KI-Governance: Fünf neue Plattformen für Compliance und Kontrolle

Moji Inc. stellt eine Cloud-Plattform zur Dokumentation und Steuerung generativer KI vor. Der Markt für KI-Governance-Lösungen wächst rasant.

Die japanische Firma Moji Inc. hat heute einen cloudbasierten Dienst vorgestellt, der Unternehmen dabei helfen soll, den Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz zu dokumentieren und zu kontrollieren. Die „AI Utilization Evaluation Cloud“ kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach strukturierten Governance-Lösungen für KI-Tools rasant steigt.

Browser-Erweiterungen erfassen KI-Nutzung

Die neue Plattform zentralisiert die Verwaltung gängiger KI-Dienste wie ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity und Microsoft Copilot. Über Browser-Erweiterungen für Chrome und Edge sammelt das System Nutzungsdaten – darunter aktive Zeiten, Zeichenanzahlen und Dateianhänge.

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Das Tool erstellt automatisch ein KI-Nutzungsregister. Unternehmen können Dienste kategorisieren – von „erlaubt“ bis „verboten“. Ziel ist es, Risiken durch sensible Daten frühzeitig zu erkennen und prüffähige Berichte zu erstellen.

Welle neuer Sicherheitslösungen

Parallel zu Moji haben weitere Anbieter am heutigen Dienstag neue Dienste auf den Markt gebracht. Cybanetix präsentierte einen „Managed AI Service“, der Nutzerverhalten, Governance und eingebettete KI abdeckt. Die Lösung kombiniert Technologien von NOMA, SentinelOne, Microsoft und Exabeam – unterstützt von einem rund um die Uhr besetzten Sicherheitszentrum mit einer Reaktionszeit von unter 15 Minuten.

Oracle steigt mit „Veritas“ in den Markt ein. Das Framework standardisiert die Bewertung großer Sprachmodelle in vier Phasen: Transformation, Generierung, Bewertung und Zusammenfassung. Über 150 Testsuiten und 50 Modellbewertungsberichte sollen fragmentierte Prüfprozesse ersetzen.

JupiterOne wiederum kündigte „Continuous Controls Monitoring“ an. Das Tool testet Compliance-Kontrollen in Echtzeit gegen Live-Daten in Cloud- und Hybrid-Umgebungen. Es nutzt ein grafenbasiertes Datenmodell mit über 200 Integrationen und erlaubt Abfragen in natürlicher Sprache.

Agenten-Prüfung und Kostenkontrolle

Workday stellte „Agent Passport“ vor – ein Werkzeug zur Überprüfung von KI-Agenten auf Risiken wie Prompt-Injection, Jailbreaking und Datenlecks. Die Tests führen zunächst Sicherheitspartner durch, beginnend mit Cisco. Der frühe Zugang ist für das dritte Quartal geplant, die allgemeine Verfügbarkeit bis Jahresende.

Im Finanzbereich launchte Harness eine Plattform zur Verfolgung von KI-Ausgaben. Mit „AI DLC Insights“ lassen sich Token-Verbrauch und Ergebnisse in der Softwareentwicklung überwachen. Die Lösung bündelt Ausgaben über Anbieter wie OpenAI, Anthropic und Google Vertex AI.

Im Kundenservice führte Gryphon AI ein Reifegradmodell für Kommunikations-Governance ein. Das Unternehmen verweist auf Daten der US-Handelsbehörde FTC: Die Kundenbeschwerden stiegen von 2,1 Millionen im Geschäftsjahr 2024 auf 2,6 Millionen im Jahr 2025.

Industrie und regionale Märkte

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Siemens kündigte gestern „Intelligence Center X“ an. Die Software kombiniert die Low-Code-Plattform Mendix mit KI- und Grafikstudios, um industrielle KI von isolierten Experimenten in die skalierbare Produktion zu überführen. Erste Anwender berichten von deutlichen Effizienzgewinnen: Bei Axiz sank der manuelle Aufwand um 95 Prozent, bei Vivix lösten sich Produktionsprobleme 85 Prozent schneller.

Für den australischen Markt brachte Orca Opti den kostenlosen Governance-Assistenten „Opti Assist Free“ heraus. Das Tool führt Gap-Analysen gegen Frameworks wie ISO 27001 und die „Essential Eight“-Sicherheitskontrollen durch. Es läuft auf australischer Infrastruktur und trainiert nicht mit Kundendaten – ein wichtiger Punkt für die lokale Datensouveränität.

Bereits Anfang der Woche veröffentlichten Sicherheitsexperten von Sequentur einen Leitfaden zur Bewertung von KI-Tools. Die sechs Punkte umfassende Checkliste konzentriert sich auf Datenstandorte, Trainingsrichtlinien und die Integration in bestehende Identitäts- und Zugriffsmanagementsysteme.