Künstliche Intelligenz steigert die Effizienz in deutschen Betrieben nachweislich, doch Bürokratie und Fachkräftemangel bremsen die flächendeckende Nutzung aus. Das zeigt die aktuelle DIHK-Digitalisierungsumfrage.
Berlin. Aus dem Zukunftstrend ist ein Werkzeug mit handfestem Nutzen geworden: Künstliche Intelligenz (KI) treibt die Produktivität im deutschen Mittelstand spürbar voran. Laut der neuen Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bewerten 41 Prozent der KI-Anwenderunternehmen die Effizienzgewinne als hoch. Die Technologie ist damit in der Mitte der Wirtschaft angekommen. Gleichzeitig verharrt der Gesamtdigitalisierungsgrad der Wirtschaft jedoch auf dem Niveau des Vorjahres – ein Warnsignal im globalen Wettbewerb.
Seit dem Inkrafttreten der EU-KI-Verordnung im August 2024 müssen Unternehmen zahlreiche Pflichten beachten – kein Wunder, dass 59 Prozent rechtliche Unsicherheiten nennen. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, wie Sie Ihre KI-Systeme richtig klassifizieren, Kennzeichnungspflichten erfüllen und die erforderliche Dokumentation aufbauen. Mit konkreten Checklisten und Praxisbeispielen für mittelständische Unternehmen. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Wo KI heute schon den Unterschied macht
Die Umfrage belegt, wo KI konkret ankommt. Am häufigsten setzen Unternehmen sie für die Erstellung von Texten, Bildern und Programmiercode ein (78 Prozent). Weitere Schlüsselfelder sind die personalisierte Kundenansprache und der Kundensupport (43 Prozent) sowie die Qualitätssicherung in der Produktion (38 Prozent). KI automatisiert also nicht nur Verwaltungsaufgaben, sondern dringt in wertschöpfende Kernprozesse vor. Informationsintensive Branchen sind Vorreiter, doch auch Industrie und Handel holen auf.
Bürokratie als größter Bremsklotz
Trotz der Erfolgsmeldungen behindern erhebliche Hürden eine schnellere Verbreitung. An erster Stelle nennen 59 Prozent der Unternehmen rechtliche Unsicherheiten. Dicht folgen technische Hemmnisse (50 Prozent) und fehlendes Know-how im Umgang mit Daten (37 Prozent). Die Kosten der Implementierung sehen 35 Prozent als Problem.
Besonders kritisch fällt das Urteil über die digitale Verwaltung aus: Sie erhält von der Wirtschaft die Note „4 minus“ und gilt als erheblicher Bremsklotz für die eigene Transformation. Die Forderung ist klar: durchgängig digitale Behördengänge und ein modernes Verwaltungsökosystem, um den Standort nicht weiter zu schwächen.
Digitale Chancen in Zeiten der Verunsicherung
Die Diskussion um KI findet in einer angespannten Lage statt. Parallel veröffentlichte der „R+V Resilienz-Report 2026“ besorgniserregende Zahlen: Die Quote der Führungskräfte, die um die Existenz ihres Unternehmens bangen, stieg binnen eines Jahres von 17 auf 29 Prozent.
Diese Unsicherheit lähmt Investitionen. Zwar halten laut einer IHK-Veranstaltung in Heilbronn 90 Prozent der Mittelständler KI für essenziell. Genutzt wird sie aber bisher nur von 17 Prozent. Eine riesige Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Hinzu kommt die Sorge vor Cyberangriffen, die weiterhin als sehr hoch eingeschätzt wird.
Weckruf für Politik und Wirtschaft
Die Daten sind ein klarer Appell. Das Potenzial der KI ist erkannt und bei Pionieren belegt. Doch hausgemachte Probleme wie Bürokratie, rechtliche Grauzonen und fehlende Kompetenzen verhindern die breite Adaption. Die Stagnation des Digitalisierungsgrades ist gefährlich. Die deutsche Wirtschaft verliert zwar nicht den Anschluss, holt aber auch nicht auf.
Die zunehmende Existenzangst, so die Befürchtung, könnte dringend nötige Investitionen in die Digitalisierung weiter ausbremsen. Es braucht jetzt einen Kraftakt: Unternehmen müssen in Know-how und Qualifizierung investieren. Die Politik muss endlich klare KI-Rahmenbedingungen schaffen, die Gigabit-Infrastruktur ausbauen und die Verwaltung modernisieren. Sonst droht der Wirtschaftsmotor Mittelstand, im internationalen Wettlauf zurückzufallen.
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