen – etwa zehn Prozent seiner weltweiten Belegschaft.
Google-Mitarbeiter fordern Job-Garantien
Auch bei Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, brodelt es. Mehr als 4.500 Beschäftigte übergaben am Samstag eine Petition an CEO Sundar Pichai. Sie fordern stärkere Schutzmaßnahmen gegen Entlassungen. Die Gewerkschaft Alphabet Workers Union argumentiert, dass der Börsenwert des Konzerns – zwischen 3,7 und 4 Billionen Euro – Kündigungen unnötig mache.
Die Mitarbeiter verlangen garantierte Abfindungspakete, ein Ende von quotenbasierten Leistungsbewertungen und die Pflicht, vor betriebsbedingten Kündigungen zunächst freiwillige Abfindungen anzubieten. Vor Pichais Büro kam es zu Protesten. Die Beschäftigten zeigten sich frustriert über die jüngsten Kürzungen in der Google-Cloud-Sparte – während der Konzern gleichzeitig Milliarden in KI-Infrastruktur pumpt.
Branche schrumpft – Investitionen explodieren
Der Trend zum Personalabbau ist weltweit zu beobachten. In Indien meldeten große IT-Dienstleister wie TCS, Wipro, HCL und Tech Mahindra steigende Umsätze bei gleichzeitig sinkenden Mitarbeiterzahlen. TCS beschäftigt aktuell 593.000 Menschen – vor einem Jahr waren es noch 613.000. Wipro hat Berichten zufolge die Einstellung neuer Ingenieursabsolventen gestoppt.
Bei massiven Stellenstreichungen müssen Betriebsräte ihre Mitbestimmungsrechte genau kennen, um faire Bedingungen für die betroffene Belegschaft auszuhandeln. Ein kostenloser Leitfaden unterstützt Arbeitnehmervertreter mit Mustervorlagen für Sozialpläne und Punkteschemata bei betriebsbedingten Kündigungen. Kostenlosen Ratgeber für Sozialpläne herunterladen
Laut einer Studie der Beratungsfirma Challenger, Gray & Christmas wurden 2026 bereits 101.743 KI-bedingte Stellenstreichungen angekündigt. Zu den größten Wellen zählen:
- Oracle: 21.000 Stellen
- Citi: 20.000 Stellen
- Amazon: 16.000 Stellen im Verwaltungsbereich
- British American Tobacco: 9.000 Stellen
- Salesforce: 4.000 Stellen
Während die Unternehmen Personal abbauen, steigen die Investitionen in KI massiv. Google, Amazon, Microsoft und Meta werden 2026 voraussichtlich mehr als 650 Milliarden Euro für KI-Rechenzentren ausgeben. Das treibt die Preise für Speicherchips in die Höhe und belastet regionale Stromnetze. In diesem Wettbewerb drängen neue Konkurrenten auf den Markt – darunter Moonshot AI, das kürzlich sein Kimi K3-Modell mit 2,8 Billionen Parametern vorstellte.

