In einer umfassenden Untersuchung zur Verlässlichkeit von Systemen auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) hat Google Gemini den Spitzenplatz belegt. Im aktuellen „AI Trustworthiness Ranking 2026“ setzte sich das Modell gegen eine internationale Konkurrenz durch.
Die Studie, über die das Fachportal it-daily.net berichtet, analysierte insgesamt 500 KI-Unternehmen aus 36 Ländern und liefert detaillierte Einblicke in die Sicherheits- und Transparenzstandards der Branche.
Hinter dem Erstplatzierten Google Gemini konnten sich weitere namhafte Anbieter im Ranking positionieren. Auf den folgenden Plätzen rangieren Krisp und Fireflies.ai, die ebenfalls hohe Wertungen in den untersuchten Kategorien erzielten.
Zu den weiteren Top-Platzierten der Liste gehören Adobe, Magnific sowie der Cloud-Spezialist Salesforce. Die Bewertung der 500 Unternehmen verdeutlicht jedoch ein heterogenes Bild hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen und der Informationspolitik der Branche.
Diskrepanz zwischen Transparenz und tatsächlicher IT-Sicherheit
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die deutliche Kluft zwischen dem Anspruch auf Transparenz und der tatsächlichen technischen Absicherung der Systeme. Während der Durchschnittswert für Transparenz im gesamten Ranking bei beachtlichen 90 von 100 möglichen Punkten liegt, fallen die Ergebnisse im Bereich der IT-Sicherheit drastisch ab. Hier verzeichneten die Analysten lediglich einen Durchschnittswert von 32 von 100 Punkten.
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Dieser Befund deutet darauf hin, dass viele Anbieter zwar offen über ihre Absichten kommunizieren, die technologische Umsetzung robuster Sicherheitsmechanismen jedoch oft nicht mit dieser Offenheit Schritt halten kann. Insbesondere im Hinblick auf den Schutz vor unbefugten Zugriffen oder die Integrität der Modelle sehen Experten hier erheblichen Nachholbedarf für die gesamte Branche.
Kritische Lücken bei Datenschutz und Datennutzung
Die Studie legt zudem erhebliche Mängel bei der Aufklärung der Nutzer über den Umgang mit ihren Daten offen. Ein Großteil der bewerteten Anbieter zeigt sich demnach intransparent, wenn es um die Verwendung von Nutzerinformationen zur Optimierung der eigenen Technologien geht. Laut den vorliegenden Daten informieren 63 Prozent der untersuchten Unternehmen nicht klar darüber, inwiefern Kundendaten für das Training ihrer KI-Modelle genutzt werden.
Ebenso kritisch wird die mangelnde Auskunftsbereitschaft über die Vorhaltung von Daten bewertet. Bei 65 Prozent der untersuchten Anbieter fehlen jegliche Angaben zur konkreten Speicherdauer der erhobenen Informationen. Diese Intransparenz betrifft fundamentale Rechte der Endverbraucher und Unternehmenskunden, die oft im Unklaren darüber gelassen werden, wie lange ihre Eingaben und Interaktionen auf den Servern der Provider verbleiben.
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Branchenspezifische Unterschiede bei der Vertrauenswürdigkeit
Neben der allgemeinen Auswertung zeigt das Ranking signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Anwendungsbereichen der Künstlichen Intelligenz. Anbieter aus dem Sektor Büro und Produktivität schnitten im Vergleich überdurchschnittlich gut ab. In dieser Kategorie lag der durchschnittliche Vertrauenswert bei 78 Punkten.
Deutlich schlechter bewertet wurde hingegen das Segment Musik und Audio. Anwendungen aus diesem Bereich erreichten lediglich einen Durchschnittswert von 54 Punkten. Diese Differenz unterstreicht, dass die Standards für Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit je nach Marktfokus und Komplexität der Anwendung stark variieren.
Während produktivitätsorientierte Tools bereits etabliertere Compliance-Strukturen aufweisen, scheinen kreative KI-Anwendungen in puncto Vertrauenswürdigkeit noch in einem frühen Entwicklungsstadium zu verharren.

