Eine neue Welle von Betrugsversuchen zielt mit alarmierender Präzision auf Smartphone-Nutzer. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Verbraucherzentralen warnen vor einer drastischen Zunahme von mobilem Phishing. Kriminelle nutzen erstmals massenhaft KI-Sprachmodelle, um personalisierte und sprachlich perfekte Nachrichten zu erstellen. Die Zeiten, in denen sich Betrugs-SMS durch schlechte Grammatik verrieten, sind damit vorbei.
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KI industrialisiert den Betrug
Generative KI revolutioniert die Effizienz von Phishing-Angriffen. Wo Kriminelle früher Stunden für eine Nachricht brauchten, erledigen KI-Systeme dies heute in Minuten. Sie ermöglichen eine Flut sogenannter „polymorpher“ Angriffe, bei denen der Inhalt jeder Nachricht minimal variiert wird. Für traditionelle Spam-Filter, die auf bekannte Muster angewiesen sind, erscheint jede dieser Nachrichten als neu und entgeht so der Erkennung. Die Technologie imitiert den Tonfall von Banken oder Paketdiensten perfekt. Diese Industrialisierung des Cyberbetrugs hat die Hürden für Kriminelle gesenkt und die Bedrohung massiv verschärft.
Smishing und Quishing: Die neuen Hauptgefahren
Die Angreifer setzen verstärkt auf zwei Methoden: Smishing (Phishing per SMS) und Quishing (Phishing per QR-Code). Aktuelle Smishing-Kampagnen locken mit angeblichen Paketbenachrichtigungen, Zollgebühren oder dringenden Bankwarnungen. Besonders tückisch ist das Quishing. Hier werden manipulierte QR-Codes an Parkautomaten oder in E-Mails platziert. Das Scannen mit dem Smartphone führt direkt auf eine gefälschte Webseite, die Zugangsdaten abgreift. Diese Methode umgeht viele Sicherheitsfilter auf Desktop-PCs, indem der Angriff auf das oft schlechter geschützte Mobilgerät verlagert wird.
Perfide Maschen umgehen selbst Zwei-Faktor-Authentifizierung
Die aktuellen Betrugsmaschen zeigen eine hohe Kreativität. So kursieren gefälschte SMS, die unter Berufung auf EU-Vorgaben wie PSD2 zu einem angeblichen Sicherheitscheck auffordern und mit Kontosperrung drohen. Sogar der „Enkeltrick“ wurde digital adaptiert: Täter geben sich per Nachricht als Familienmitglied in einer Notlage aus. Neue Phishing-Kits ermöglichen Echtzeit-Attacken, bei denen ein angeblicher Support-Mitarbeiter das Opfer anruft und es telefonisch durch den Betrugsprozess leitet. So wird selbst die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ausgehebelt.
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Smartphones als ideales Ziel für Kriminelle
Smartphones sind für Kriminelle ein perfektes Ziel. Die kleineren Bildschirme erschweren es, verdächtige URLs vollständig zu erkennen. Unterwegs prüfen Nutzer Nachrichten zudem hastiger und weniger kritisch. Die finanziellen Schäden sind immens. Allein in Oberösterreich summierte sich der Schaden durch Smishing innerhalb von zwei Wochen auf rund 800.000 Euro. Experten beziffern den Durchschnittsschaden pro Fall auf 4.000 bis 6.000 Euro. Für Opfer wird die Lage zusätzlich erschwert, da Gerichte die Weitergabe von Daten nach einer Phishing-Aufforderung als grobe Fahrlässigkeit werten können. Das erschwert eine Erstattung durch die Bank.
So schützen Sie sich effektiv
Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Bedrohung durch die fortschreitende KI-Entwicklung weiter zunimmt. Für Verbraucher wird erhöhte Wachsamkeit zur wichtigsten Verteidigungslinie. Behörden raten zu folgenden Schutzmaßnahmen:
- Gesunde Skepsis: Behandeln Sie unaufgeforderte SMS und E-Mails, die zu dringendem Handeln auffordern, mit größtem Misstrauen.
- Keine Links anklicken: Öffnen Sie niemals Links in verdächtigen Nachrichten. Rufen Sie die Webseite des Unternehmens stattdessen manuell im Browser auf.
- Absender verifizieren: Kontaktieren Sie den angeblichen Absender über einen offiziellen, bekannten Kanal, um die Echtheit zu prüfen.
- 2FA nutzen: Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Konten, die sie anbieten.
- Software aktuell halten: Installieren Sie regelmäßig Updates für Ihr Betriebssystem und alle Apps.





