KI-Produktivität frisst sich selbst: Studie enthüllt versteckte Arbeitsfalle

Eine globale Untersuchung zeigt, dass über ein Drittel der durch KI gewonnenen Arbeitszeit für die Korrektur mangelhafter Ergebnisse verloren geht. Dies gefährdet den wirtschaftlichen Nutzen der Technologie.

KI spart Zeit, die für Fehlerkorrekturen draufgeht – das zeigt eine globale Studie. Demnach wird mehr als ein Drittel der gewonnenen Arbeitszeit durch das Überarbeiten mangelhafter KI-Ergebnisse wieder aufgebraucht. Diese versteckte „KI-Steuer“ gefährdet den wirtschaftlichen Nutzen der Technologie in deutschen Unternehmen.

Die Untersuchung der Unternehmenssoftware-Plattform Workday unter 3.200 Führungskräften und Mitarbeitern kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: 37 Prozent der durch KI erzielten Produktivitätsgewinne werden durch die Nachbearbeitung von „Workslop“ wieder zunichte gemacht. Dieser Begriff bezeichnet KI-generierte Inhalte, die oberflächlich ausgereift wirken, aber an Substanz, Genauigkeit oder Kontext mangeln. Für jede zehn Stunden eingesparter Arbeitszeit müssen fast vier Stunden für Korrekturen und Überprüfungen reinvestiert werden.

Das Produktivitäts-Paradoxon: Wo die versprochene Effizienz versickert

Die Studie offenbart eine klare Lücke zwischen Wahrnehmung und Realität. Zwar gaben 85 Prozent der Befragten an, durch KI wöchentlich ein bis sieben Stunden zu sparen. Doch nur 14 Prozent erzielten konsistent einen Netto-Nutzen, bei dem die Arbeitqualität tatsächlich stieg oder wertvolle Entscheidungen unterstützt wurden. Der Rest der Zeit wird durch das Management mangelhafter KI-Ergebnisse aufgefressen.

„Workslop“ – ein von Forschern der Harvard Business Review geprägter Begriff – tarnt sich als fertige Arbeit, bringt eine Aufgabe aber nicht wirklich voran. Beispiele sind glatt polierte Präsentationen mit nichtssagenden Erkenntnissen oder eloquente, aber unbrauchbare Berichte. Es entsteht der Eindruck von Fortschritt, während die eigentliche Denkarbeit auf Kollegen abgewälzt wird. Diese müssen die Inhalte entziffern, validieren und häufig neu erarbeiten. Besonders betroffen sind ausgerechnet die intensivsten KI-Nutzer.

Anzeige

Führungsfehler und unklare Erwartungen befeuern laut Studie die „Workslop“-Welle – Mitarbeitende investieren viel Zeit in Nachbearbeitung, Vertrauen schwindet. Ein kostenloses E‑Book erklärt fünf moderne Führungsstile, liefert eine praktische Checkliste und konkrete Schritte, wie Sie Kommunikation und Verantwortlichkeiten so gestalten, dass KI-Arbeit echten Mehrwert schafft. Mit den Handlungsempfehlungen steigern Sie Teamzufriedenheit und Produktivität kurzfristig. Kostenlosen Führungsstil-Guide herunterladen

Führungsversagen und veraltete Jobs befeuern die Ineffizienz

Die Ursachen für die „Workslop“-Epidemie liegen laut Studie weniger in der Technologie als in der Organisation. Führungskräfte versäumen es, Arbeitsabläufe und Erwartungen an das KI-Zeitalter anzupassen. Dazu gehören unklare Vorgaben für den KI-Einsatz ohne Qualitätsstandards, hoher Arbeitsdruck, der zu Abkürzungen verleitet, und ein Mangel an psychologischer Sicherheit, um KI-Ergebnisse zu hinterfragen.

Hinzu kommt: Die meisten Jobprofile wurden nicht für eine KI-gestützte Arbeitswelt aktualisiert. Die Technologie wurde oft einfach über bestehende Strukturen gestülpt. Mitarbeiter sollen schneller liefern, aber mit denselben Prozessen und denselben Ansprüchen an Genauigkeit und Urteilsvermögen arbeiten. Die Ausbildung hinkt hinterher. Obwohl die meisten Führungskräfte Schulungen als Priorität nennen, haben weniger als 40 Prozent derjenigen, die am meisten nachbessern müssen, ausreichend Zugang dazu.

Die versteckte Steuer: Millionenverluste und zerstörtes Vertrauen

Die Folgen von „Workslop“ gehen weit über verlorene Stunden hinaus. Die Nacharbeit kostet einen hoch engagierten Mitarbeiter im Schnitt 1,5 Arbeitswochen pro Jahr. Für ein Unternehmen mit 10.000 Angestellten summiert sich der Produktivitätsverlust schnell auf über neun Millionen Euro jährlich.

Doch der größere Schaden ist sozialer Natur. Kollegen, die mangelhafte KI-Arbeit erhalten, reagieren genervt, verwirrt oder sogar beleidigt. Das schadet dem Teamvertrauen massiv: 42 Prozent der Betroffenen misstrauen dem Absender danach stärker, über 30 Prozent wollen weniger mit ihm zusammenarbeiten. Diese soziale Reibung wird zur versteckten Kollaborations-Steuer, die den Zusammenhalt und die Innovationskraft untergräbt.

Der Ausweg: In Menschen investieren, nicht nur in Technik

Wie lässt sich die Falle umgehen? Experten raten zu einem strategischen Fokuswechsel: von der Geschwindigkeit zum geschaffenen Wert. Die erfolgreichsten Unternehmen reinvestieren die durch KI gewonnene Zeit in ihre Mitarbeiter – und nicht nur in neue Technologie.

Empfehlungen an die Führungsebene sind klar: Qualitäts-Leitplanken für KI-Arbeit setzen, KI als Kollaborations-Tool und nicht als Abkürzung definieren und Jobrollen neu gestalten, um die essenzielle menschliche Urteilskraft zu betonen. Die gewonnene Zeit sollte in strategisches Denken, Lernen und echte Zusammenarbeit fließen. Die Studie warnt: KI-Effizienz ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Wertschöpfung. Ohne parallele Investitionen in Fähigkeiten und Arbeitsdesign produziert die mächtige Technologie vor allem eins: mehr Aufwand.

Anzeige

PS: Wenn Sie die durch KI gewonnene Zeit sinnvoll reinvestieren wollen, hilft ein praxisnaher Leitfaden zum passenden Führungsstil. Der Gratis‑Report enthält eine kompakte Übersicht, eine sofort anwendbare Checkliste und Beispiele, wie Sie psychologische Sicherheit schaffen, Teamvertrauen wiederaufbauen und Nacharbeit deutlich reduzieren. Ideal für Führungskräfte und HR-Verantwortliche, die Produktivität und Zusammenarbeit langfristig verbessern möchten. Jetzt Führungsstil-Report anfordern