Der Chipkonzern NVIDIA und der Technologiekonzern Coherent erweitern ihre Produktion für KI-Bauteile in Sherman, Texas. Das Gemeinschaftsprojekt soll die steigende Nachfrage nach optischen Verbindungen in Rechenzentren decken.
Am 16. Juni 2024 fand der feierliche Spatenstich für die Erweiterung der Fertigungsanlage statt. Im Fokus steht die Produktion von Indiumphosphid-Wafern (InP) mit sechs Zoll Durchmesser sowie dazugehörigen Lasern. Diese photonischen Komponenten werden für KI-Hardware immer wichtiger, weil herkömmliche Kupferverbindungen bei Datenübertragungsraten von 224 Gigabit pro Sekunde und mehr physikalisch an ihre Grenzen stoßen.
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Effizienter und schneller: Optik statt Kupfer
Die optischen Verbindungen auf Indiumphosphid-Basis können den Stromverbrauch in Rechenzentren im Vergleich zu Kupferkabeln um bis zu 50 Prozent senken. Das zeigen technische Daten der beteiligten Unternehmen. Die neuen Komponenten sind speziell für massive GPU-Cluster ausgelegt – darunter auch NVIDIAs Vera Rubin Ultra NVL576-System, das 576 Grafikprozessoren in einer Einheit vereint.
Die Werkserweiterung verdoppelt die Produktionsfläche auf rund 13.000 Quadratmeter und vervierfacht die Wafer-Produktionskapazität der Anlage. Ein strategischer Schritt, denn KI-Modelle benötigen enorme Rechenleistung – und die steht und fällt mit der Geschwindigkeit der Datenverbindungen zwischen den Chips.
Milliardeninvestition mit staatlicher Unterstützung
Das Projekt wird durch eine Kombination aus privaten Investitionen und staatlichen Fördermitteln finanziert. NVIDIA steuerte bereits im März 2024 rund zwei Milliarden Euro bei. Coherent investiert insgesamt etwa 600 Millionen Euro in den Ausbau.
Auch die öffentliche Hand beteiligt sich: Das US-Wirtschaftsministerium signalisierte über den CHIPS and Science Act eine Förderung von rund 46 Millionen Euro. Der Bundesstaat Texas unterstützt das Vorhaben mit weiteren 16 bis 18 Millionen Euro.
Über 1.000 neue Arbeitsplätze in der Region
Die Erweiterung soll in der Region Sherman mehr als 1.000 Arbeitsplätze schaffen – darunter über 550 direkte Stellen in Fertigung und Entwicklung. Für die strukturschwache Gegend im Norden von Texas ist das ein bedeutender wirtschaftlicher Impuls.
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NVIDIA-CEO Jensen Huang sprach bei der Grundsteinlegung von einem Schritt zur Reindustrialisierung der USA. KI-Fabriken seien die Infrastruktur einer neuen industriellen Ära. Millionen von GPUs müssten miteinander verbunden werden, um wie ein einziger Supercomputer zu funktionieren – das erfordere hochmoderne Optotechnologie.
Jim Anderson, CEO von Coherent, ergänzte: KI brauche zwar rohe Rechenleistung, aber ohne leistungsfähige Verbindungen könne sie nicht skalieren. Der Ausbau in Texas sei deshalb ein entscheidender Baustein für die nächste Generation generativer KI.
Der Schritt spiegelt einen breiten Branchentrend wider: Hardwarehersteller wechseln zunehmend von elektrischen zu optischen Datenwegen, um die Leistungsfähigkeit moderner KI-Workloads zu gewährleisten.

