KI-Kosten außer Kontrolle: 84 Prozent der Unternehmen verlieren Margen

Studie zeigt: 84 Prozent der Firmen verbuchen Margenrückgänge durch KI-Ausgaben. Microsoft und andere Tech-Riesen leiten Sparkurs ein.

Weltweit stecken Unternehmen Milliarden in KI-Infrastruktur – doch die erhofften Renditen bleiben oft aus. Stattdessen fressen unerwartet hohe Kosten die Gewinnmargen auf.

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Budgets sind schneller leer als gedacht

Eine aktuelle Studie zum KI-Kostenmanagement zeigt ein düsteres Bild: 84 Prozent der Unternehmen verzeichnen einen Rückgang ihrer Bruttomargen um mehr als sechs Prozent – allein durch Ausgaben für KI-Infrastruktur. Besonders drastisch: Der Fahrdienstleister Uber soll sein gesamtes KI-Budget für 2026 bereits in den ersten vier Monaten des Jahres aufgebraucht haben.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. 80 Prozent der Organisationen haben ihre KI-bezogenen Kostenprognosen um mehr als ein Viertel verfehlt. Die Folge: Immer mehr Firmen denken um. Marktbeobachter berichten, dass 67 Prozent der Unternehmen planen, KI-Workloads aus der Cloud zurück auf eigene Server zu verlagern – ein klarer Versuch, die Kosten in den Griff zu bekommen.

Tech-Riesen reagieren mit Strategiewechsel

Microsoft zieht bereits Konsequenzen. Der Konzern kündigte an, bis Ende Juni die Claude-Code-Lizenzen für tausende Ingenieure zu kündigen und stattdessen auf das hauseigene GitHub Copilot zu setzen. Ein klares Signal: Selbst die Großen der Branche sparen.

Besonders hart trifft es den Bankensektor. Dort steigen die KI-Rechnungen von Zehntausenden auf mehrere Millionen Euro. Grund sind unter anderem Lieferengpässe bei Anbietern wie Anthropic, das die Preise für sein Claude-Modell deutlich angehoben hat.

KI-Chefs rudern bei Job-Prognosen zurück

Die finanzielle Realität hat auch die öffentliche Meinung der Branchengrößen verändert. OpenAI-CEO Sam Altman und Anthropic-CEO Dario Amodei nahmen im Mai ihre früheren Warnungen vor massiven Jobverlusten zurück. Altman zeigte sich erleichtert, mit seinen Prognosen zu Massenentlassungen bei Büroangestellten falsch gelegen zu haben. Amodei spricht nun von KI als Produktivitätsverstärker – nicht als Jobkiller.

Beide Unternehmen bereiten sich offenbar auf Börsengänge vor, die Bewertungen von bis zu einer Billion Euro ermöglichen könnten.

Warnung vor neuer Blase

Doch die Skepsis bleibt groß. Am 27. Mai verglich Starinvestor Michael Burry die aktuelle Hype-Welle um KI und private Raumfahrt-IPOs mit der Dotcom-Blase. Seine Warnung: Überbewertung und zu viel Kapital auf zu wenige Unternehmen konzentriert.

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Nvidia-CEO Jensen Huang schoss gegen andere Manager: Sie würden KI lediglich als faule Ausrede für Entlassungen nutzen. Die wahren Gründe seien steigende Kosten und schlichtweg zu viel Personal.

Der Druck auf die Technikabteilungen ist enorm. Eine Umfrage unter US-Technikführungskräften ergab: 79 Prozent fühlen sich unter Druck gesetzt, ihre KI-Fortschritte schöner darzustellen, als sie sind – oft auf Drängen von Vorständen oder der Chefetage.

Milliarden verpuffen durch Komplexität

Die Integration von KI ist nicht nur teuer, sondern auch ineffizient. Britische Unternehmen verlieren durchschnittlich 24 Prozent ihres KI-Budgets an Komplexität, bevor sie überhaupt einen Return on Investment sehen. Das entspricht einem jährlichen Verlust von umgerechnet rund 13,5 Milliarden Euro. 83 Prozent der IT-Verantwortlichen berichten zudem, dass KI-Outputs regelmäßig Fehler oder Rauschen in ihre Prozesse einbringen.

Auch etablierte Softwareanbieter spüren den Wandel. Die Aktien von Salesforce gerieten Ende Mai unter Druck. Analysten sprechen von einem „KI-getriebenen Strukturwandel“, der das traditionelle Pro-Sitzplatz-Lizenzmodell des Unternehmens infrage stellt. Zwar wachsen die KI-Agenten-Umsätze von Salesforce dreistellig, doch sie machen noch immer weniger als zwei Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Lichtblicke trotz Krise

Ganz ohne Hoffnung ist die Branche nicht. AWS konnte seine Margen im ersten Quartal 2026 um 213 Basispunkte steigern – getrieben durch die intensive Nutzung von Anthropic-Modellen auf seiner Bedrock-Plattform. In China sorgte das Unternehmen Knowledge Atlas Technology (Z.AI) für Furore: Der Aktienkurs stieg seit dem Börsengang im Januar um rund 800 Prozent. Grund ist ein Hochparameter-Modell, das in internationalen Benchmarks führend ist.

Und im Finanzsektor zeichnet sich eine neue Entwicklung ab. Robinhood kündigte am 27. Mai den Beta-Start von KI-Agenten an, die eigenständig Aktiengeschäfte tätigen und Einkäufe über spezielle Konten abwickeln können. Ein Vorgeschmack auf die nächste Welle: agentische KI im persönlichen Finanzmanagement.