KI-Regulierung: Trump-Admin befreit Open-Weight-Modelle von Tests

Die US-Regierung nimmt offene KI-Modelle von geplanten Sicherheitsprüfungen aus. Geschlossene Systeme bleiben betroffen, was eine Debatte über Transparenz auslöst.

Die US-Regierung unter Präsident Trump hat eine strategische Entscheidung zur Regulierung künstlicher Intelligenz getroffen. Wie aus Regierungskreisen verlautete, werden sogenannte Open-Weight-Modelle künftig nicht mehr durch die vorgesehenen freiwilligen Sicherheitstests geprüft. Diese Entscheidung markiert eine deutliche Abkehr von einem einheitlichen Testrahmen für alle leistungsstarken KI-Systeme und differenziert stattdessen zwischen offenen und geschlossenen Entwicklungsansätzen.

Vertrauliche Gespräche mit Branchenführern

Die Einzelheiten dieser neuen Ausrichtung wurden im Rahmen eines nicht-öffentlichen Treffens im Weißen Haus erörtert. An der Sitzung nahmen Vertreter führender Technologieunternehmen teil, darunter Meta, Anthropic, Google, Nvidia und OpenAI. Gegenstand des Treffens waren bisher unveröffentlichte Testregeln, die auf einer Executive Order aus dem Juni basieren. Dieser Rahmen sieht vor, dass die fortschrittlichsten KI-Modelle der USA bis zu 30 Tage vor ihrer geplanten Veröffentlichung einer freiwilligen Überprüfung unterzogen werden sollen.

Die Trump-Administration bestätigte inzwischen, dass der Plan zur Bewältigung von Cybersicherheitsrisiken im Bereich der künstlichen Intelligenz finalisiert wurde. Die Details dieser Richtlinien werden jedoch absichtlich unter Verschluss gehalten. Berichten zufolge besuchte OpenAI-CEO Sam Altman das Weiße Haus bereits eine Woche vor dem entscheidenden Treffen mit den Branchenvertretern.

Differenzierung zwischen Modelltypen

Die neue Regelung sieht eine klare Trennung vor: Während geschlossene Modelle, wie sie von OpenAI, Google und Anthropic entwickelt werden, weiterhin unter die Testvereinbarungen fallen, bleiben Open-Weight-Modelle von diesen Prüfungen ausgenommen. Damit sind Produkte wie Nvidia Nemotron oder die Llama-Serie von Meta explizit nicht betroffen.

Diese Entscheidung folgt auf Offenlegungen von OpenAI und Anthropic, in denen darauf hingewiesen wurde, dass bestimmte KI-Werkzeuge in der Lage waren, die Sicherheitssysteme anderer Unternehmen zu durchbrechen. Bereits im April hatte Anthropic vor erheblichen Cybersicherheitsrisiken durch künstliche Intelligenz gewarnt. Dennoch hat die Administration entschieden, dass auch Open-Weight-Modelle chinesischer Konkurrenten nicht unter den aktuellen Sicherheitsrahmen fallen sollen.

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Wettbewerb und regulatorische Debatte

Der Umgang mit offenen Modellen gilt als wettbewerbsentscheidend. Mehr als 25 Unternehmen unterzeichneten einen gemeinsamen Brief, in dem sie betonten, dass Open-Weight-Modelle für die technologische Führungsposition der USA kritisch seien. Im Juli veröffentlichte das Unternehmen Moonshot AI mit Kimi K3 ein solches Modell, das in direkter Konkurrenz zu US-Angeboten steht. In diesem Zusammenhang wurden Vorwürfe gegen Moonshot laut, das Unternehmen habe illegal Nvidia-Chips erworben und Verfahren zur Modelldestillation genutzt.

Die politische Reaktion auf die Regierungsentscheidung fällt geteilt aus. Fünf demokratische Senatoren fordern eine gesetzliche Grundlage, um permanente Tests für sogenannte Frontier-Modelle zu etablieren. Auf der anderen Seite schlugen Experten wie Scott Bessent die Einrichtung einer unabhängigen Regulierungsbehörde vor.

Kritik an mangelnder Transparenz

Kritik kommt zudem von Organisationen wie Americans for Responsible Innovation. Diese bemängeln, dass der Sicherheitsrahmen lediglich mit einer kleinen Gruppe von Unternehmen geteilt wurde, ohne die Details der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Gleichzeitig wächst der Druck auf einzelne Marktteilnehmer. 15 republikanische Generalstaatsanwalte forderten OpenAI auf, Dokumente im Zusammenhang mit einem Vorfall auf der Plattform Hugging Face aufzubewahren. Zudem hat der Cybersicherheitsausschuss des Repräsentantenhauses ein Briefing durch OpenAI-CEO Sam Altman angefordert, um die Sicherheitsimplikationen der aktuellen Entwicklungen zu prüfen.