KI-Infrastruktur: Indien investiert 65 Milliarden Euro bis 2035

Indien plant 65 Milliarden Euro für KI-Rechenzentren bis 2035. Europa fokussiert digitale Souveränität und steigende IT-Wertschöpfung.

Aktuelle Analysen vom heutigen Mittwoch zeigen: Künstliche Intelligenz, massive Investitionen in Rechenzentren und intelligentes Datenmanagement verändern die wirtschaftliche Bedeutung des IT-Sektors grundlegend – sowohl in Schwellen- als auch in Industrieländern.

Indien setzt auf KI-Infrastruktur für Billionen-Markt

Indien baut seine digitale Infrastruktur massiv aus. Branchenexperten von PwC India erwarten, dass die Rechenzentrumskapazität des Landes von derzeit 1,6 Gigawatt auf 13,8 Gigawatt im Jahr 2035 steigen wird. Die dafür nötigen Investitionen belaufen sich auf rund 65 Milliarden Euro. Treiber ist die explosionsartig steigende Nachfrage nach KI-Rechenleistung: Die Leistungsdichte pro Rack soll von unter 12 Kilowatt auf über 150 Kilowatt klettern.

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Das gesamte Marktpotenzial für Indiens IT-Ökosystem wird bis 2035 auf rund 255 Milliarden Euro geschätzt. Bereits im abgelaufenen Fiskaljahr 2026 konnte der Dienstleistungssektor den Abstand zum Warenhandel deutlich verringern. Laut Daten der indischen Planungskommission NITI Aayog vom gestrigen Dienstag erreichten Indiens Dienstleistungsexporte im Fiskaljahr 2026 umgerechnet rund 385 Milliarden Euro. Der globale Marktanteil des Landes bei IT-Dienstleistungen stieg von 9,5 Prozent im Jahr 2015 auf 14,9 Prozent im Jahr 2025.

Die großen Player spüren den Wandel bereits deutlich. Nandan Nilekani, Vorstandsvorsitzender von Infosys, erklärte am Dienstag, dass KI die IT-Dienstleistungsbranche nicht ersetzen, sondern verstärken werde. Sein Unternehmen peile ein KI-zentriertes Dienstleistungsgeschäft an, das bis 2030 ein Volumen zwischen 275 und 365 Milliarden Euro erreichen könnte. Im Fiskaljahr 2026 erzielte Infosys einen Umsatz von rund 18,4 Milliarden Euro – davon entfielen etwa 900 Millionen Euro auf KI-Dienstleistungen.

Europas digitale Souveränität gewinnt an Fahrt

Auch in Europa hat die IT-Branche einen historischen Meilenstein erreicht. Aktuelle Zahlen zum österreichischen IT-Sektor zeigen: Die Branche erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von 40,5 Milliarden Euro – das entspricht 8,9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes. Der Kernbereich der IT mit Software und Beratung hat den Energiesektor in seiner wirtschaftlichen Bedeutung erstmals überholt. Seit 2019 ist die Beschäftigtenzahl in Österreichs IT-Branche um über 30 Prozent auf 322.500 Menschen gestiegen.

Auf europäischer Ebene treibt die EU-Kommission ihr Technologie-Souveränitätspaket voran. Gestern vorgestellte Pläne sehen vor, die Rechenzentrumskapazität bis Mitte der 2030er Jahre zu verdreifachen – bei gleichzeitigem Festhalten am Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Um die Lieferketten zu sichern, sind die Europäische Union, die Niederlande, Deutschland und Griechenland am Dienstag der US-geführten Pax-Silica-Initiative beigetreten. Diese soll vertrauenswürdige KI-Infrastruktur aufbauen und sichere Lieferwege für Halbleiter gewährleisten.

Wirtschaftlicher Wert und ungleiche Verteilung

Forschung von McKinsey vom Dienstag zeigt: Eine tiefe Integration von KI könnte in Zentraleuropa einen wirtschaftlichen Mehrwert von mindestens 255 Milliarden Euro erschließen – das entspricht etwa sechs Prozent der Nettoumsätze. Allerdings ist die Übernahme ungleich verteilt: Während 28 Prozent der westeuropäischen Unternehmen KI im gesamten Unternehmen implementiert haben, sind es in Zentraleuropa nur zwölf Prozent.

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Die globalen Prognosen deuten auf eine langfristige Beschleunigung dieses Trends hin. Ein IDC-Bericht vom Montag prognostiziert, dass KI zwischen 2025 und 2031 einen kumulierten wirtschaftlichen Wert von umgerechnet rund 20,5 Billionen Euro generieren wird. Gartner-Analysten ergänzten heute, dass bis 2028 rund 15 Prozent der täglichen Arbeitsentscheidungen autonom von KI getroffen werden. Ein Drittel aller Unternehmenssoftware werde bis dahin sogenannte „Agentic AI“ integrieren.

Datenflüssigkeit als Erfolgsfaktor

Der Erfolg von KI-Implementierungen hängt zunehmend davon ab, wie Unternehmen ihre internen Informationen verwalten. Forschung des MIT CISR vom Dienstag identifiziert „Datenflüssigkeit“ als entscheidenden Faktor für den Geschäftserfolg. Die Studie betont: Je leichter Daten über verschiedene Anwendungen hinweg wiederverwendet werden können, desto besser die Geschäftsergebnisse. Experten nennen drei Haupthebel: Datenarchitektur, Datenaufbereitung und Berechtigungsmanagement. Ein Beispiel für diesen Ansatz ist die mehrjährige Transformation bei Caterpillar, die durch wiederverwendbare Datenprodukte die Kundenerfahrung und operative Effizienz verbesserte.