KI-Preiskrieg: OpenAI folgt Googles 37%-Senkung vom 9. Juni

OpenAI senkt Preise für KI-Dienste angesichts wachsender Konkurrenz durch Anthropic und bereitet parallel den Börsengang vor.

Der KI-Pionier will mit günstigeren Angeboten gegen die Konkurrenz bestehen und sich für den Börsengang rüsten.

OpenAI erwägt deutliche Preissenkungen für seine KI-Dienste – von den API-Token-Preisen bis hin zu den ChatGPT-Abonnement-Stufen. Das Unternehmen reagiert damit auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch den Rivalen Anthropic und bereitet sich gleichzeitig auf den geplanten Gang an die Börse vor.

Anzeige

Während Tech-Giganten um Marktanteile kämpfen, nutzen viele Menschen ChatGPT bereits erfolgreich zur Zeitersparnis im Privatleben. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen mit fertigen Prompts, wie Sie die KI ohne Vorkenntnisse für Ihre tägliche Organisation einsetzen. ChatGPT als Alltagshelfer: Gratis-Report herunterladen

Wettlauf um Marktanteile und sinkende Preise

Die internen Diskussionen über Preisanpassungen fallen in eine Zeit, in der hohe Betriebskosten als größtes Hindernis für Unternehmenskunden gelten. OpenAI-CEO Sam Altman hatte die Kosten für KI-Dienste zuletzt selbst als „massive Herausforderung“ für die Kunden bezeichnet. Besonders im Fokus: die Token-Preise – jene Einheiten, mit denen der Datenverbrauch von KI-Modellen gemessen wird.

Der Schritt folgt einem ähnlichen Manöver von Google, das am 9. Juni 2026 den monatlichen Preis seines KI-Plus-Abonnements von 7,49 Euro auf 4,69 Euro senkte und gleichzeitig den verfügbaren Speicher verdoppelte. Analysten sehen darin einen trend zur Kommoditisierung der KI-Infrastruktur – was die Gewinnmargen der führenden Entwickler unter Druck setzt.

Zwar erreichte OpenAI im Mai 2026 die Marke von einer Milliarde monatlicher App-Nutzer, doch die Kosten laufen weiter davon. Schätzungen zufolge liegen die monatlichen Verluste bei über 920 Millionen Euro. Große Unternehmenskunden berichten von explodierenden KI-Budgets: Einige Konzerne sollen ihre Jahreskontingente an Tokens bereits in den ersten Monaten des Jahres aufgebraucht haben.

Zwei Wege an die Börse

Die Preisüberprüfung fällt mit entscheidenden Schritten in Richtung Kapitalmarkt zusammen. OpenAI hat eigenen Angaben zufolge Anfang der Woche einen vertraulichen S-1-Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Ein Börsendebüt könnte bereits im Herbst 2026 erfolgen. Als begleitende Banken sollen Goldman Sachs und Morgan Stanley fungieren.

Der Hauptkonkurrent Anthropic hat ebenfalls vertrauliche IPO-Unterlagen eingereicht. Das Unternehmen überholte OpenAI zuletzt sogar bei der privaten Bewertung: Nach einer Series-H-Finanzierungsrunde Ende Mai liegt Anthropic bei rund 900 Milliarden Euro. OpenAI kommt dagegen auf etwa 795 Milliarden Euro (Stand März 2026). Branchenbeobachter erwarten, dass beide Unternehmen bei ihrem Börsengang die Billionen-Euro-Marke überschreiten könnten.

Anzeige

Ob Urlaubsplanung oder Sprachenlernen – die Einsatzmöglichkeiten von KI-Tools wie ChatGPT wachsen rasant und erleichtern den Alltag enorm. Erfahren Sie in diesem kostenlosen PDF-Report, welche einfachen Befehle die besten Ergebnisse liefern und Ihnen wertvolle Zeit sparen. Kostenlosen KI-Guide mit Beispiel-Prompts sichern

Strategische Neuausrichtung im KI-Markt

Der Wettbewerb zwischen den beiden Firmen hat längst konkrete Produktkategorien erfasst. Während OpenAI an einer Super-App arbeiten soll, die alle Angebote bündelt, konnte Anthropic mit seiner Claude-Plattform vor allem im Unternehmenssektor punkten.

Die geplanten Preissenkungen könnten auch die bestehende Abonnement-Struktur von OpenAI verändern. Derzeit bietet das Unternehmen mehrere Stufen an – darunter einen „Go“-Tarif, der in Märkten wie Indien für rund 4,30 Euro pro Monat angeboten wird, sowie teurere Plus- und Pro-Abonnements.

Doch die Jagd nach niedrigeren Preisen birgt Risiken. Branchenanalysten warnen vor einem Preiskrieg, der die ohnehin schon knappen Margen kapitalintensiver KI-Startups weiter belasten könnte. Innerhalb der Branche mehren sich die Stimmen, die die Nachhaltigkeit der aktuellen Ausgabenniveaus infrage stellen. Manche Firmen seien nur noch Monate von finanziellen Engpässen entfernt, wenn das Umsatzwachstum nicht mit den Infrastrukturkosten Schritt halte.