KI-Enttäuschung: 95% Unternehmen sehen keinen Return on Investment

Sridhar Vembu sieht keine neuen IT-Stellen durch KI-Investitionen. Studien belegen fehlende Renditen und wachsende Skepsis bei Beschäftigten.

Der Gründer des Softwareunternehmens Zoho, Sridhar Vembu, hat eine deutliche Warnung bezüglich der künftigen Personalentwicklung in der IT-Branche ausgesprochen. In einer Stellungnahme auf dem Kurznachrichtendienst X erklärte Vembu, dass der Sektor – Zoho eingeschlossen – derzeit keine neuen Arbeitsplätze schaffe. Grund hierfür sei eine massive Umleitung von Finanzmitteln in den Aufbau von Infrastrukturen für Künstliche Intelligenz (KI).

Umbruch in der Softwareökonomie und soziale Folgen

Nach Einschätzung von Vembu verändert die Integration von KI die grundlegende Ökonomie der Softwareindustrie und schränkt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen drastisch ein. Dies stelle insbesondere für Indien eine enorme Herausforderung dar, da das Land dringend neue Arbeitsplätze für seine junge Bevölkerung generieren müsse. Vembu äußerte sich in diesem Zusammenhang kritisch zu der Frage, ob die durch KI versprochenen Produktivitätsgewinne tatsächlich zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum führen werden. Angesichts dieser Entwicklung brachte er das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens als eine mögliche gesellschaftliche Lösung ins Gespräch. Diese Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund einer anhaltenden Welle von Entlassungen in der gesamten Technologiebranche.

Skepsis hinsichtlich Produktivität und Rentabilität

Während Unternehmen massiv in KI investieren, mehren sich die Zweifel am unmittelbaren Nutzen. Laut Untersuchungen des MIT Media Lab können derzeit 95 % der Organisationen keinen messbaren Return on Investment (ROI) aus ihren KI-Investitionen vorweisen. Eine im März 2026 durchgeführte Umfrage unter 2.500 Wissensarbeitern durch Adaptavist unterstreicht die wachsende Ernüchterung: 65 % der Befragten blicken nostalgisch auf die Zeit vor der Einführung von KI zurück. Zudem geben 42 % an, mehr Zeit für die Überprüfung von KI-generierten Ergebnissen aufwenden zu müssen, während fast die Hälfte der Befragten berichtet, dass qualitativ schlechte KI-Anwendungen Projekte eher verlangsamen. Rund 53 % der US-Arbeiter räumten ein, sogenannte „workslop“ – also qualitativ minderwertige, KI-gestützte Arbeit – abzuliefern.

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Strukturwandel im Rechtsmarkt und Effizienzziele

In spezifischen Sektoren wie der Rechtsberatung zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Analysen von PwC zeigen, dass 80 % der juristischen Tätigkeiten weiterhin auf erhebliche Barrieren für eine vollständige Automatisierung stoßen. Dennoch wird erwartet, dass KI etwa 10 % des britischen Rechtsmarktes übernehmen könnte, was einem Volumen von 6 Milliarden Britischen Pfund entspricht. Für das Jahr 2026 prognostizieren Kanzleien Effizienzgewinne von 16 % der abrechenbaren Stunden, im Vergleich zu 11 % im Vorjahr. Gleichzeitig wächst die Sorge: 53 % der Kanzleien befürchten eine sinkende Nachfrage durch Automatisierung, und 73 % sehen sich in einem technologischen Wettrüsten gefangen.

Entstehung eines gespaltenen Arbeitsmarktes

Daten von PwC deuten auf die Entstehung eines zweigeteilten Arbeitsmarktes hin. Während Stellen in sogenannten „professionalisierten“ Rollen doppelt so schnell wachsen und ein um 42 % höheres Gehaltswachstum aufweisen als weniger spezialisierte Positionen, zeigt sich bei KI-exponierten Unternehmen insgesamt ein dynamischeres Bild. Diese verzeichnen ein Personalwachstum von 52 % im Vergleich zu 36 % bei nicht-exponierten Firmen. Die Gehaltsunterschiede sind eklatant: In den USA verdienen KI-Verantwortliche laut Heidrick & Struggles eine Gesamtvergütung von durchschnittlich etwa 878.000 US-Dollar, während ihre Kollegen im Vereinigten Königreich auf rund 583.000 US-Dollar kommen. Diese Differenz von rund 295.000 US-Dollar führt verstärkt zur Abwanderung von Talenten aus Großbritannien in die USA, Kanada oder die Vereinigten Arabischen Emirate.

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Kostenkontrolle und Modelloptimierung

Angesichts der hohen Betriebskosten rückt die Effizienz der Modelle in den Fokus. EY berichtet, dass durch den Einsatz spezieller KI-Router der Token-Verbrauch in einigen Abteilungen seit April 2026 um 60 % gesenkt werden konnte. Dies entspricht dem Bedürfnis von 82 % der Führungskräfte, die besorgt über die Kosten der Token-Nutzung sind. Der CEO von Oumi AI kritisierte zudem den Einsatz teurer „Frontier-Modelle“ für einfache Nischenaufgaben als irrational und ineffizient. Während die Zahl der Unternehmensgründungen laut US Census Bureau im Juni 2026 mit über 531.000 Anträgen einen Höchststand erreichte, sinkt gleichzeitig die Zahl der Neugründungen, die unmittelbar mit einem Lohnstart für Angestellte planen.