Wirtschaftsexperten und Branchenbeobachter diskutieren verstärkt darüber, ob Künstliche Intelligenz Unternehmen einen nachhaltigen strategischen Mehrwert über reine Kostensenkungen hinaus eröffnet.
Eine aktuelle CFO-Umfrage von Grant Thornton für das dritte Quartal 2026 liefert neue Daten zu dieser Debatte: Demnach geben 84 Prozent von fast 230 befragten US-Finanzchefs an, dass die Rendite ihrer KI-Investitionen die Erwartungen erfüllt oder sogar übertrifft.
Zudem bewerten 65 Prozent der Finanzverantwortlichen die Leistung und Qualität der eingesetzten KI-Technologie als gut oder exzellent, während nur 2 Prozent die Resultate als schlecht einstufen. Allerdings nennen bisher lediglich 33 Prozent der Teilnehmer gestiegene Umsätze als konkreten Nutzen der Technologie.
Hohe Zuversicht bei Erträgen und Investitionsdruck
Die Einführung von KI fällt mit einer insgesamt optimistischen Grundstimmung in den Finanzabteilungen zusammen. Laut der Erhebung von Grant Thornton rechnen 80 Prozent der befragten Finanzchefs in den kommenden zwölf Monaten mit einem Gewinnwachstum, was einem Allzeithoch über den Betrachtungszeitraum von 18 Quartalen entspricht. 46 Prozent äußern sich optimistisch zur US-Wirtschaft, während 35 Prozent ein Nettogewinnwachstum von über 10 Prozent erwarten – nach einem vorherigen Höchstwert von 30 Prozent im vierten Quartal 2024. Das Potenzial für Stellenstreichungen in den nächsten sechs Monaten schätzen lediglich 24 Prozent als gegeben ein, was den niedrigsten Stand seit dem zweiten Quartal 2022 markiert.
Der Druck, betriebliche Abläufe mittels KI umzugestalten, geht der Umfrage zufolge vor allem von Wettbewerbern (46 Prozent), Aufsichtsräten (41 Prozent), Investoren (36 Prozent) sowie Kunden (34 Prozent) aus.
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Als wichtigste Funktionsbereiche für Transformationsprojekte nennen die Finanzchefs Finanzen und Buchhaltung mit 39 Prozent, gefolgt vom Kundenservice mit 36 Prozent und der Cybersicherheit mit 30 Prozent.
Die Lieferkette liegt mit 6 Prozent deutlich dahinter. Als zentrale Hindernisse für die Umsetzung identifizieren jeweils 43 Prozent der Befragten konkurrierende Prioritäten sowie bestehende Budgetbeschränkungen.
Diskrepanz zwischen breitem Einsatz und Unternehmensergebnis
Die Debatte über den tatsächlichen Mehrwert spiegelt sich auch in weiteren Marktanalysen wider. Der Technologie-Ausblick von McKinsey prognostiziert für das Jahr 2026 weltweite Ausgaben für KI-Infrastruktur und Modellarchitekturen in Höhe von rund 769 Milliarden US-Dollar, nachdem dieser Wert im Jahr 2025 bei 145 Milliarden US-Dollar lag.
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Während 89 Prozent der von McKinsey untersuchten Organisationen angeben, KI regelmäßig in mindestens einer Geschäftsfunktion einzusetzen, berichten lediglich 37 Prozent von einem messbaren positiven Effekt auf den Betriebsgewinn auf Unternehmensebene.
Makroökonomisch verweisen internationale Institutionen auf langfristige Effekte. Nach Einschätzung der OECD, die Generalsekretär Mathias Cormann am 21. September 2026 darlegte, könnte KI im kommenden Jahrzehnt ein jährliches Produktivitätswachstum von bis zu 1,2 Prozentpunkten beisteuern.
In den OECD-Mitgliedsstaaten setzte im vergangenen Jahr jedes fünfte Unternehmen KI-Lösungen ein, was einer Verdopplung binnen zwei Jahren entspricht. Dabei nutzen Großunternehmen die Technologie mit einem Anteil von 50 Prozent bislang deutlich häufiger als kleinere Betriebe, bei denen die Quote bei rund 17 Prozent liegt.

