KI-Infrastruktur-Boom: SpaceX kauft Cursor für 60 Milliarden

SpaceX übernimmt KI-Startup Cursor für 60 Milliarden Dollar, Nvidia platziert Rekord-Anleihe über 25 Milliarden. Weitere Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur folgen.

Gleich zwei Milliarden-Deals erschütterten am Dienstag die Branche: SpaceX übernimmt das KI-Startup Cursor für 60 Milliarden US-Dollar, während Nvidia mit einer 25-Milliarden-Anleihe den größten Bond-Deal seiner Geschichte platziert.

SpaceX setzt auf KI-Software

Der Raumfahrtkonzern von Elon Musk kauft das KI-Coding-Startup Cursor (vormals Anysphere) in einem reinen Aktiengeschäft. Der Deal kommt nur wenige Monate nach dem Börsengang von SpaceX, der das Unternehmen mit über zwei Billionen Dollar bewertete. Die Aktie stieg seitdem von 135 auf rund 211 Dollar – ein Plus von 56 Prozent.

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Cursor, das Ende 2025 die Milliardengrenze beim Jahresumsatz knackte und zuletzt rund 2,6 Milliarden Dollar im B2B-Geschäft erzielte, entwickelt Werkzeuge zur Automatisierung von Programmieraufgaben. Die Übernahme folgt auf die Fusion von SpaceX mit dem KI-Unternehmen xAI im Februar 2026. Analysten von Goldman Sachs prognostizieren dem Konzern bis 2030 KI-Umsätze von 322 Milliarden Dollar – der Löwenanteil soll aus Infrastruktur und Rechenleistungsvermietung stammen.

Nvidia: Rekord-Anleihe für KI-Infrastruktur

Der Chipriese begab am Dienstag eine 25-Milliarden-Anleihe – die erste seit 2021. Die Nachfrage war enorm: Investoren zeichneten Orders im Volumen von rund 85 Milliarden Dollar. Nvidia, aktuell mit rund 5,14 Billionen Dollar bewertet, will die Erlöse für allgemeine Unternehmenszwecke nutzen. Der Konzern hatte zuvor bereits Milliarden in Intel, OpenAI und Anthropic investiert.

Speicherchips und Server: Die Nachfrage explodiert

Micron Technology verzeichnete einen Kurssprung von 10,7 Prozent nach einer Reihe von Analysten-Upgrades. Der Speicherhersteller meldete für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar – und erklärte, seine High-Bandwidth-Speicher (HBM) seien bis Ende des Geschäftsjahres 2026 komplett ausverkauft. Die Investitionsausgaben für das laufende Jahr übersteigen 25 Milliarden Dollar.

Dell Technologies hob seine Prognose für KI-Server-Umsätze im Geschäftsjahr 2027 von 50 auf 60 Milliarden Dollar an. Grund sind 24,4 Milliarden Dollar an neuen KI-Aufträgen allein im ersten Quartal. Der gesamte Auftragsbestand liegt bei 51,3 Milliarden Dollar.

Cloud-Anbieter im Wettlauf um Rechenzentren

CoreWeave vermeldete am Dienstag die Vollvermietung eines neuen Hyperscale-Rechenzentrums in Chicago für 15 Jahre – ein Deal, der 2,2 Milliarden Dollar Umsatz generieren soll. Der Cloud-Spezialist wird am 22. Juni in den Nasdaq-100-Index aufgenommen.

Axe Compute sicherte sich Verträge über 25,9 Millionen Dollar für den Langzeiteinsatz von Nvidia-Blackwell-Systemen in autonomen Simulationen und Robotik.

IREN, ursprünglich ein Bitcoin-Miner, unterzeichnete Ende Mai einen 1,6-Milliarden-Deal für Nvidia-Blackwell-Systeme – ein Paradebeispiel für die Verschmelzung von Krypto- und KI-Infrastruktur.

Samsung fertigt KI-Chips für Google und Neuralink

Die Foundry-Sparte von Samsung hat Großaufträge für KI-Chips von Google und Neuralink an Land gezogen. Profitieren konnte der koreanische Konzern von Kapazitätsengpässen bei anderen Herstellern. Samsung entwickelt Neuralinks vierte Generation von Gehirn-Computer-Schnittstellen im 4nm-FinFET-Verfahren – die Produktion soll Ende 2027 anlaufen. Zudem wird Samsung den I/O-Chip für Googles zehnte TPU-Generation „Icefish“ in 2nm-Technologie fertigen.

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Indien und Verbraucher: Neue Märkte wachsen

HCLTech peilt ein 20-Milliarden-Chancen im indischen Enterprise-KI-Markt an. Das Unternehmen ging eine Partnerschaft mit Sarvam AI ein und erwarb im Rahmen einer 300-Millionen-Finanzierungsrunde einen 10,5-Prozent-Anteil an dem Startup.

Auf der Verbraucherseite meldete Plaud einen Meilenstein: Die Software-Sparte des KI-Notizgeräte-Herstellers erreichte 100 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen. Mehr als zwei Millionen Geräte wurden ausgeliefert – rund die Hälfte der Nutzer hat ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen.