In der Leverkusener Stadtverwaltung hält der Einsatz moderner Informationstechnik schrittweise Einzug. Wie aus einem Bericht im städtischen Haupt- und Personalausschuss hervorgeht, verfügen inzwischen 11 % der städtischen Beschäftigten über einen dienstlichen Zugang zu mehreren KI-Plattformen.
Neben etablierten Systemen wird derzeit eine quelloffene Verwaltungs-KI erprobt. Nach Angaben der Vortragenden im Ausschuss befinden sich die dafür genutzten Server ausschließlich an europäischen Standorten, um datenschutzrechtliche Vorgaben einzuhalten.
Ein zentrales Versprechen der Softwarebranche betrifft die Entlastung bei bürokratischen Routineaufgaben. So stellen Anbieter im Bereich der Einbürgerungsanträge eine Zeitersparnis von 80 % durch den Einsatz künstlicher Intelligenz in Aussicht. Die Verwaltung erhofft sich durch solche Systeme eine Beschleunigung überlasteter Arbeitsbereiche.
Digitalisierung der Verwaltungsdienste schreitet langsam voran
Der KI-Einsatz bettet sich in die allgemeine Digitalisierung der Leverkusener Behörden ein. Die Bilanz fällt hierbei noch gemischt aus: Von 181 möglichen Online-Verwaltungsleistungen sind bisher 51 abgeschlossen. Weitere 102 Dienstleistungen gelten weiterhin als offen, während sich 21 Angebote aktuell in der Bearbeitung befinden.
Parallel treibt die Stadt technische Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsprojekte voran. Sofern ein entsprechender Förderantrag bewilligt wird, sollen in einer geplanten Pilotphase 100 Bäume im Stadtgebiet mit Sensoren zur Bewässerungssteuerung ausgestattet werden. Hinsichtlich der Netzinfrastruktur sind laut dem Ausschussbericht potenziell 43 % der Leverkusener Haushalte mit Glasfaser versorgt.
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Herausforderungen und Risiken für kommunale Verwaltungen
Der Vorstoß in Leverkusen steht im Kontext ähnlicher Bestrebungen in anderen Kommunen, verdeutlicht jedoch auch die bestehenden Unsicherheiten beim Behördeneinsatz. So stimmte etwa der Gemeinderat in Eberdingen über den Einsatz von KI für die Erstellung von Sitzungsprotokollen ab, wobei Bürgermeister Willing nicht ausschließlich Vorteile in der Technologie sah.
Noch deutlicher zeigen sich die Fallstricke auf Landkreisebene. Das Landratsamt Freising berichtete kürzlich über eine zunehmende Zahl an Bürger-Widersprüchen, die offenbar mit KI-Unterstützung verfasst wurden.
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Diese Schreiben fallen teilweise deutlich länger aus; konkrete Fallzahlen oder Bearbeitungszeiten werden von der Behörde jedoch nicht systematisch erfasst. Tobias Diepold, Abteilungsleiter am Landratsamt Freising, wies darauf hin, dass die Technologie dabei mitunter Rechtsgrundlagen und Gerichtsurteile frei erfindet.
Um dem Phänomen zu begegnen, bat das Landratsamt Freising die Regierung von Oberbayern um offizielle Handlungsempfehlungen, erhielt bislang jedoch keine Vorgaben. Gleichzeitig testet die oberbayerische Behörde eine eigene KI-Integration im lokalen Rechenzentrum, um operative Abläufe abzusichern.
Klare Leitlinien gegen Fehlgriffe empfohlen
Um unkontrollierten Schatten-Einsatz am Arbeitsplatz zu verhindern, raten Experten zu verbindlichen Richtlinien. Sinnvolle Vorgaben sollten präzise definieren, welche Daten für welche Zwecke in welche freigegebenen Werkzeuge eingespeist werden dürfen.
Zudem seien personengebundene dienstliche Zugänge und Konten auf Dienstgeräten erforderlich. Neben dem Grundsatz der Datenminimierung kommt einer lückenlosen fachlichen Prüfung der KI-Ergebnisse sowie fest definierten Meldewegen für inhaltliche Fehlgriffe eine entscheidende Bedeutung zu.

