Künstliche Intelligenz fasst in deutschen Arbeitsstätten zunehmend Fuß. Laut der Betriebsbefragung „KI im Betrieb“ 2025 des Weizenbaum-Instituts stieg der Anteil der Betriebe mit mindestens einer KI-Anwendung im Regelbetrieb von rund 50 Prozent im Jahr 2024 auf 62 Prozent im Jahr 2025. Für die Erhebung wurden Geschäftsführende sowie Arbeitnehmervertreter in 440 Betrieben in Deutschland befragt.
Zugleich zeigt die Untersuchung eine anhaltend hohe Dynamik bei der Erprobung neuer Technologien: Fast zwei Drittel der Unternehmen experimentieren derzeit mit KI, um deren Potenziale auszuloten.
Effizienz und Automatisierung als Haupttreiber
Als zentrale Motive für die Implementierung nennen die befragten Betriebe vor allem Produktivitätsziele. Automatisierung und Effizienzsteigerung sind für jeweils knapp 80 Prozent der Unternehmen ausschlaggebend für den Einsatz der Technologie.
Die durch den Technikeinsatz freigesetzte Zeit wird unterschiedlich genutzt: 82 Prozent der Betriebe setzen die gewonnene Arbeitszeit zur Verbesserung der Produktqualität ein, während 70 Prozent damit Mehrarbeit abbauen. Gleichzeitig geben 40 Prozent der Betriebe an, mit KI Personal ersetzen zu wollen.
Auch die innerbetriebliche Mitbestimmung spielt bei der Einführung eine Rolle. Laut der Erhebung des Weizenbaum-Instituts werden 53 Prozent der Betriebsräte vom Management bei der KI-Einführung aktiv einbezogen.
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Herausforderungen bei Skalierung und Qualitätssicherung
Ergänzende Marktanalysen spiegeln den Übergang von der Testphase in den operativen Alltag wider, verweisen jedoch auf Hürden bei der breiten Umsetzung. Eine weltweite Untersuchung der Unternehmensberatung BearingPoint unter rund 1000 Befragten zeigt, dass lediglich 13 Prozent mit ihren KI-Initiativen im Plan liegen, wenngleich fast drei Viertel positive Bilanzeffekte verzeichnen.
Mehr als ein Drittel befindet sich weiterhin in der Experimentier- oder Pilotphase. Als größte Barrieren für die Skalierung nannten die Verantwortlichen komplexe gesetzliche Vorgaben mit 40 Prozent sowie die Einbindung in bestehende IT-Systeme mit 34 Prozent.
Zudem birgt der praktische Einsatz im Arbeitsalltag Qualitätsrisiken. Eine Erhebung des Softwareanbieters Templafy unter 2.000 Wissensarbeitern in den USA und Großbritannien ergab, dass 95 Prozent der Beschäftigten KI-generierte Inhalte vor der weiteren Verwendung überarbeiten müssen. Im Schnitt wenden die Anwender dafür fast vier Stunden pro Woche auf. Bei 48 Prozent der Befragten reduziert dieser Prüfaufwand die erhoffte Zeitersparnis deutlich.
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Investitionen steigen deutlich
Trotz dieser Anpassungsprozesse investiert die Wirtschaft massiv in die Technologie. Nach Berechnungen des Branchenverbands Bitkom auf Basis von IDC-Daten belaufen sich die Ausgaben für generative KI in Deutschland im Jahr 2026 voraussichtlich auf 11,5 Milliarden Euro, verglichen mit 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr.
Der gesamte deutsche Markt für KI-Software, -Dienstleistungen und -Hardware verzeichnet ein Wachstum um 48 Prozent auf ein Volumen von 28,7 Milliarden Euro. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst verwies in diesem Zusammenhang auf den fortschreitenden Übergang von der reinen Experimentierphase hin zu einem breiten operativen Einsatz.

