KI-Reifegrad in Österreich: Industrie steigt binnen eines Jahres auf 36 Punkte

McKinseys Erhebung zeigt Fortschritte bei Strategie und Skalierung, während Messbarkeit, Finanzierung und Fachkräfte weiterhin bremsen.

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Der durchschnittliche Reifegrad beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der österreichischen Industrie ist spürbar gewachsen. Wie aus der McKinsey-Studie „State of AI in Austria: Update 2026“ hervorgeht, über die Medien am 9. Oktober 2026 berichteten, kletterte der Wert binnen eines Jahres von 30 auf 36 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Damit ordnet sich Österreich im sogenannten Scaler-Bereich ein, der von 30 bis unter 60 Punkten reicht. Als Leader gelten Unternehmen ab einem Wert von 60 Punkten, während das globale Spitzenfeld bei rund 61 Punkten liegt.

Die Untersuchung stützt sich auf eine Befragung von 135 Technologie- und Digitalverantwortlichen aus 54 Unternehmen. Die Stichprobe basiert auf Mitgliedern der Task Force KI der Industriellenvereinigung (IV), die rund 140 Betriebe umfasst.

Eine Gruppe von 38 Teilnehmern war bereits an der vorangegangenen Erhebung beteiligt; diese Organisationen verbesserten ihren AIQ um rund 7 Punkte. Insgesamt erreichen 60 % der befragten Betriebe mindestens das Scaler-Niveau, während 40 % noch in frühen Testphasen verharren. Zugleich wuchs der Abstand zwischen Vorreitern und Nachzüglern von 37 auf 41 Punkte.

Zuwächse bei Strategie und deutliche Branchenunterschiede

Die Erhebung verzeichnete Verbesserungen in allen sechs analysierten Dimensionen. Besonders kräftig fielen die Zuwächse in den Bereichen Strategie mit einem Plus von 11 Punkten sowie Einführung und Skalierung mit plus 10 Punkten aus.

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Zudem nahm der Anteil der Unternehmen mit einem klar definierten Skalierungsansatz um rund 40 Prozentpunkte zu. Über 90 % der befragten Firmen sehen mittlerweile strategische Auswirkungen durch Künstliche Intelligenz.

Zwischen den Wirtschaftszweigen zeigen sich jedoch erhebliche Differenzen. Technologie und Medien führen das Feld mit 49 Punkten an, gefolgt von Finanzinstituten mit 45 Punkten. Der Maschinenbau und die Fertigung kommen hingegen auf 29 Punkte.

Im Bereich Technologie liegt der Wert bei 44 Punkten, während das Themenfeld Daten 34 Punkte erreicht. Auffällig ist zudem der Unterschied nach Herkunft: Unternehmen mit ausländischem Hauptsitz erreichen im Schnitt 43 Punkte, heimische Betriebe stehen bei 35 Punkten.

Hürden bei Betrieb, Governance und Token-Verbrauch

Trotz des Zuwachses stehen viele Organisationen vor operativen Problemen. Rund 70 % der Unternehmen verfügen über keine konkrete Methode zur Erfolgsmessung und kennen ihren monatlichen Token-Verbrauch nicht. Zudem kann rund die Hälfte den erwarteten Nutzen im Vorfeld nicht berechnen. Dies gewinnt an Bedeutung, da agentische Systeme beziehungsweise Workflows für dieselbe Aufgabe bis zu 30-mal mehr Tokens verbrauchen können.

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Als zentrale Bremsen gelten weiterhin Governance und Finanzierung, die von rund der Hälfte der Unternehmen genannt werden. Etwa 60 % kommen beim industrialisierten Betrieb kaum voran. Beim Talentmanagement liegt die Bewertung bei 2,7 von 5 Punkten; mehr als zwei Drittel der Firmen werten diesen Bereich als Engpass oder systematische Hürde.

Weitere Herausforderungen betreffen den Regelbetrieb, Daten- und Betriebsstandards sowie klare Verantwortlichkeiten. Die Industriellenvereinigung fordert angesichts der Ergebnisse mehr angewandte Forschung, gezielten Aufbau von KI-Kompetenzen, besseren Zugang zu Risikokapital und eine innovationsfreundliche Umsetzung des EU AI Acts.