Ein neues Bündnis will Unternehmen und Behörden den Zugang zu teuren Grafikprozessoren erleichtern – über private Netzwerke statt über das öffentliche Internet.
Sydney/Melbourne – Activeport Group und FirstWave Cloud Technology haben am Mittwoch eine Partnerschaft bekannt gegeben. Gemeinsam bringen sie ein sogenanntes KI-Gateway auf den Markt. Es soll Firmen und Regierungsorganisationen einen sicheren Zugang zu GPU-Rechenressourcen ermöglichen. Die Technologie verbindet rechenintensive KI-Workloads mit der dafür nötigen Spezialhardware – und das über Carrier-Grade-Netzwerke, also Netzwerke in Telekommunikationsqualität.
Infrastruktur für die KI-Industrie
Im Zentrum der Kooperation steht ein Gateway, das sichere Verbindungen zur GPU-Infrastruktur herstellt. Die Unternehmen haben zudem eine Absichtserklärung mit einem nicht näher genannten australischen Neocloud-Betreiber unterzeichnet. Dieser soll die benötigte GPU-Hardware bereitstellen.
Der Dienst richtet sich an staatliche und gewerbliche Kunden. Sie können künftig auf leistungsstarke Rechner zugreifen, ohne auf öffentliche Internetverbindungen angewiesen zu sein. Stattdessen nutzen sie private Carrier-Grade-Netzwerke.
Die finanziellen Details: Activeport erhält sechs Prozent der Einnahmen aus dem GPU-Verbrauch. Hinzu kommen wiederkehrende Port-Gebühren von bis zu 2.250 Euro pro Monat und Kunde sowie variable Transitgebühren.
Der Markt für solche Dienste wächst rasant. Laut Marktforschern von Mordor Intelligence ist der globale Neocloud-Markt 2026 rund 35 Milliarden Euro schwer. Bis 2031 könnte er auf 236 Milliarden Euro anwachsen – ein jährliches Wachstum von 46 Prozent.
Open Source für KI-Datenverkehr
Wer sensible KI-Workloads steuert, kann sich unsichere Internetverbindungen nicht leisten. Der neue Report zeigt, wie Behörden mit privaten Carrier-Grade-Netzwerken GPU-Zugang absichern – inklusive Checkliste und Kostenvergleich. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Die Ankündigung folgt auf die Veröffentlichung von Envoy AI Gateway v1.0. Diese Software erreichte am Dienstag den produktionsreifen Status. Das Projekt basiert auf dem Envoy Gateway der Cloud Native Computing Foundation und gilt als erster Open-Source-Standard für die Verwaltung von KI-Datenverkehr in Unternehmen.
Zu den Unterstützern zählen Bloomberg, Nutanix und Tetrate. Das Gateway bietet eine einheitliche API für verschiedene große KI-Anbieter. Es ermöglicht token-bewusstes Traffic-Management und zentrale Verwaltung von Zugangsdaten. Bloomberg setzt die Technologie bereits in der Produktion ein, um Routing und Überwachung seiner KI-Workloads zu steuern.
Auch andere Entwickler erweitern das Open-Source-Ökosystem. Am Dienstag brachte Upbound Modelplane auf den Markt – eine offene Steuerungsebene für KI-Inferenz-Flotten. Die Software bietet Funktionen wie modellweites Scheduling, automatische Skalierung und Lebenszyklus-Management unter der Apache-2.0-Lizenz.
Hardware-Upgrades und Governance
Der Drang nach besserem KI-Zugang fällt mit bedeutenden Hardware-Upgrades zusammen. NVIDIA und AWS stellten am Dienstag die EC2 G7-Instanzen vor. Sie nutzen NVIDIA RTX PRO 4500 Blackwell GPUs. Die neuen Instanzen bieten laut Hersteller eine bis zu 4,6-fach höhere KI-Inferenzleistung als die Vorgängermodelle.
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AWS hat zudem den NVIDIA Exemplar Cloud Status für GB300-Training erreicht. Der Konzern will im Laufe des Jahres 2026 weltweit mehr als eine Million NVIDIA-GPUs einsetzen. Neue Software-Tools wie die GPU-beschleunigte Vektorsuche in Amazon OpenSearch Serverless sollen Indexierungsgeschwindigkeiten verbessern und Kosten senken.
Auf der Governance-Seite führte Vercel am Mittwoch neue Frameworks für KI-Agenten-Sicherheit ein. Dazu gehören „eve“ , ein Open-Source-Framework für KI-Agenten, und „Passport“ , eine Identitätsschicht für die Anbindung an bestehende Systeme wie Okta und Microsoft Entra. Diese Werkzeuge spiegeln einen breiteren Trend wider: Unternehmen wollen strengere Kontrolle und Souveränität über ihre Daten und Modelle – ein Thema, das in der Branche intensiv diskutiert wird.

