KI-Lobbying: OpenAI, Anthropic und Nvidia geben 7,5 Millionen Dollar aus

Beide KI-Unternehmen setzen sich für erleichterten Informationsaustausch ein, verfolgen bei staatlichen Modellprüfungen jedoch unterschiedliche Ansätze.

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Die führenden Entwickler künstlicher Intelligenz OpenAI und Anthropic verstärken ihren politischen Druck in Washington: Im dritten Quartal 2026 setzten sich die beiden KI-Labore für kartellrechtliche Regelungen ein, die den Informationsaustausch zwischen konkurrierenden Technologieunternehmen erleichtern sollen. Anthropic bezog sich bei seinen Vorstößen auf den Collaboration on Adversarial Threats and Security Risks Act.

Rekordausgaben für politische Einflussnahme

Der Vorstoß geht mit beispiellosen Ausgaben für bundesweite Lobbyarbeit einher. Anthropic wandte im dritten Quartal 2026 2,1 Millionen US-Dollar für die politische Interessenvertretung in den USA auf, was rund 23.000 US-Dollar pro Tag entspricht. OpenAI verzeichnete im selben Zeitraum Lobbyausgaben von 1,5 Millionen US-Dollar beziehungsweise rund 16.600 US-Dollar täglich – für beide Unternehmen ein historischer Höchststand.

Gemeinsam mit dem Chiphersteller Nvidia summierten sich die Ausgaben der drei Unternehmen im dritten Quartal 2026 auf rund 7,5 Millionen US-Dollar. Laut einer Analyse der Organisation POGO bedeutet dies einen Anstieg um 22 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2026 und ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2025. Seit Anfang 2024 gaben die drei Konzerne zusammen etwa 37 Millionen US-Dollar für Bundeslobbying aus, wovon rund die Hälfte auf das Jahr 2026 entfällt.

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Debatte um Sicherheitskooperationen und Kartellrecht

Hintergrund der Initiative ist die Frage, inwieweit konkurrierende Entwickler bei der Identifizierung und Abwehr von Bedrohungen kooperieren dürfen, ohne kartellrechtliche Ermittlungen zu riskieren.

Auch Denkfabriken fordern hier Rechtssicherheit: Das American Enterprise Institute sprach sich in Eingaben an die Federal Trade Commission sowie das US-Justizministerium dafür aus, Entwicklern von Frontier-KI-Modellen die gegenseitige Zusammenarbeit und die Kooperation mit Cloud-Anbietern zu Sicherheitszwecken ausdrücklich zu erlauben. Beide Behörden schlossen vor Kurzem Konsultationen zur Reformierung jahrzehntealter Leitlinien für Unternehmensallianzen ab.

Kritik an der aktuellen Haltung der Aufsichtsbehörden kommt derweil von der Information Technology Innovation Foundation. Die Denkfabrik lehnt die etablierte Kartellrechtspraxis ab und argumentiert, dass eine restriktive Handhabung technologischer Kooperationen Innovationen schade – insbesondere im KI-Sektor.

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Getrennte Pfade bei Modellprüfungen

Parallel zum gemeinsamen Eintreten für Kooperationsregeln verfolgen die Unternehmen unterschiedliche Strategien bei künftigen Gesetzesauflagen. Anthropic legte einen 37-seitigen Gesetzentwurf vor, der ein staatliches Eingreifen erst bei unmittelbaren Risiken mit Schwellenwerten von 50 Todesopfern oder einer Milliarde US-Dollar Sachschaden vorsieht und auf unabhängige, privat bezahlte Prüfer setzt.

OpenAI fordert gemeinsam mit der Organisation Americans for Responsible Innovation hingegen verbindliche behördliche Testverfahren. Am 19. Oktober 2026 drängte Chris Lehane, Leiter für globale Angelegenheiten bei OpenAI, den US-Kongress öffentlich dazu, staatliche KI-Prüfungen in Bundesgesetzen festzuschreiben.