KI-Missbrauch an Colleges: Kerala startet Sonderaktion ab Oktober

Nach mehreren Fällen manipulierter Bilder in Kerala plant die Polizei eine Sonderaktion und untersucht mögliche Beteiligte sowie digitale Spuren.

Der Innenminister von Kerala, Ramesh Chennithala, hat eine umfassende polizeiliche Sonderaktion gegen Cyberkriminalität angekündigt. Hintergrund der für den Zeitraum von Oktober bis November geplanten Initiative sind gehäufte Fälle von digitaler Manipulation, bei denen künstliche Intelligenz (KI) zur Erstellung missbräuchlicher Inhalte genutzt wurde. Wie der Minister erklärte, solle zudem bis Oktober ein landesweites Projekt zur gezielten Bekämpfung von KI-gestützten Delikten anlaufen.

Festnahme nach Bildmanipulationen in Kochi

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund konkreter Ermittlungserfolge der Polizei in Kochi. Dort wurde ein 20-jähriger BBA-Student namens Sreehari V.S. festgenommen. Dem jungen Mann wird vorgeworfen, am Bharata Mata College in Thrikkakara Fotos von mindestens drei Lehrkräften sowie von Kommilitonen manipuliert zu haben.

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Laut den Ermittlungsbehörden nutzte der Beschuldigte seit dem Jahr 2025 KI-Werkzeuge, um Bildmaterial in explizite und obszöne Inhalte umzuwandeln und diese anschließend über Plattformen wie Telegram und Instagram zu verbreiten.

Die Polizei hat gegen den Studenten Anklage auf Basis des IT Acts 67A, des Kerala Police Acts 119(1)(b) sowie des BNS 79 erhoben. Nach einer Beschwerde eines ehemaligen Studenten schloss die Leitung des Colleges den Beschuldigten umgehend vom Studium aus. Zuvor war es an der Bildungseinrichtung zu Protesten gekommen, bei denen Studierende der Leitung vorgeworfen hatten, den Täter zunächst geschützt zu haben.

Ermittlungen des Spezialeinsatzkommandos

Zur Untersuchung des Falls in Thrikkakara wurde ein Spezialeinsatzkommando (SIT) unter Beteiligung der Cyberpolizei gebildet. Die Beamten prüfen derzeit digitale Spuren und untersuchen eine geschlossene Chatgruppe auf einer Messaging-App, der vier bis einer Messaging-App, der vier bis fünf Personen angehört haben sollen. Es stehe im Raum, dass ehemalige Studenten oder Außenstehende an den Aktivitäten beteiligt gewesen sein könnten.

Obwohl die Polizei Hinweise auf den Verkauf von Bildern sieht, gaben Ermittler an, dass es bislang keine eindeutigen Beweise für einen finanziellen Gewinn gebe. Sreehari V.S. soll die genutzten KI-Tools vor seiner Festnahme von den beschlagnahmten Geräten gelöscht haben. Cyber-Experten im Ermittlungsteam arbeiten nun an der Wiederherstellung dieser Daten.

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Weitere Vorfälle an Colleges in der Region

Die Problematik scheint über den Einzelfall in Kochi hinauszugehen. In Kottayam nahm die Polizei einen B-Tech-Studenten im vierten Jahr fest. Dem Beschuldigten namens Ajmal wird vorgeworfen, am Mangalam College of Engineering in Ettumanoor Fotos von Mitstudierenden mittels KI manipuliert zu haben.

Bei einer Durchsuchung wurden entsprechende Bilder auf seinen Geräten sichergestellt. Da es keine Belege für eine Verbreitung der Dateien gab, wurde der Student gegen Kaution aus der Haft entlassen.

Zusätzlich hat das MSF-Distriktkomitee in Malappuram eine offizielle Beschwerde bei der Bezirkspolizeichefin Chaithra Theresa John eingereicht. Berichten zufolge sind Studentinnen von insgesamt acht Colleges betroffen, deren manipulierte Bilder in sozialen Medien kursieren.

Das Komitee fordert die Sperrung der betreffenden Konten und die sofortige Entfernung des Materials. Die Polizeileitung hat bereits die zuständigen Dienststellen mit der Einleitung rechtlicher Schritte beauftragt.