KI-Regulierung: MHRA veröffentlicht Sandbox-Ergebnisse mit 7 Fallstudien

Britische Arzneimittelbehörde legt Bericht zur KI-Regulierung vor. Zeitgleich startet Regierung milliardenschweres Technologieförderpaket.

Die MHRA veröffentlicht Ergebnisse ihres KI-Sandbox-Programms – zeitgleich fließen über 200 Millionen Euro in die Technologieförderung.

Die britische Arzneimittel- und Gesundheitsproduktebehörde MHRA hat am heutigen Dienstag ihren Abschlussbericht zur zweiten Phase des „AI Airlock Sandbox“-Programms vorgelegt. Die einjährige Initiative untersuchte, wie Künstliche Intelligenz als Medizinprodukt sicher reguliert werden kann. Die Veröffentlichung fällt mit einem massiven Förderpaket der Regierung zusammen: Über 200 Millionen Euro sollen Großbritannien zum KI-Vorreiter unter den G7-Staaten machen.

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Sieben Fallstudien als Grundlage

Die zweite Phase des KI-Sandbox lief von April 2025 bis Mai 2026. Der nun veröffentlichte Bericht beschreibt die angewandte Methodik und enthält sieben konkrete Fallstudien. Sie zeigen, wie KI-Technologien mit bestehenden Regulierungsrahmen für Medizinprodukte interagieren.

Die MHRA leitet daraus Empfehlungen für die künftige Aufsicht ab – mit klarem Fokus auf sichere und effektive Integration von KI im Gesundheitswesen. Parallel dazu bereitet die Behörde einen weiteren Sandbox-Start für den Sommer 2026 vor. Dieses vom Regulatory Innovation Office finanzierte Projekt soll sich mit Arzneimittelentwicklung und Krankenhauseinweisungen durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen befassen.

Milliardenförderung für KI-Offensive

Der MHRA-Bericht folgt auf Ankündigungen von Technologieministerin Liz Kendall beim KI-Adoptionsgipfel Anfang der Woche. Das Förderpaket von über 200 Millionen Euro verteilt sich auf mehrere Programme: 100 Millionen Euro fließen in das „Bridge AI“-Programm, 187 Millionen Euro in die „Tech First“-Initiative. Weitere 20 Millionen Euro sind für die „Early Careers Jobs Alliance“ vorgesehen, je fünf Millionen Euro für jede ausgewiesene KI-Wachstumszone.

Regierungsdaten zufolge haben bereits 1,7 Millionen Menschen KI-bezogene Kurse absolviert. Ziel ist es, bis 2030 zehn Millionen Menschen zu schulen.

Branchen im KI-Fieber

Am Montag veröffentlichte die Regierung zudem Einführungspläne für acht Industriesektoren. Im Bereich Biowissenschaften nutzen demnach 48,4 Prozent der befragten Unternehmen bereits KI – doch fragmentierte Daten und fehlende interdisziplinäre Fachkräfte bremsen den Fortschritt.

Im Bereich professionelle und geschäftliche Dienstleistungen – mit einer Bruttowertschöpfung von umgerechnet rund 380 Milliarden Euro – stieg die KI-Nutzung bis Ende 2025 auf 43,4 Prozent. Während 13,7 Prozent der Arbeitsplätze in diesem Sektor als ersetzbar gelten, sollen mehr als die Hälfte aller Stellen durch die Technologie erheblich aufgewertet werden.

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Die Regierung verweist auf OECD-Schätzungen: Demnach könnte KI-getriebene Produktivität bis 2030 zwischen 0,4 und 1,3 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum beitragen – das entspricht einer Steigerung der Bruttowertschöpfung von 55 bis 140 Milliarden Euro.

Regulierte Testumgebungen als Modell der Zukunft

Im Rahmen der Gesamtstrategie startet Großbritannien sogenannte KI-Wachstumslabore als regulierte Testumgebungen. Der Rechtsdienstleistungssektor ist der erste, der dieses Modell nutzt. Ab Sommer 2026 können sich Innovatoren, Legal-Tech-Anbieter und Notare bewerben.

Beteiligt sind mehrere Aufsichtsbehörden, darunter die Solicitors Regulation Authority und das Information Commissioner’s Office. Ziel ist regulatorische Klarheit ohne neue KI-Gesetze – ein Ansatz, der an etablierte Regulierungs-Sandboxen im Finanzsektor erinnert.