KI-Phishing steigt um 1.200 Prozent: Google rüstet Android auf

Französische Ermittler heben in Albanien ein Betrugs-Callcenter aus. Fünf Festnahmen, 1,5 Millionen Euro Schaden bei 19 Anlegern.

Die Betrüger gaben sich als seriöse Finanzberater aus. Von spezialisierten Callcentern aus lockten sie französische Anleger mit gefälschten Krypto-Investments. Ein besonders krasser Fall: Eine Anlegerin zahlte zunächst 250 Euro ein – und verlor am Ende 80.000 Euro.

Die Ermittler zählen mindestens 19 Opfer in Frankreich. Der Gesamtschaden: rund 1,5 Millionen Euro. Ein Problem: Albanien liefert eigene Staatsbürger nicht aus. Die Entschädigung der Opfer hängt nun von der Zusammenarbeit zwischen französischen und albanischen Justizbehörden ab.

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Brasilien: Finanzberater kassiert 360.000 Real

Parallel dazu schlugen brasilianische Ermittler zu. Anfang Juni nahm die Zivilpolizei in Goiás einen Verdächtigen fest. Auch er gab sich als Finanzberater aus und versprach feste Renditen in Bitcoin. Der Anleger biss an und transferierte umgerechnet rund 360.000 Real in Kryptowährungen.

Die Masche war simpel: Der Betrüger behielt die privaten Schlüssel der Wallets ein und wickelte die Gelder über ein Konto bei einer brasilianischen Kryptobörse ab.

Die Fälle sind kein Einzelfall. Bereits im Herbst 2025 zerschlugen Behörden in acht Ländern einen Ring, der für über 700 Millionen Euro Schaden verantwortlich sein soll. Neun Festnahmen in Zypern, Deutschland und Spanien, Millionen sichergestellt.

Vishing und KI: Die Angriffe werden raffinierter

Die Zahl der KI-gestützten Phishing-Versuche ist in den letzten zwei Jahren um rund 1.200 Prozent gestiegen. Eine besonders gefährliche Gruppe heißt „Pink“. Sie setzt auf Vishing – Voice Phishing.

Die Täter geben sich als IT-Support aus und ergaunern Multi-Faktor-Authentifizierungs-Codes (MFA). Damit infiltrieren sie Cloud-Umgebungen. Die Drohung: 72 Stunden Frist, dann werden die Daten veröffentlicht.

Auch LinkedIn ist zum Tatort geworden. Die Gruppe JINX-0164 agiert seit Mitte 2025 mit gefälschten Recruiter-Profilen. Ziel sind Krypto-Entwickler. Die Täter schleusen Schadsoftware ein, stehlen GitHub-Token und injizieren bösartigen Code in Software-Pipelines. Anfang April entdeckten Sicherheitsforscher ein manipuliertes Paket im npm-Register.

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Google plant KI-Schutz für Android

Die Schäden sind enorm. Das FBI beziffert die globalen Verluste durch Cyberkriminalität für 2025 auf rund 19,2 Milliarden Euro. Jetzt reagieren die Tech-Konzerne.

Google will noch im Juni eine neue Funktion für Android ausrollen. Künstliche Intelligenz soll betrügerische Anrufe in Echtzeit erkennen. Ein Hoffnungsschimmer.

Doch KI hilft nicht nur den Betrügern. Ein Nutzer konnte mit dem KI-Modell Claude den Zugang zu einem seit elf Jahren gesperrten Bitcoin-Wallet wiederherstellen. Nach erfolglosen Brute-Force-Versuchen analysierte die KI Datenfragmente eines alten Laptops und identifizierte einen Verschlüsselungsfehler. Ergebnis: 5 Bitcoin gerettet – aktuell über 400.000 US-Dollar wert.

Vorsicht auch vor falschen Finanzamt-Mails

Experten warnen: Selbst offizielle Behördenkommunikation wird imitiert. Aktuell sind gefälschte ELSTER-E-Mails im Umlauf. Die Täter locken Steuerzahler unter dem Vorwand eines elektronischen Steuerbescheids für 2026 auf Phishing-Seiten.

Die Regel: Datenverifikationen ausschließlich über offizielle Portale vornehmen. Keine Links in Mails anklicken. Und bei unerwarteten Anrufen von angeblichen IT-Support-Mitarbeitern: einfach auflegen.