KI-Geopolitik: USA drohen 35 Staaten mit Ausschluss aus Pax Silica

Washington droht Partnern mit Pax-Silica-Ausschluss bei Beitritt zur chinesischen KI-Initiative. Kasachstan als Doppelmitglied im Fokus.

Das US-Außenministerium erhöht den diplomatischen Druck auf internationale Partner im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Berichten von Nachrichtenagenturen zufolge bereitet die Behörde einen Briefentwurf an 35 Staaten vor, der diese vor einer Kooperation mit der von China initiierten World AI Cooperation Organization (WAICO) warnt.

Im Kern der Botschaft steht die Drohung, dass ein Beitritt zur chinesischen Initiative den Ausschluss aus dem US-geführten Bündnis Pax Silica zur Folge haben könnte.

Der Adressatenkreis des Schreibens umfasst jene Nationen, die im Juni dieses Jahres das Joint Statement on AI Opportunity Partnership unterzeichnet haben. Dazu gehören unter anderem technologisch führende Staaten wie Südkorea, Japan und Australien.

In dem Entwurf, der China selbst nicht namentlich nennt, heiße es, dass eine gleichzeitige Zugehörigkeit zu beiden Blöcken nicht möglich sei. Wer versuche, Teil jeder Initiative zu sein, sei letztlich Teil von nichts. Eine parallele Teilnahme an beiden Organisationen sei mit den Erwartungen der Vereinigten Staaten nicht vereinbar.

Konkurrierende Blöcke in der globalen KI-Architektur

Die geopolitische Trennung im Sektor der Künstlichen Intelligenz manifestiert sich zunehmend in zwei konkurrierenden Blöcken. Die US-geführte Pax Silica wurde am 12. Dezember 2025 ins Leben gerufen. Zu den Gründungspartnern dieser Allianz zählen Japan, Südkorea, Singapur, Großbritannien und Australien. Insgesamt umfasst die Gruppe derzeit rund 24 Mitglieder.

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Demgegenüber steht die World AI Cooperation Organization (WAICO), die am 16. Juli 2026 von Xi Jinping gestartet wurde. Diese Organisation zählt 29 Gründungsmitglieder, zu denen neben China auch Brasilien, Russland und Südafrika gehören. Das US-Außenministerium signalisiert mit dem aktuellen Vorstoß, dass die technologische Zusammenarbeit innerhalb der Pax Silica an eine exklusive Ausrichtung geknüpft ist.

Sonderfall Kasachstan und strategischer Hintergrund

Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Zusammenhang Kasachstan. Das zentralasiatische Land ist gegenwärtig der einzige Staat, der sowohl der Pax Silica als auch der WAICO angehört. Der nun bekannt gewordene Briefentwurf macht deutlich, dass dieser Zustand aus Sicht Washingtons nicht tragbar ist und ein Verbleib in der US-geführten Initiative bei einer fortgesetzten WAICO-Mitgliedschaft ausgeschlossen scheint.

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Diese diplomatische Offensive erfolgt vor dem Hintergrund langjähriger technologisch-politischer Spannungen. Bereits seit 2018 bestehen US-Exportkontrollen für Hochleistungsrechner, die im Jahr 2025 nochmals verschärft wurden. Die Kontrolle über KI-Infrastruktur und die Setzung globaler Standards wird damit zunehmend zum Schauplatz eines systemischen Wettbewerbs zwischen den USA und China.

Erste Berichte über die Vorbereitung des Warnschreibens wurden am 14. August 2026 veröffentlicht. Eine offizielle Stellungnahme der betroffenen Partnerstaaten zu dem angedrohten Ausschluss aus der Pax Silica steht noch aus.