In der deutschen Wirtschaft hat sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) innerhalb kürzester Zeit als Standard etabliert. Laut einer aktuellen Untersuchung des Branchenverbandes Bitkom unter 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen mittlerweile 57 Prozent der Betriebe auf KI-Anwendungen. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung gegenüber den Vorjahren: Vor einem Jahr lag der Anteil der Nutzer noch bei 36 Prozent, vor zwei Jahren erst bei 20 Prozent. Damit hat sich die Zahl der Anwender innerhalb von zwei Jahren fast verdreifacht.
Weitere 38 Prozent der befragten Firmen gaben an, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz derzeit zu planen oder zumindest darüber zu diskutieren. Lediglich für 4 Prozent der Unternehmen spielt die Technologie gegenwärtig keine Rolle. Die Relevanz der Entwicklung wird branchenübergreifend hoch eingeschätzt: 91 Prozent der Unternehmen betrachten KI als die wichtigste Zukunftstechnologie.
Wirtschaftliche Vorteile und existenzielle Sorgen
Die breite Akzeptanz spiegelt sich in der Bewertung der Technologie wider. So sehen 80 Prozent der Betriebe in KI eine Chance für ihr Geschäft, während lediglich 18 Prozent sie primär als Risiko einordnen.
Gleichzeitig nimmt jedoch der Respekt vor den Umwälzungen zu. 34 Prozent der Unternehmen äußerten die Befürchtung, dass KI eine Gefährdung für ihre Existenz darstellen könnte – im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 23 Prozent.
Dass Handlungsbedarf besteht, scheint konsensfähig: 61 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass ihr Unternehmen ohne den Einsatz von KI keine Zukunft habe. Bei 33 Prozent der derzeitigen Anwender war die Sorge, den Anschluss zu verlieren, der ausschlaggebende Grund für den Einstieg.
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Diejenigen, die KI bereits implementiert haben, berichten von positiven Effekten. Demnach konnten 66 Prozent der Anwender ihre Wettbewerbsposition durch die Technologie verbessern. 45 Prozent verzeichnen bereits einen messbaren Erfolg, und fast die Hälfte der Betriebe gab an, interne Prozesse beschleunigt zu haben.
Defizite bei der Ausschöpfung und regulatorische Hürden
Trotz der hohen Nutzungsrate besteht bei der praktischen Umsetzung noch Optimierungspotenzial. Nach Angaben des Verbandes schöpfen 59 Prozent der Unternehmen die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz derzeit überhaupt nicht aus, weitere 28 Prozent nutzen sie nur in geringem Umfang.
Ein positiver Trend zeigt sich hingegen bei der Qualifizierung der Belegschaft: 70 Prozent der Unternehmen führen mittlerweile Schulungen zum Thema KI durch, was einen signifikanten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt, als dieser Wert bei 43 Prozent lag.
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Als größte Hindernisse für eine umfassendere Integration werden rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen genannt. 66 Prozent der Unternehmen führen Datenschutzbedenken an, während 56 Prozent eine allgemeine Rechtsunsicherheit beklagen.
Besonders kritisch wird der EU AI Act bewertet. Mehr als ein Drittel der Unternehmen sieht sich von dieser Regulierung direkt betroffen. Von diesen Betrieben rechnen 89 Prozent mit einem hohen bürokratischen Aufwand. In der Gesamtwirtschaft überwiegt die Skepsis gegenüber dem Regelwerk: Zwei Drittel der Unternehmen sehen im EU AI Act derzeit mehr Nachteile als Vorteile für den Standort.
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