Am 3. November 2026 hat der Softwareanbieter Miro die Untersuchung State of Intelligent Collaboration 2026 vorgestellt. Wie das Fachportal work-management.org in einem Bericht vom 08.11.2026 ausführt, basiert die Erhebung auf einer Online-Umfrage, die im September und Oktober 2026 unter über 9.500 Führungskräften und Angestellten in Nordamerika, Lateinamerika, Europa sowie der Region Asien-Pazifik durchgeführt wurde. Das zentrale Ergebnis zeigt ein deutliches Spannungsfeld: Während der Einsatz künstlicher Intelligenz die individuelle Produktivität spürbar anhebt, bringt die Technologie für die Zusammenarbeit in Teams derzeit nur begrenzte Gewinne.
Hohe Effizienzgewinne auf individueller Ebene
Die Untersuchung verdeutlicht, dass Beschäftigte auf persönlicher Ebene von den Werkzeugen profitieren. So stellen 83% der Befragten eine verbesserte individuelle Produktivität fest. Zudem berichten 73% über eine schnellere Geschwindigkeit bei der Erstellung ihrer Arbeitsergebnisse, während 56% eine höhere Qualität des Outputs verzeichnen.
Dieser individuelle Zuwachs überträgt sich jedoch bislang kaum auf die gemeinschaftliche Arbeitsleistung. Demnach berichten 60% der Teilnehmer von keiner verbesserten Zusammenarbeit durch den Technologieeinsatz, und 52% sehen keine Fortschritte bei unternehmerischen Entscheidungen.
Während KI die persönliche Effizienz steigert, stellt die neue Technik viele Teams vor komplexe rechtliche Fragen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen der aktuellen Gesetzgebung, den Ihre Fachabteilungen jetzt dringend brauchen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Ein wesentlicher Grund für diese Diskrepanz liegt in der Art der Nutzung: 69% der KI-gestützten Arbeit findet laut den Umfrageergebnissen in privaten Sitzungen statt, wodurch Arbeitsfortschritte isoliert bleiben und nicht direkt in den gemeinsamen Austausch einfließen.
Zusätzlicher Prüfaufwand und verlangsamte Prozesse
Auf der Führungsebene machen sich durch diese Entwicklung neue operative Hürden bemerkbar. In der Miro-Studie bezeichnen 47% der Führungskräfte eine verlangsamte Entscheidungsfindung als Problem. Weitere 45% verweisen auf längere Review-Zyklen, und 44% bemängeln Entscheidungen, die ohne vollständigen Kontext getroffen werden.
Gleichzeitig steigt die quantitative Belastung in den Arbeitsabläufen: 59% der Befragten verzeichnen ein höheres Volumen an KI-generiertem Material, das einer manuellen Prüfung bedarf. Zudem beklagen 55% eine Zunahme minderwertiger KI-Inhalte, während 44% mehr Reibungsverluste durch häufiges Wechseln zwischen verschiedenen Aufgaben und Kontexten registrieren.
Neue Technologien in der Arbeitswelt stellen nicht nur die Effizienz, sondern auch die Compliance vor große Herausforderungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden klärt darüber auf, welche Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen, um rechtlich abgesichert zu sein. Kostenlosen Report zur KI-Verordnung anfordern
Kulturelle Folgen und Interesse an zentralen Plattformen
Die zunehmende Nutzung von Assistenzsystemen hinterlässt auch in der Unternehmenskultur Spuren. 60% der Befragten geben an, dass künstliche Intelligenz traditionelle Rollenbilder und Zuständigkeiten verwischt. Zudem nehmen 44% der Umfrageteilnehmer eine Kultur wahr, die insgesamt weniger kollaborativ geprägt ist als zuvor.
Trotz dieser Vorbehalte suchen viele Unternehmen nach technologischen Wegen zur besseren Integration der Werkzeuge. Laut der Untersuchung zeigen sich 66% der Entscheider in Großunternehmen an der Einführung eines integrierten KI-Arbeitsbereichs binnen 12 Monaten interessiert, um isolierte Arbeitsweisen einzudämmen.
Einschränkend ist festzuhalten, dass die Ergebnisse auf einer selbstberichteten Umfrage des Softwareanbieters beruhen und ein kausaler Zusammenhang wissenschaftlich nicht abschließend belegt ist.

