KI-Hausaufgaben: Studie belegt 24-Prozent-Einbußen in Prüfungen

Chinesische Studie belegt: KI-Nutzung für Hausaufgaben senkt Prüfungsnoten drastisch. Weltweit treiben Regierungen und Konzerne dennoch die Integration von KI in Klassenzimmern voran.

Eine groß angelegte Studie aus China belegt, was viele Pädagogen befürchten: Schüler, die KI für Hausaufgaben nutzen, verschlechtern sich dramatisch in Prüfungen. Währenddessen treiben Technologiekonzerne und Regierungen weltweit die Integration Künstlicher Intelligenz in Klassenzimmer voran – mit neuen Tools für Lehrer und ganzen KI-Curricula.

Studie belegt: KI-Nutzung senkt Prüfungsleistungen um bis zu 24 Prozent

Forscher der Universität Stockholm und der Universität Hongkong haben über 26.000 chinesische Schüler der Mittel- und Oberstufe von September 2022 bis Juni 2025 begleitet. Die Ergebnisse, veröffentlicht auf dem Wissenschaftsportal SSRN, zeigen ein paradoxes Bild: Während die Hausaufgabennoten um 18 Prozent stiegen und die durchschnittliche Lernzeit von 64 auf 45 Minuten sank, brachen die Prüfungsleistungen ein.

Bereits nach sechs Monaten KI-Nutzung fielen die Testergebnisse um 20 Prozent. Nach zwei Jahren sanken die Noten in der Zhongkao (Aufnahmeprüfung für die Oberstufe) um 24 Prozent, in der Gaokao (Universitätsaufnahmeprüfung) um 18 Prozent. Besonders alarmierend: 81 Prozent der Schüler nutzten KI, um Aufgaben komplett auszulagern – statt sie als Lernhilfe zu verwenden.

Die größten Einbußen gab es in den Sozialwissenschaften mit einem Minus von 27 Prozent, gefolgt von MINT-Fächern mit 22 Prozent. Überraschend: Leistungsstarke Schüler verloren mit 24 Prozent mehr als schwächere (16 Prozent). Die 19 Prozent der Schüler, die KI ausschließlich als Tutor einsetzten, hielten ihre Noten stabil.

Neue KI-Tools für Lehrer – von den USA bis Indien

Am heutigen Samstag brachte Anthropic „Claude for Teachers“ auf den Markt – eine kostenlose Version seines KI-Assistenten, speziell für Lehrer der Klassen 1 bis 12. Das Tool bietet Lehrplanmaterialien, abgestimmt auf die Standards aller 50 US-Bundesstaaten. Für den Datenschutz arbeitete Anthropic mit der Lehrergewerkschaft American Federation of Teachers zusammen – die Plattform erfüllt die Anforderungen des US-Bildungsdatenschutzgesetzes FERPA.

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Gleichzeitig startete Indien die HUMAIN AI Literacy Mission (HAILM) in Neu-Delhi. Das Programm führt KI-Unterricht für Schüler der dritten bis zwölften Klasse ein – mit Lehrerfortbildungen, Videolektionen und interaktiven Übungen. Delhi Bildungsminister Ashish Sood sprach von einem „ganzheitlichen Schulsansatz für kostenlose KI-Grundbildung“.

In Südafrika eröffnete Vizebildungsministerin Reginah Mhaule ein neues KI-, Programmier- und Robotiklabor an der Khulile Primary School – eine Partnerschaft mit Isuzu Motors South Africa, um Schüler auf künftige Arbeitsmärkte vorzubereiten.

US-Regierung plant KI-Curriculum ab der zweiten Klasse

Auch die US-Regierung zieht nach. Arbeitsminister Keith Sonderling kündigte vor einem Senatsausschuss an, dass sein Ministerium gemeinsam mit der National Science Foundation und dem Bildungsministerium ein KI-Curriculum entwickle. Vorbild sind Länder wie China, wo KI-Unterricht bereits ab der zweiten Klasse beginnt.

An den Hochschulen entstehen neue Studiengänge: Die University of Utah startete den ersten Bachelorstudiengang für Künstliche Intelligenz des Bundesstaates. Die Texas Tech University bietet ein reines Online-Zertifikat für KI in der Lehre an.

Fehlende Regeln und ein spektakulärer Cheating-Fall

Die rasche KI-Verbreitung überfordert viele Schulen. Eine UNESCO-Umfrage zeigt: Weniger als zehn Prozent der Schulen weltweit haben formelle Richtlinien für generative KI. Ein Fall an der Brown University macht das Ausmaß deutlich: Professor Roberto Serrano deckte massiven Betrug in einem Wirtschaftskurs auf. Nachdem eine Zwischenprüfung im Dezember 2025 als Hausarbeit durchgeführt worden war, schnellten die Noten von rund 70 auf 96 Prozent. Bei der anschließenden Präsenzklausur traten fast 20 Studenten gar nicht erst an – der Durchschnitt fiel auf 48,6 Prozent.

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Roboter „Sally“ im Klassenzimmer – und ein heikler Hersteller

Der Schulbezirk Salamanca City im US-Bundesstaat New York plant ab Herbst 2026 den Einsatz eines humanoiden KI-Assistenten namens „Sally“. Das wirft Fragen auf: Der Hersteller des Roboters ist auch in der Produktion von Erwachsenenunterhaltungsrobotik aktiv. Datenschützer zeigen sich alarmiert – sowohl wegen der Datensicherheit als auch der Art der Interaktion zwischen Schülern und Roboter.