Kriminelle nutzen KI und täuschende Rufnummern, um an Ersparnisse zu kommen. Allein in den letzten Tagen entstand Schaden im sechsstelligen Bereich.
Immer mehr Menschen fallen auf Betrug herein
25 Prozent der Deutschen wurden laut einer Schufa-Umfrage bereits Opfer von Internetbetrug. Die finanziellen Folgen sind oft existenzbedrohend. 45 Prozent der Betroffenen verloren zwischen 100 und 1.000 Euro, 13 Prozent sogar bis zu 10.000 Euro. Rund 6 Prozent büßten mehr als 10.000 Euro ein.
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Die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Ramona Pop, warnt vor der wachsenden Professionalität der Täter. Sie fordert nicht nur mehr Aufklärung, sondern auch strengere Regeln für digitale Plattformen.
Täter geben sich als Polizisten oder Banker aus
In Donauwörth überwies ein 60-Jähriger am 17. Juni knapp 100.000 Euro an einen angeblichen Finanzberater. In Frankfurt-Eschersheim erbeuteten falsche Polizisten und Bankmitarbeiter einen mittleren fünfstelligen Betrag von einem 84-Jährigen. Ein 57-Jähriger in Salzburg verlor über 73.000 Euro durch einen Anruf zu angeblichen Krypto-Problemen.
Die Masche ist fast immer gleich. Die Opfer werden unter Druck gesetzt. Die Täter nutzen sogenanntes Spoofing – auf dem Display erscheint eine echte Rufnummer von Polizei oder Bank.
Energieversorger und Pflegestützpunkte als Deckmantel
Der Energieversorger ewz warnte am 17. Juni vor Kriminellen, die sich als Mitarbeiter ausgeben. Über gefälschte Websites wollen sie TWINT-Codes und Bankdaten abgreifen. Ziel ist die vollständige Übernahme von Zahlungskonten.
Auch der Landkreis Rottweil meldete betrügerische Anrufe im Namen des Pflegestützpunktes. Die Täter fragten unter dem Vorwand der Hilfestellung sensible Daten ab. Behörden stellen klar: Pflegestützpunkte rufen nicht unangefordert an und schließen keine Verträge am Telefon.
In Plettenberg überwies ein 38-Jähriger sein gesamtes Vermögen auf ein fremdes Konto. Ein angeblicher Bankmitarbeiter hatte behauptet, eine Lotto-Gesellschaft plane unberechtigte Abbuchungen.
KI macht Betrug noch gefährlicher
Der IT-Dienstleister Boltwise erhob am 12. Juni: 87 Prozent der deutschen Unternehmen sind von KI-basiertem Phishing betroffen. Die Zahl der Phishing-Versuche stieg um 150 Prozent.
Besonders perfide ist Voice Phishing. KI-gestützte Anrufe imitieren Stimmen oder automatisieren Dialoge. Die Erfolgsquote liegt 40 Prozent höher als bei herkömmlichen Methoden. In Minden-Lübbecke und Butzbach täuschten Täter in russischer Sprache Verkehrsunfälle von Angehörigen vor und forderten fünfstellige Bargeldbeträge.
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Was tun bei verdächtigen Anrufen?
Polizeibehörden raten zur äußersten Vorsicht. Geben Sie niemals PINs oder Passwörter am Telefon preis. Gewähren Sie keinen Fernzugriff auf Ihren Computer. Bei Zweifeln: Legen Sie auf und rufen Sie die Institution unter der offiziellen Nummer zurück.
Im Betrugsfall ist schnelles Handeln entscheidend. Informieren Sie sofort Ihre Hausbank und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Im Fall Donauwörth konnte das Bundeskriminalamt Täterkonten noch sperren.

