KI-Phishing-Welle trifft Deutschland und Österreich

Cyberkriminelle nutzen künstliche Intelligenz für täuschend echte Phishing-Angriffe auf Bankkunden. Polizei meldet erste Festnahmen, Verbraucherschützer sehen nur die Spitze des Eisbergs.

Eine neue Welle hoch entwickelter Phishing-Angriffe überrollt Deutschland und Österreich. Die Polizei warnt eindringlich und meldet erste Festnahmen. Betrüger nutzen künstliche Intelligenz, um perfekte Fälschungen zu erstellen.

In Österreich zielt eine aktuelle Masche gezielt auf Nutzer des Steuerportals „FinanzOnline“ ab. Gleichzeitig nahm die Polizei Köln einen 20-Jährigen fest. Er soll mit ausgespähten Bankdaten digitale Karten auf seinem Smartphone erstellt und in Supermärkten eingekauft haben. Verbraucherschützer sehen diese Fälle nur als Spitze des Eisbergs. Besonders Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken, N26 und easybank stehen derzeit im Fadenkreuz der Kriminellen.

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KI macht Fälschungen perfekt

Die Zeiten, in denen man Phishing an schlechter Grammatik erkannte, sind vorbei. Cyberkriminelle setzen 2026 auf KI, um täuschend echte Nachrichten zu generieren. Diese Systeme imitieren den Tonfall von Banken, Paketdiensten oder Behörden exakt. Aktuelle Kampagnen fordern etwa eine Erneuerung des „VR-SecureGo-Zugangs“ oder drohen mit Kontosperrungen bei N26 und easybank. Der psychologische Druck durch knappe Fristen ist dabei ein zentrales Element.

Smishing, Vishing, Quishing: Die neuen Angriffswege

Die Betrüger diversifizieren ihre Taktiken. Der Kölner Fall zeigt die Gefahr von „Smishing“ – Phishing per SMS. Opfer klicken auf Links und geben ihre Bankdaten preis. Mit diesen erstellen Täter dann digitale Kartenkopien in Wallet-Apps. Zunehmend verbreitet sind auch „Vishing“ (Betrugsanrufe) und „Quishing“ mit gefälschten QR-Codes. Das BSI und das BfV warnen zudem vor einer Masche über den Messenger Signal, bei der sich Angreifer als offizieller Support ausgeben.

So schützen Sie sich richtig

Da die Fälschungen perfekt sind, müssen Nutzer ihr Verhalten anpassen. Die wichtigste Regel: Klicken Sie niemals auf Links in unaufgeforderten Nachrichten. Gehen Sie stattdessen manuell auf die offizielle Webseite oder nutzen Sie die App Ihrer Bank. Prüfen Sie immer die Absenderadresse genau – nicht nur den angezeigten Namen. Seriöse Institute fordern Passwörter, PINs oder TANs nie per E-Mail oder SMS an. Misstrauen ist angebracht, wenn plötzlicher Zeitdruck aufgebaut wird.

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Das industrialisierte Betrugsgeschäft

Hinter der Angriffswelle steht eine fortschreitende Industrialisierung der Cyberkriminalität. Automatisierte Systeme und KI ermöglichen Kampagnen im großen Stil, die früher enormen Aufwand bedeuteten. Phishing ist einer der häufigsten und erfolgreichsten Angriffsvektoren überhaupt. Die Täter nutzen gezielt das Vertrauen in bekannte Marken aus. Jeder erfolgreiche Angriff schädigt nicht nur das Opfer, sondern untergräbt das Vertrauen in die digitale Kommunikation insgesamt.

Das Wettrüsten geht weiter

Experten erwarten eine weitere Eskalation. Künftig könnten Deepfake-Stimmen oder sogar Videobotschaften bei Anrufen zum Einsatz kommen, um sich als Bankmitarbeiter oder Verwandte auszugeben. Auf der anderen Seite werden auch Abwehrsysteme intelligenter. KI-gestützte Sicherheitslösungen lernen, verdächtige Muster besser zu erkennen. Für Verbraucher bleibt jedoch die eigene Wachsamkeit die wichtigste Verteidigungslinie. Das Wissen um aktuelle Maschen und ein gesundes Misstrauen sind der effektivste Schutz.