KI-Kennzeichnung: EU verpflichtet Wasserzeichen ab August 2026

Ab August 2026 müssen KI-generierte Medien in der EU klar gekennzeichnet sein. Die technischen Vorgaben dafür stehen nun fest.

Ab August müssen KI-generierte Bilder, Videos und Audios gekennzeichnet werden. Die EU-Kommission hat nun die technischen Standards dafür festgelegt.

Am 10. Juni veröffentlichte die EU-Kommission einen freiwilligen Verhaltenskodex zur Transparenz von KI-generierten Inhalten. Er dient als Vorbereitung für die verbindlichen Regeln des EU AI Acts, die am 2. August 2026 in Kraft treten sollen. Ab dann müssen alle synthetischen Inhalte, die echte Personen imitieren oder täuschend echt wirken, klar gekennzeichnet sein.

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Wasserzeichen und „KI“-Symbole als Pflicht

Die neuen Transparenzregeln verlangen Wasserzeichen für synthetische Medien sowie spezifische Hinweise bei Deepfakes. Dazu gehören dauerhaft eingeblendete „KI“-Symbole oder Audio-Disclaimer. Die technischen Kriterien dafür legt der nun veröffentlichte Verhaltenskodex fest. Die Kennzeichnung muss dauerhaft, aber nicht aufdringlich sein.

Die Umsetzung erfolgt gestaffelt: Neue KI-Systeme müssen ab August konform sein. Anbieter bereits bestehender Systeme erhalten vier Monate zusätzliche Zeit. Ausnahmen gibt es für Texte unter 200 Tokens – sie brauchen kein Wasserzeichen. Auch deterministische Algorithmen und Backend-Skripte ohne synthetische Agenten fallen nicht unter die Regeln.

Digital Omnibus: Verzögerungen für Hochrisiko-KI

Das EU-Parlament debattiert heute über das sogenannte „Digital Omnibus“-Paket. Es verschiebt die Fristen für bestimmte Hochrisiko-KI-Systeme. Betroffen sind Anwendungen in den Bereichen Personalauswahl, Personalwesen und Kreditwürdigkeitsprüfung – sie müssen erst ab Dezember 2027 die strengen Auflagen erfüllen. Für regulierte Produkte könnte die Frist sogar bis August 2028 verlängert werden.

Doch der Kern der Transparenzregeln bleibt unangetastet: Artikel 50 des AI Acts wird durch den Omnibus nicht verzögert. Das bedeutet: Nutzer müssen ab August 2026 informiert werden, wenn sie mit einem KI-Agenten interagieren.

Auch auf nationaler Ebene tut sich etwas. Am 10. Juni billigte der Digitale Ausschuss des Bundestags das KI-Marktüberwachungsgesetz. Es schafft die Grundlage für die deutsche Aufsicht über die neuen EU-Regeln.

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Meta unter Druck, EPSO setzt auf KI

Parallel zur Regulierung verschärft die EU den Wettbewerb im KI-Sektor. Am 9. Juni ordneten europäische Regulierungsbehörden an, dass Meta den kostenlosen Zugang zu seiner WhatsApp Business API für konkurrierende KI-Assistenten wiederherstellen muss. Drittanbieter sollen so die Chance erhalten, gegen Metas eigene KI-Tools zu bestehen.

Die EU wendet ihre Technologien aber auch selbst an. Das Europäische Auswahlamt (EPSO) testet derzeit eine KI-basierte „Job Matching Application“ von Accenture, die auf Modellen von Anthropic und AWS basiert. Sie bewertet Bewerber für EU-Positionen und soll im Sommer 2026 an den Start gehen. Bewerber werden über den KI-Einsatz informiert und können menschliche Entscheider anfordern.

Globale Spannungen: Exportkontrollen treffen Anthropic

Während Europa seine internen Regeln formt, bleibt die globale Lage angespannt. Am 12. Juni zwang eine US-Exportkontrollverordnung den KI-Anbieter Anthropic, seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 weltweit abzuschalten – nur drei Tage nach ihrem Launch. Der Fall zeigt: Europäische Infrastruktur ist stark von nicht-europäischen KI-Anbietern abhängig. Die neuen Transparenzregeln könnten daher nur der erste Schritt sein.