Obwohl Künstliche Intelligenz mittlerweile flächendeckend in Unternehmen Einzug gehalten hat, bleibt der tiefgreifende wirtschaftliche Nutzen für die überwiegende Mehrheit der Organisationen bislang aus.
Laut einem Bericht von MIT Technology Review Insights vom 28. Oktober 2026 setzen zwar alle befragten Organisationen KI ein, doch lediglich 16 Prozent erzielen damit einen transformativen Wert.
Während 40 Prozent moderate Gewinne bei einzelnen Aufgaben oder Teams verzeichnen und 21 Prozent von bedeutenden Gewinnen berichten, verbuchen 23 Prozent minimale oder gar keine Rendite auf ihre Investitionen.
Diskrepanz zwischen breiter Nutzung und messbarem Ertrag
Die Erhebung verdeutlicht, dass sich viele Initiativen weiterhin in frühen Stadien befinden. Demnach pilotieren 38 Prozent der befragten Organisationen konkrete KI-Anwendungsfälle, und 35 Prozent setzen auf Co-Piloten oder Chat-Assistenten. Dagegen haben lediglich 12 Prozent autonome KI-Agenten im produktiven Betrieb, und nur bei 3 Prozent übernimmt die Technologie den Großteil der Arbeit in zentralen Schlüsselprozessen.
Diese Kluft zwischen Experimentierfreude und Skalierung bestätigen auch Erhebungen anderer Institute. Das Citi Institute berichtete ebenfalls am 28. Oktober 2026, dass sich knapp 60 Prozent der befragten Organisationen in einer Explorations- oder Pilotphase befinden, während rund 40 Prozent die Produktions- oder Skalierungsphase erreicht haben.
Regional zeigen sich dabei deutliche Unterschiede: In Nordamerika befinden sich 77 Prozent in Produktion oder Skalierung, während im asiatisch-pazifischen Raum Piloten überwiegen und Europa im Mittelfeld liegt.
Zu den Hauptzielen der Ausgaben zählen laut Citi Institute die Transformation des Geschäftsmodells mit 34 Prozent, der Aufbau von Fähigkeiten mit 32 Prozent sowie die Verbesserung einzelner Kennzahlen mit 25 Prozent.
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Bei jenen Organisationen, die bereits skalieren, melden demnach 60 Prozent einen transformativen Wert von über 15 Prozent durch Kostensenkungen, Produktivitätsgewinne oder Umsatzwachstum.
Laut einem Bericht vom 29. Oktober 2026 zu einer McKinsey-Umfrage aus dem August 2026 stellten zwar 80 Prozent der Befragten eine gesteigerte persönliche Produktivität fest, jedoch sahen lediglich 37 Prozent einen konkreten Beitrag zum operativen Unternehmensergebnis (EBIT). Zugleich gaben knapp 30 Prozent der Organisationen über 10 Prozent ihres Technologie- und Kommunikationsbudgets für KI aus.
Hürden bei Integration und Datensilos
Ein wesentlicher Grund für den stockenden Durchbruch liegt in strukturellen Barrieren. Prukalpa Sankar, Co-Gründerin von Atlan, verwies im Rahmen der Umfrage von MIT Technology Review darauf, dass zwischen bestehenden Geschäftssystemen und neuen KI-Plattformen eine funktionierende Kontextschicht fehle.
Diesen Mangel an Verknüpfung unterstreichen Daten von Salesforce aus einer Umfrage unter 250 US-Führungskräften, über die am 27. Oktober 2026 berichtet wurde: Lediglich 15 Prozent der Betriebe haben KI nahtlos über Systeme hinweg eingebettet.
In der Praxis führe die Fragmentierung zu Ineffizienzen. So gaben 68 Prozent der Führungskräfte an, dass KI-Erkenntnisse ungeteilt bleiben, 66 Prozent beobachten die doppelte Lösung derselben Probleme durch Kollegen, und bei 59 Prozent stockt die Arbeit durch isolierte private KI-Werkzeuge.
Die Integration neuer Technologien bringt oft Unklarheiten über die Einstufung als Hochrisiko-System mit sich, was die Implementierung zusätzlich erschweren kann. Ein kostenloser Report klärt auf, welche Regeln die EU-KI-Verordnung aufstellt und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Delegation von Verantwortung bleibt die Kernaufgabe
Gleichzeitig verlagert sich der Fokus vom reinen Aufgabenassistenten hin zur Steuerung vollständiger Prozessabläufe. Ein Bericht des Marktforschungsunternehmens ISG vom 27. Oktober 2026 hielt fest, dass Agenten derzeit vor allem klar abgegrenzte Aufgaben koordinieren, anstatt folgenreiche Prozesse eigenständig zu verantworten; die technischen Fähigkeiten entwickelten sich schneller als die Delegation von Verantwortung.
Dennoch planen laut ISG 79 Prozent der Unternehmen höhere Ausgaben für KI-Technologien, wobei eine verbesserte Governance die am häufigsten geplante Anpassung darstelle.
Forscher der MIT Sloan School of Management betonten am 27. Oktober 2026, dass durch agentische Systeme der gesamte Workflow statt der Einzelaufgabe zur maßgeblichen Analyseebene werde.
Organisationen sollten demnach wenige strategisch wichtige Abläufe priorisieren und auf Wachstum statt reine Effizienzsteigerung setzen. Zu den empfohlenen Kriterien für die Bewertung zählen dabei neben der strategischen Bedeutung und dem ROI auch operative Reife sowie Governance- und Compliance-Risiken.

