Die Wagniskapitalgesellschaft Andreessen Horowitz (a16z) hat ihre siebte Rangliste für verbraucherorientierte Künstliche Intelligenz herausgegeben. Demnach behauptet ChatGPT von OpenAI weiterhin die globale Marktführerschaft, während Claude vom Entwickler Anthropic im Webbereich auf den dritten Platz vorrückt und knapp eine Milliarde monatliche Besuche verzeichnet.
Für die Erhebung analysierte das Analysehaus den Webtraffic im August 2026 über Similarweb, die monatlich aktiven Mobilnutzer desselben Monats via Sensor Tower sowie erstmals Daten zu US-Verbraucherumsätzen aus Kartentransaktionen von YipitData.
ChatGPT baut Vorsprung auf Mobilgeräten und bei Abonnements aus
Laut a16z verzeichnet ChatGPT über eine Milliarde monatlich aktive Nutzer auf Mobilgeräten. Im August lag die OpenAI-Anwendung beim Webtraffic etwa doppelt so hoch wie Googles Gemini und sechsmal höher als Claude. Bei den mobilen Nutzern belief sich der Vorsprung auf das 2,5-Fache gegenüber Gemini sowie das 14-Fache im Vergleich zu Claude.
Nach neuen Produktstarts im Juli gewann ChatGPT wieder an Dynamik und führte zuletzt in fast allen US-Bundesstaaten mit Ausnahme von Kalifornien, Montana und Massachusetts. Auch bei den Bezahlmodellen behauptet sich die Anwendung: ChatGPT zählt in den USA rund dreimal so viele zahlende Verbraucher wie Claude oder Gemini.
Claude punktet bei hochpreisigen Tarifen, kämpft jedoch mit Abgängen
Claude sicherte sich weltweit den dritten Rang im Webranking und Platz zwei bei den mobilen Anwendungen, womit das Modell vor DeepSeek und Perplexity rangiert. Bei den kostenpflichtigen Abos liegen Gemini und Claude nahezu gleichauf, nachdem Google bestehende zahlende Nutzer in sein KI-Abo überführt hatte.
Auffallend zeigt sich die Zahlungsbereitschaft der Kundschaft von Anthropic: Am 6. Oktober 2026 erfasste Daten weisen aus, dass 7,3 Prozent der zahlenden Claude-Nutzer den Max-Tarif ab 100 US-Dollar pro Monat wählten.
Bei Google entschieden sich lediglich 1,3 Prozent für vergleichbare Stufen, bei ChatGPT waren es 1,1 Prozent. Dennoch meldete YipitData für Claude sinkende tägliche Sitzungszahlen im Juli und August sowie ein langsameres Abonnentenwachstum bei gleichzeitig gestiegenen Kündigungsraten im beobachteten US-Belegpanel.
Zahlungsbereitschaft konzentriert sich auf wenige Vielzahler
In den USA nutzen inzwischen fast 50 Prozent der Verbraucher KI-Dienste, rund 25 Prozent greifen täglich darauf zu. Im August 2026 verfügten 4,5 Prozent der berechtigten US-Verbraucher über ein persönliches Abonnement bei ChatGPT, Gemini oder Claude – gegenüber 2,1 Prozent im Vorjahresmonat.
Gleichzeitig verzeichnet a16z eine starke Konzentration der Ausgaben: Die oberen zehn Prozent der zahlenden Verbraucher verursachen etwa die Hälfte der gesamten beobachteten Umsätze. Auf das oberste Prozent entfallen 19,5 Prozent aller Ausgaben; diese Gruppe investiert durchschnittlich 903 US-Dollar im Monat, während der Median-Zahler bei 25 US-Dollar liegt.
Die höchsten Summen fließen dabei in Coding-, Produktivitäts- und Kreativwerkzeuge. Das Analysehaus merkte an, dass eine solche Abhängigkeit von wenigen Vielzahlern die Marktvolatilität steigern und eine breitere Verankerung bei Endverbrauchern erschweren könnte.
Von 44 untersuchten KI-nativen Webprodukten nutzten 84 Prozent Abomodelle, 64 Prozent setzten auf nutzungsbasierte Gebühren oder Credits und 14 Prozent auf Werbeeinnahmen.
Die Erhebung umfasste jeweils 50 Webprodukte und Mobil-Apps mit insgesamt elf Neueinsteigern. Dabei fehlten am 6. Oktober 2026 ausgewertete 29 der 50 ausgabenstärksten Anbieter in den reinen Traffic- und Mobilrankings; lediglich sieben Firmen waren in allen drei Listen vertreten.
Bei den weltweit aktiven mobilen Nutzern erreichte die Yandex-App Rang 13, gefolgt von DeepSeek auf Platz 14, Meta AI auf Platz 18, Grok auf Rang 19 und Perplexity auf Position 25.

