Eine aktuelle Untersuchung des Datenmanagement-Spezialisten Cloudera verdeutlicht die massiven Hürden, mit denen Unternehmen bei der Implementierung von Projekten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) konfrontiert sind.
Laut einer Umfrage, die zwischen dem 5. Juni und dem 22. Juni 2026 unter 1.500 IT-Architekten durchgeführt wurde, haben 95 Prozent der befragten Organisationen geplante KI-Vorhaben verzögert oder vollständig abgesagt. Als Hauptgründe für diesen Trend werden insbesondere Bedenken hinsichtlich der Governance und Compliance angeführt.
Obwohl die technologische Ambition in der Wirtschaft weiterhin hoch ist – 77 Prozent der Unternehmen nutzen KI bereits aktiv –, offenbaren die Studienergebnisse tiefgreifende strukturelle Probleme.
Die schnelle Einführung scheint oft an der vorhandenen IT-Infrastruktur zu scheitern: 72 Prozent der Befragten gaben an, dass eine signifikante Überarbeitung ihrer Architektur notwendig sei, um die spezifischen Anforderungen von KI-Workloads bewältigen zu können.
Kostensteigerungen und die Abkehr von der Public Cloud
Ein zentraler Faktor bei der Neubewertung von KI-Strategien ist die finanzielle Belastung. Die Erhebung zeigt, dass 84 Prozent der Unternehmen über gestiegene Infrastrukturkosten im Zusammenhang mit ihren KI-Initiativen berichten.
Diese Entwicklung hat bereits zu einer spürbaren Trendwende bei der Wahl der Betriebsumgebungen geführt. 66 Prozent der Unternehmen haben KI-Workloads von der Public Cloud zurück in private Rechenzentren oder On-Premises-Umgebungen verlagert.
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In den kommenden zwei Jahren zeichnet sich zudem eine strategische Neuausrichtung ab. Etwa 25 Prozent der befragten Architekten planen demnach eine „Hybrid-First“-Strategie. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Flexibilität der Cloud mit der Kontrolle und Kosteneffizienz lokaler Infrastrukturen zu verbinden.
Cloudera-CEO Charles Sansbury unterstrich in diesem Zusammenhang die wirtschaftlichen Herausforderungen bestimmter Anwendungen. So könne beispielsweise die Betrugserkennung in einer Public-Cloud-Umgebung das Drei- bis Vierfache dessen kosten, was in alternativen, spezialisierten Umgebungen anfällt.
Effizienzsteigerung durch hybride Infrastrukturmodelle
Um den Anforderungen an Datensouveränität und Kostenkontrolle gerecht zu werden, setzen Anbieter verstärkt auf Plattformen, die unterschiedliche Infrastrukturtypen integrieren. Die Lösung „Cloudera Anywhere Cloud“ unterstützt laut Unternehmensangaben neben der Public Cloud auch private Rechenzentren sowie souveräne Infrastrukturen und sogenannte Air-Gapped-Netzwerke, die physisch vom Internet isoliert sind.
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Dass eine Optimierung der Architektur zu erheblichen Zeitgewinnen führen kann, zeigt das Beispiel des Energiekonzerns ExxonMobil, der als Design-Partner für die neue Plattform fungierte. Durch die Anpassung der Systemlandschaft konnte das Unternehmen die benötigte Zeit für das Setup der Cloud-Umgebungen von ursprünglich sechs Stunden auf 65 Minuten reduzieren.
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen insgesamt, dass der Erfolg von KI-Initiativen im Jahr 2026 weniger von der Verfügbarkeit der Algorithmen selbst abhängt, sondern maßgeblich von der Fähigkeit der Unternehmen, regulatorische Anforderungen und Infrastrukturkosten durch moderne, hybride Architekturmodelle in den Griff zu bekommen.

