KI-Regulierung: Connecticut und Illinois beschließen Transparenz- und Sicherheitsgesetze

Connecticut und Illinois verabschieden KI-Gesetze mit Transparenz- und Sicherheitspflichten für Unternehmen. Der Bund bleibt passiv.

Während der Bund weiter zögert, setzen die Bundesstaaten eigene Maßstäbe – mit direkten Folgen für Unternehmen.

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Connecticut verpflichtet Arbeitgeber zur Transparenz

Gouverneur Ned Lamont unterzeichnete am 29. Mai 2026 das Gesetz Senate Bill 5. Es verlangt von Unternehmen, Mitarbeiter und Bewerber künftig zu informieren, wenn KI bei Einstellungen, Beförderungen oder Kündigungen zum Einsatz kommt. Die Regelung tritt am 1. Oktober 2027 in Kraft.

Darüber hinaus verschärft das Gesetz die Anti-Diskriminierungsvorschriften: Unternehmen haften künftig auch für KI-gesteuerte Benachteiligungen. Eine besondere Neuerung betrifft Massenentlassungen: Firmen müssen der Arbeitsbehörde melden, wenn Stellenstreichungen direkt auf den Einsatz von KI zurückgehen. Zusätzlich schränkt das Gesetz die Nutzung von Social-Media-Algorithmen ein, die sich an Minderjährige richten.

Illinois setzt auf Sicherheitsaudits für KI-Systeme

Nur zwei Tage später, am 31. Mai 2026, verabschiedete das Parlament von Illinois den Gesetzesentwurf SB 315. Gouverneur J.B. Pritzker wird das Gesetz voraussichtlich unterzeichnen. Es tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.

Im Kern verlangt das Gesetz von Entwicklern sogenannter Frontier-KI-Modelle – also der leistungsfähigsten Systeme – unabhängige Sicherheitsprüfungen durch Dritte. Zudem müssen sie öffentliche Sicherheitspläne vorlegen. Besonders streng sind die Meldefristen: Sicherheitsvorfälle müssen innerhalb von 72 Stunden gemeldet werden, bei unmittelbarer Gefahr sogar innerhalb von 24 Stunden. Große Branchenakteure wie OpenAI und Anthropic unterstützen das Gesetz.

Bundesregierung bleibt passiv

Während die Bundesstaaten handeln, dümpelt die Regulierung auf Bundesebene vor sich hin. Das Weiße Haus veröffentlichte am 20. März 2026 zwar einen nationalen Politikrahmen für KI. Das Sieben-Punkte-Papier behandelt Arbeitsmarkteffekte, geistiges Eigentum und Kinderschutz – bindend ist es jedoch nicht. Es dient lediglich als Orientierung für den Kongress.

Die Trump-Administration hat frühere Pläne für eine bundesweite KI-Aufsicht weitgehend aufgegeben. Damit bleiben die Gesetze der Einzelstaaten die wichtigste Regulierungsebene. Weitere Bundesstaaten haben ebenfalls nachgelegt: Vermont verabschiedete ein Gesetz zum Verbraucherdatenschutz, Louisiana führte KI-Offenlegungspflichten im Gesundheitswesen ein, und in Kalifornien liegen mehrere Gesetzesentwürfe zu KI am Arbeitsplatz vor.

Sorge vor KI-getriebenen Stellenstreichungen

Der Regulierungsdruck wächst, während Unternehmen zunehmend KI als Grund für Personalabbau nennen. Am 31. Mai 2026 kündigte Wix-CEO Avishai Abrahami einen Stellenabbau von rund 20 Prozent an – mehr als 1.000 Arbeitsplätze sind betroffen. Als Hauptgründe nannte er die Integration von KI und die Stärke des israelischen Schekels.

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Branchenbeobachter zeigen sich skeptisch. Experten des MIT sprechen von „AI Washing“ – Unternehmen nutzten KI demnach als bequeme Ausrede für Stellenstreichungen, die ohnehin aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt wären. Die Zahlen geben ihnen recht: In den ersten Monaten 2026 überstiegen die Entlassungen in der Tech-Branche bereits die Marke von 100.000.

Einige Regionalpolitiker ziehen Konsequenzen. In Wisconsin liegen Gesetzesvorschläge vor, die es dem Staat erlauben würden, Steuergutschriften von Unternehmen zurückzufordern, die öffentliche Gelder erhalten und anschließend Stellen wegen KI-Einführung abbauen.