KI-Ranking: Japan und Südkorea schaffen den Sprung in die globale Spitzengruppe

Japan und Südkorea gehören laut BCG zu den KI-Pionieren; Deutschland bleibt zurück und benötigt mehr qualifizierte Fachkräfte.

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In der weltweiten Entwicklung künstlicher Intelligenz haben Japan und Südkorea den Sprung in die führende Spitzengruppe geschafft, während Deutschland den Anschluss an die globale Spitze verpasst und auf der Stelle tritt. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht „AI Maturity Matrix 2026“ der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG).

Die weltweite Spitzengruppe der sogenannten KI-Pioniere umfasst damit nun die USA, China, Großbritannien, Kanada, Singapur sowie die beiden Neuzugänge Japan und Südkorea. Seit der ersten Erhebung im Jahr 2024 gelang lediglich diesen beiden ostasiatischen Staaten der Aufstieg in das Spitzenfeld.

Insgesamt untersuchte die BCG-Studie über 75 Volkswirtschaften beziehungsweise 79 Staaten anhand von 33 Indikatoren. Bewertet wurden dabei die KI-Exposition sowie die KI-Bereitschaft im Rahmen des sogenannten ASPIRE-Frameworks, das Kriterien wie nationale Ambitionen, Fachkräfte, Regulierung, Investitionen, Forschung und das bestehende Ökosystem abbildet.

Dynamik in Ostasien, Stillstand in Deutschland

Insgesamt konnten acht Volkswirtschaften seit 2024 um eine Stufe im Ranking aufsteigen: Chile, Tschechien, Ecuador, Griechenland, Japan, Litauen, Nigeria und Südkorea.

Den Aufstieg Japans in die Spitzengruppe begründet BCG mit einer innovationsfreundlichen Regulierung, hohen Investitionen internationaler Technologiekonzerne sowie der traditionell starken heimischen Robotik. Südkorea wiederum überzeugte durch gezielte Förderungen eigener KI-Modelle, den Ausbau von Recheninfrastruktur und eine breite staatliche Unterstützung des Ökosystems.

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Auch im „2026 AI Index“ des Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence (HAI) rangiert Südkorea bei der Entwicklung von KI-Modellen unter den globalen Top 5. Hwang Hyung-jun, Leiter von BCG Korea, erklärte, Südkoreas zentrale Aufgabe bestehe nun darin, diese Einstufung in industrielle Wettbewerbsfähigkeit und konkrete Geschäftsergebnisse zu überführen.

Für Deutschland zeichnet die Analyse ein durchwachsenes Bild. Rund 65 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung entfallen demnach auf Branchen mit einem mittleren bis hohen KI-Veränderungspotenzial.

Zwar bescheinigt der Bericht der Bundesrepublik Stärken beim Risikokapital, identifiziert jedoch zugleich einen erheblichen Nachholbedarf bei hochqualifizierten KI-Fachkräften. Eine zusätzliche Hürde stellt der globale Arbeitsmarkt dar: Laut BCG sank die grenzüberschreitende Relokation hochqualifizierter KI-Spezialisten im Jahr 2025 um 12 Prozent.

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Umsetzungsgeschwindigkeit als entscheidender Faktor

Die Bundesregierung verfolgt unterdessen eigene Ausbauziele für die digitale Infrastruktur. Bis 2030 plant sie, die nationalen Rechenzentrumskapazitäten zu verdoppeln und die Rechenleistung im Bereich von KI und Supercomputern zu vervierfachen.

Laut BCG komme es im globalen Wettbewerb jedoch weniger auf die formulierten Ambitionen an, sondern auf das tatsächliche Ausführungstempo der Regierungen. Dies gelte umso mehr, da der Bereich der physischen KI – wie etwa humanoide Roboter und fortgeschrittene Industrieautomatisierung – die Effekte von künstlicher Intelligenz zunehmend auf zentrale Wirtschaftsbereiche wie die Fertigung, die Logistik und die Landwirtschaft ausweite.