Australiens Premierminister Anthony Albanese hat bei einem Besuch der Apple-Zentrale im kalifornischen Cupertino ein internationales Rahmenabkommen für künstliche Intelligenz gefordert. Ziel einer solchen Übereinkunft müsse es sein, dass Menschen stets die Kontrolle über die Technologie behalten. Albanese kündigte an, diese Initiative bei der anstehenden Generalversammlung der Vereinten Nationen gemeinsam mit Partnerstaaten voranzutreiben.
Vorbild Atomwaffensperrvertrag von 1970
Albanese appellierte am 20. September 2026 in Cupertino insbesondere an die Vereinigten Staaten und China, eine Verständigung im Interesse der gesamten Menschheit zu suchen.
Als historisches Vorbild nannte er den Atomwaffensperrvertrag aus dem Jahr 1970. Auch auf nationaler Ebene treibt Australien entsprechende Leitlinien voran: Geplant sind nationale Standards für künstliche Intelligenz, deren gesetzliche Verankerung möglicherweise für Anfang 2027 ansteht. Anpassungen im Urheberrecht bezüglich möglicher Opt-out-Verfahren gelten derzeit noch als offen.
International gewinnen die Beratungen rasch an Dynamik. Vom 22. bis zum 28. September 2026 tagt die Generalversammlung der Vereinten Nationen, zu der rund 130 Staats- und Regierungschefs erwartet werden.
Zudem soll OpenAI-Chef Sam Altman am 23. September 2026 in New York den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in einer von Frankreich initiierten Sitzung über Fragen der künstlichen Intelligenz und internationalen Sicherheit unterrichten.
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UN-Generalsekretär António Guterres sprach sich für einen kontinuierlichen Dialog zwischen Washington, Peking und Europa aus, um ein technologisches Wettrüsten zu verhindern. Die Hauptverantwortung für die Sicherheitsarchitektur liege nach Ansicht von Guterres bei den jeweiligen Regierungen.
Gegensätzliche Signale aus Washington
Die Vorstöße für globale Leitplanken treffen in den USA jedoch auf erhebliche politische Vorbehalte. US-Präsident Donald Trump kündigte am 20. September 2026 an, regulatorische Hürden energisch bekämpfen zu wollen. Jede staatliche Verlangsamung der Entwicklung schwäche seiner Ansicht nach die US-Position und nutze China.
Warnungen vor existenziellen Risiken durch künstliche Intelligenz tat Trump als gegenstandslos ab und betonte stattdessen die wirtschaftliche Tragweite: Das Segment könnte Schätzungen zufolge künftig bis zu 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Staaten ausmachen.
Gleichzeitig kündigte Trump auf der Plattform Truth Social den Aufbau einer sogenannten AI Force sowie die Ernennung eines neuen Bundesbeauftragten für den KI-Bereich an, ohne hierfür konkrete Details oder Zeitpläne zu nennen.
Trumps früherer Berater David Sacks war bereits Anfang des Jahres 2026 aus dem Amt geschieden. Trotz der Skepsis gegenüber Regulierung empfängt Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping in Washington, wo Verhandlungen über Technologiefragen und die Sicherheitsrisiken künstlicher Intelligenz anstehen.
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Diskussionen über Notabschalter und Testverfahren
Innerhalb der Technologiebranche stößt der Ruf nach Leitplanken auf ein geteiltes Echo. Anthropic-Geschäftsführer Dario Amodei hatte einen Drei-Stufen-Plan zur Drosselung des Entwicklungstempos vorgeschlagen, der externe Prüfungen in Forschungslaboren, eine Branchenkoordination und zwischenstaatliche Verträge beinhaltet.
Diesem Vorschlag schlossen sich Branchenvertreter wie Altman, Demis Hassabis und Elon Musk in Teilen an. Zugleich berichteten Medien, dass Vorschläge für ein industriegetragenes Kontrollgremium zuvor von Spitzenmanagern verworfen worden waren.
Auf bundesstaatlicher Ebene in den USA werden bereits Fakten geschaffen: Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete am 18. September 2026 eine Verfügung, die unter anderem die Implementierung eines Notabschalters prüfen soll.
Singapurs Digitalministerin Josephine Teo sowie internationale Experten verwiesen darauf, dass die Technologiebranche Sicherheitsmodelle etablieren müsse, wie sie in der Zivilluftfahrt oder im Nuklearsektor seit Jahrzehnten Standard sind.
In der Europäischen Union existieren solche Vorgaben bereits: Das dortige risikobasierte Gesetz für künstliche Intelligenz regelt den Betrieb von Modellen verbindlich seit 2024.

