KI-Phishing 2026: Anstieg um das 14-fache, 82,6% mit Künstlicher Intelligenz

Google reicht Zivilklage gegen chinesische Hacker ein, die Gemini für Betrugskampagnen nutzten. KI-Phishing-Angriffe steigen drastisch.

Die Gruppe „Outsider Enterprise“ soll Googles KI-Modell Gemini für großangelegte Betrugskampagnen missbraucht haben. Die Klage vor dem U.S. District Court for the Southern District of New York stützt sich auf das RICO-Gesetz zur Bekämpfung organisierter Kriminalität und den Lanham Act.

Automatisierter Betrug in Millionenhöhe

Das Netzwerk nutzte Gemini, um 131 Software-Kits für betrügerische Zwecke zu erstellen. Damit generierten die Täter rund 9.000 gefälschte Websites und über eine Million bösartige URLs. Allein in zwei Wochen im Mai verschickten sie schätzungsweise 2,5 Millionen Kurzmitteilungen an Android-Nutzer.

Anzeige: Die Zahl KI-gesteuerter Phishing-Angriffe hat sich 2026 vervierzehnfacht – und 82,6% aller Phishing-Mails sind KI-generiert. Besonders gefährdet: Personen unter 35 Jahren. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen 3 Sofort-Maßnahmen und eine Checkliste, um KI-Betrug auf dem Smartphone zu erkennen. Jetzt kostenlosen Schutz-Guide sichern

Bei dieser Methode des SMS-Phishings – bekannt als „Smishing“ – locken Angreifer Opfer auf präparierte Webseiten. Ziel ist der Diebstahl persönlicher Daten oder Finanzinformationen. Google arbeitete bei der Untersuchung mit dem FBI sowie den Mobilfunkanbietern AT&T, T-Mobile und Verizon zusammen.

Das Unternehmen strebt eine gerichtliche Unterlassungsverfügung und Schadensersatz an. Googles KI-gestützte Abwehr blockiert eigenen Angaben zufolge bereits monatlich über zehn Milliarden bösartige Nachrichten.

Drastischer Anstieg KI-gesteuerter Phishing-Versuche

Der Fall zeigt einen besorgniserregenden Trend: KI-gesteuerte Phishing-Angriffe haben sich 2026 bisher vervierzehnfacht. Schätzungsweise 82,6 Prozent aller Phishing-E-Mails entstehen mittlerweile mit Künstlicher Intelligenz. Smishing macht rund 35 Prozent aller Phishing-Angriffe aus – ein Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das FBI bezifferte die weltweiten Verluste durch Cyberkriminalität für 2025 auf rund 19,5 Milliarden Euro. Davon entfielen etwa 830 Millionen Euro auf Vorfälle mit direktem KI-Bezug. Besonders gefährdet: Personen unter 35 Jahren. Sie werden statistisch doppelt so häufig Opfer solcher Angriffe wie ältere Bevölkerungsgruppen.

Parallelklage gegen Einflusskampagnen

Auch Googles Wettbewerber OpenAI wurde aktiv: Das Unternehmen stoppte zwei chinesische Einflusskampagnen mit den Namen „Data Center Bandwagon“ und „Tech and Tariffs“. Diese Gruppierungen versuchten, über ChatGPT die öffentliche Meinung zur US-Technologiepolitik zu manipulieren. OpenAI stufte die Wirksamkeit der Operationen jedoch als gering ein – sie erreichten keine nennenswerte Verbreitung.

Anzeige: Smishing-Angriffe sind um 40% gestiegen – und jeder dritte Phishing-Versuch erfolgt per SMS. Allein in zwei Wochen wurden 2,5 Millionen betrügerische Kurzmitteilungen an Android-Nutzer verschickt. In diesem Leitfaden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Smishing erkennen und abwehren. Smishing-Abwehr-Guide jetzt anfordern

Google selbst in der KI-Haftung

Während Google gegen externe Angreifer vorgeht, gibt es auch juristische Probleme mit den eigenen KI-Entwicklungen. Das Landgericht München I entschied Ende Mai: Google haftet für unwahre Tatsachenbehauptungen, die durch die Funktion „Übersicht mit KI“ in der Suche generiert werden.

Zwei Münchner Verlage hatten geklagt, nachdem die KI sie fälschlicherweise mit Betrugsmaschen in Verbindung gebracht hatte. Das Gericht stellte klar: Die KI-Übersicht ist eine eigenständige, Google zurechenbare Aussage – kein fremder Inhalt. Google darf die falschen Behauptungen nicht weiter verbreiten und muss den Großteil der Verfahrenskosten tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.