KI-Regulierung: Britische Finanzaufsicht unter Druck

Ein Parlamentsbericht kritisiert die Abwarte-Strategie der FCA bei KI-Regulierung und fordert klare Leitlinien bis Ende 2026, um Verbraucher und Finanzstabilität zu schützen.

Die britische Finanzaufsicht FCA muss klare Regeln für Künstliche Intelligenz im Finanzsektor schaffen. Ein Parlamentsbericht warnt vor Risiken für Verbraucher und fordert ein Ende der Wartehaltung.

London. Der Druck auf die britische Finanzmarktaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) wächst. Ein einflussreicher Parlamentsausschuss fordert konkrete Leitlinien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Banken und Versicherungen. Der Vorwurf: Die aktuelle Regulierung sei zu vage und lasse die schnell wachsende Branche im Ungewissen. Das könnte Verbraucher schädigen und die Stabilität des Finanzsystems gefährden.

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Parlament fordert Ende der Wartehaltung

Der Schatzausschuss des Unterhauses veröffentlichte Ende Januar einen kritischen Bericht. Sein Kernvorwurf: FCA, Bank of England und Finanzministerium verfolgen eine riskante „Abwarte-Strategie“. Diese reiche angesichts der rasanten Verbreitung von KI nicht mehr aus. Über 75 Prozent der britischen Finanzunternehmen nutzen die Technologie bereits.

Der Ausschuss legt einen klaren Fahrplan vor. Bis Ende 2026 soll die FCA praktische Leitlinien veröffentlichen. Diese müssen klären, wie bestehende Verbraucherschutzregeln – wie die Consumer Duty – auf KI-gesteuerte Prozesse anzuwenden sind. Eine zentrale Frage bleibt dabei unbeantwortet: Wer haftet, wenn eine KI dem Kunden schadet? Hier fordert das Parlament Klarheit unter dem bestehenden Senior Managers Regime.

FCA startet eigene Überprüfung – unter Zeitdruck

Unmittelbar nach der parlamentarischen Kritik kündigte die FCA eine große Überprüfung an. Die sogenannte „Mills Review“ unter Leitung von FCA-Direktor Sheldon Mills soll bis Sommer 2026 Empfehlungen vorlegen. Bis zum 24. Februar können sich Unternehmen und Experten dazu äußern.

Die Branche klagt derweil über Rechtsunsicherheit. Juristen der Kanzlei Fox Williams kritisieren, die Last liege derzeit bei den Firmen. Sie müssten selbst interpretieren, wie hunderte bestehende Regeln auf neue KI-Technologien anzuwenden seien. Das führe zu einem gefährlichen „Regulieren im Nachhinein“: Unternehmen erführen erst nach einem Fehlschlag, dass sie gegen Vorschriften verstoßen haben.

Streit um den richtigen Regulierungsansatz

Die FCA betont weiterhin, sie plane keine separaten KI-Gesetze. Der Ansatz bleibe technologieneutral: Bestehende Prinzipien-Regulierung reiche aus. Projekte wie ein KI-Testfeld (Sandbox) mit Nvidia sollen Innovation im Rahmen ermöglichen.

Doch der Parlamentsbericht sieht Lücken. Kritiker warnen vor intransparenten KI-Entscheidungen bei Kreditvergabe oder Versicherungen. Benachteiligte Verbraucher könnten noch weiter ausgeschlossen werden. Und unregulierte Finanzberatung durch KI-Chatbots stellt eine neue Herausforderung dar.

Das Jahr 2026 wird somit entscheidend. Die Ergebnisse der Mills Review im Sommer werden zeigen, ob die FCA ihren Kurs anpasst. Das Parlament hat eine Frist gesetzt: Bis Jahresende muss Klarheit herrschen. Die Uhr tickt für die britische Finanzaufsicht.

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